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02.03.2018

18:49

Nach dem Leipziger Urteil

Bundesregierung fürchtet wohl Fahrverbote auch für neue Euro-6-Diesel

Das Diesel-Fahrverbot könnte mehr Autofahrer treffen als bislang gedacht: Die Regierung befürchtet laut einem Bericht, dass auch neuere Modelle betroffen sein könnten.

Diesel-Urteil: Fahrverbote auch für neue Euro-6-Diesel befürchtet dpa

Diesel-Fahrzeuge

Auch neuere Modelle könnten einem Bericht zufolge künftig von einem Fahrverbot betroffen sein.

Düsseldorf Die Bundesregierung befürchtet, dass künftig auch neue Diesel-Fahrzeuge von drohenden Fahrverboten betroffen sein könnten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Ein mögliches Fahrverbot könnte demnach auch auf Wagen der Schadstoffklasse 6 ausgeweitet werden.

Grund für die Befürchtungen seien die Abgaswerte, die im Vergleich zu älteren Diesel-Autos ähnlich schlecht ausfielen. Das sollen Messwerte des Kraftfahrt-Bundesamtes und des ADAC gezeigt haben. Diese Werte würden Klagemöglichkeiten für von Fahrverboten betroffene Autofahrer bieten.

Nach Informationen des Magazins erwägt die Regierung eine Förderrichtlinie für technische Nachrüstungen. Diese würde sich an einem neuen Maßstab – entsprechend der echten Abgaswerte auf der Straße – orientieren.

Derzeit dürfen moderne Fahrzeuge 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer ausstoßen. Die Überlegung der Bundesregierung sei, auf diesen Wert einen Faktor aufzurechnen, den die Diesel-Fahrzeuge dann tatsächlich ausstoßen dürfen. Daraus könnte laut dem Bericht ein Grenzwert zwischen 200 und 300 Milligramm resultieren. Wenn ein Dieselfahrzeug, das technisch nachgerüstet ist, diese Werte einhält, werde sich der Staat an der weiteren Nachrüstung beteiligen.

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    Neue Euro-6-Diesel sind nicht zwangsläufig sauber

    Dieselfahrzeuge mit dem Abgasstandard Euro 6 sind nicht automatisch sauber. Besonders Autos aus der Anfangszeit von Euro 6, die nach 2015 erstmals auf deutschen Straßen zugelassen worden sind, können vergleichsweise hohe Stickoxid-Werte aufweisen. Für solche Autos aus der Anfangszeit gilt dasselbe Problem wie bei Euro-5-Fahrzeugen: Vergleichsweise sauber sind diese Fahrzeuge nur auf dem Prüfstand, nicht aber im Realbetrieb auf der Straße.

    Deshalb wehrt sich beispielsweise Volkswagen-Chef Matthias Müller dagegen, dass Euro-6-Modelle automatisch eine blaue Plakette für eine freie Einfahrt in deutsche Innenstädte bekommen sollen. Es gebe Euro-5-Modelle aus dem VW-Konzern, die sauberer sind als so manches jüngere Euro-6-Fahrzeug, das erst später für den Straßenverkehr zugelassen worden ist.

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    VW-Chef Müller präsentiert Argumente gegen Diesel-Umrüstungen. Dadurch werde die Fahrzeugleistung gedrosselt – und Kunden würden das nicht mögen.

    Bei der Verteilung der Blauen Plakette sollte hingegen jeder individuelle Grenzwert eines einzelnen Modells betrachtet werden. Deshalb könnte es auch Euro-5-Modelle geben, denen nicht automatisch ein Fahrverbot drohe.

    Neuere Euro-6-Fahrzeuge aus dem VW-Konzern gelten als ziemlich sauber, das wird dem Wolfsburger Unternehmen inzwischen sogar von Umweltverbänden bescheinigt. Probleme gibt es hingegen dem Vernehmen nach mit Fabriken aus dem Ausland, besonders bei asiatischen Herstellern.

    Völlig problemlos sind die neuen Fahrzeuge mit dem sogenannten „Euro-6-temp“-Standard. Diese Autos kommen erst jetzt nach und nach auf die Straßen. Sie durchlaufen einen völlig neuen Zulassungszyklus nach dem sogenannten WLTP-Verfahren. Bei diesen Autos gibt es keinen allzu großen Unterschied mehr bei den gemessenen Abgaswerten auf dem Prüfstand und im realen Straßenverkehr. Wer heute einen Diesel mit dem Standard Euro-6-temp kauft, muss überhaupt keine Fahrverbote mehr fürchten.

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