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15.03.2019

00:51

Nach Flugzeugabsturz

Boeing setzt Auslieferung von 737-Max-Maschinen aus

Während Experten die Blackbox des in Äthiopien verunglückten 737-Max-Fliegers auswerten, stoppt Boeing vorerst die Auslieferung der Modell-Reihe. Die Produktion geht allerdings weiter.

Boeing setzt die Auslieferung der Boeing 737-Max-Reihe aus. AP

Boeing

Boeing setzt die Auslieferung der Boeing 737-Max-Reihe aus.

Washington/New YorkEinen Tag, nachdem die USA ein Startverbot für Flugzeuge der Boeing-737-Max-Reihe erlassen haben, setzt der Luftfahrtkonzern die Auslieferung der Maschinen aus. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Produktion werde aber trotz der „Lieferpause“ fortgesetzt, sagte ein Boeing-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage. Nach Angaben auf der Homepage des Konzerns haben mehr als 100 Kunden insgesamt rund 5000 der Flugzeuge bestellt.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Mittwoch die infolge des Absturzes einer Boeing 737-Max-8 in Äthiopien und dem Crash einer baugleichen Maschine im Oktober in Indonesien ein Startverbot für den Flugzeugtyp verhängt. Als einen Grund gab die Behörde an, dass Untersuchungen Ähnlichkeiten bei den beiden Abstürzen ergeben hatten.

Die Behörde sah allerdings bis in der Nacht zu Mittwoch keine Grundlande für eine solche Maßnahme. Der Entschluss der US-Flugaufsicht folgte erst, nachdem immer mehr Länder und Airlines Start- und Landeverbote für Maschinen der betroffenen Boeing-Serie erließen. Druck machten auch Gewerkschaften von Flugbegleitern und Politiker beider Parteien. Sie forderten, das betroffene Flugmodell so lange am Boden zu lassen, bis die Unfallursache bekannt ist.

Boeing selber hatte am Mittwoch ein weltweites Startverbot für alle 371 bislang ausgelieferten Maschinen des Verkaufsschlagers empfohlen. In einer Mitteilung betonte der Konzern, weiterhin „vollstes Vertrauen in die Sicherheit der 737-Max“ zu haben. Dennoch unterstütze das Unternehmen nach Absprachen mit den Sicherheitsbehörden die Entscheidung der FAA.

Experten untersuchen Flugschreiber

Die französische Untersuchungsbehörde für Flugunfälle (BEA) hat unterdessen ein Foto von dem Flugschreiber der abgestürzten Maschine veröffentlicht. Es zeigt den Datenrekorder, der in der Mitte intakt, aber an den Rändern beschädigt wirkte. BEA-Sprecher Sébastien Barthe sagte, bislang sei unklar, ob die Daten aus dem Gerät ausgelesen werden können. Die technische Arbeit an den am Donnerstag erhaltenen Daten- und Stimmenrekordern werde am Freitag beginnen.

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Die BEA verfügt über Software, die zum Auslesen und Decodieren der Daten benötigt wird. Außerdem hat sie viel Erfahrung bei der Untersuchung von Flugunfällen. Die BEA-Techniker sollen bei ihrer Arbeit von US-Experten unterstützt werden.

Bei dem Absturz der Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kamen am Sonntag alle 157 Insassen ums Leben. Im Oktober war in Indonesien eine Boeing gleichen Typs mit 189 Menschen abgestürzt. Mehr als 40 Länder verhängten nach dem zweiten Crash ein Flugverbot gegen den Boeing-Typ, der bislang ein Erfolgsmodell des US-Herstellers war.

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