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13.03.2019

03:01

Monsanto

Geschworene beraten weiter – Entscheidung im Bayer-Glyphosat-Prozess vertagt

Von: Katharina Kort

Die Jury in San Francisco kommt am Mittwoch erneut zusammen. Sie muss entscheiden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem glyphosat-haltigen Monsanto-Unkrautvernichter und Krebs gibt.

Bayer-Glyphosat-Prozess: Jury vertagt Entscheidung erneut dpa

Glyphosat

In dem Prozess in San Francisco geht es darum, ob das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto für die Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman verantwortlich ist.

New YorkIn dem wichtigen Prozess um den Monsanto-Unkrautvernichter Roundup hat die Jury in San Francisco ihre Entscheidung auf den Mittwoch vertagt. Die Geschworenen haben am Dienstag die Abschlussplädoyers beider Seiten gehört und müssen nun ihre Entscheidung treffen.

Für Bayer ist dieser Prozess besonders wichtig, da die Leverkusener im ersten Prozess im vergangenen Jahr eine herbe Niederlage einstecken mussten und zu einer Schadensersatzzahlung von 79 Millionen US-Dollar verurteilt wurden.

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemie-Konzern hatte den Glyphosat-Entwickler Monsanto im vergangenen Sommer für 63 Milliarden Dollar übernommen. Nun sieht sich Bayer in den USA wegen des Unkrautvernichters Roundup mit etwa 11.200 Klagen konfrontiert.

Der Fall Hardeman in San Francisco ist ein sogenannter Bellwether-Fall. Sie gelten im US-Recht als Test für andere vor Gericht anhängige Klagen. Er könnte die Richtung für mehr als 760 weitere bei dem Gericht in San Francisco anhängige Verfahren vorgeben.

In dem Prozess in San Francisco geht es darum, ob das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto für die Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman verantwortlich ist.

Dabei ging es in der ersten Phase vor allem um die Frage, ob Glyphosat Krebs erregt. Schließlich hat der Richter Vince Chhabria das Verfahren „Edwin Hardeman gegen Monsanto“ in zwei Phasen unterteilt: In der ersten Phase sollte lediglich festgestellt werden, ob es einen wissenschaftlich begründeten Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs gibt. Nur wenn dies festgestellt wird, beginnt die zweite Phase des Prozesses, in der es dann speziell um den Kläger Hardeman geht.

Für den deutschen Monsanto-Eigner war diese Aufteilung ein Geschenk. Bayer konnte so den Einzelfall des Klägers, der bei den Geschworenen stärkere Emotionen auslösen könnte, aus dem Verfahren heraushalten. Außerdem durften die Kläger-Anwälte ihre Vorwürfe, Monsanto habe versucht, Behörden und die öffentliche Meinung zu manipulieren, nicht schon in der ersten Phase Anfang des Prozesses vorbringen.

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Die Kläger-Anwältin Aimee Wagstaff sagte, ihr Mandant habe das Mittel in einem Zeitraum von 26 Jahren mehr als 300 Mal angewendet. „Die Dosis macht das Gift“, sagte sie. „Je mehr man es anwendet, desto höher das Risiko.“ Sie forderte die Jury auch auf, alle Studien zu Glyphosat zu berücksichtigen, auch die an Nagetieren und Zellkulturen erstellten.

Bayer-Anwalt Brian Stekloff sagte dagegen, dass die Ursache für den Lymphdrüsenkrebs Non-Hodgkin Lymphom allgemein unbekannt sei. „Niemand kann die Ursache nennen“, sagte er. Bei Hardeman gebe es zudem weitere andere Risikofaktoren wie sein hohes Alter und seine Hepatitis-Erkrankung.

Der Fall Hardeman ist Teil eines „Multi-District“-Verfahrens, in dem mehrere Fälle gebündelt sind. Dabei werden grundsätzliche Fragen, die für alle anderen Fälle gelten vor einem Gericht geklärt und entsprechende Zeugen geladen. Die einzelnen Gerichte entscheiden dann über die spezifischen Fälle getrennt.

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