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12.01.2022

15:29

Nach Insolvenz

Gericht beruft Insolvenzverwalter für Teile der MV Werften

Von: Volker Votsmeier

Sanierungsexperte Christoph Morgen soll das Unternehmen durch die Insolvenz führen. Priorität erhalten die Auszahlung der Gehälter – und der Fertigbau der Global One.

Die Werften-Gruppe hat beim Amtsgericht Schwerin den Insolvenzantrag eingereicht. dpa

MV Werften stellen Insolvenzantrag

Die Werften-Gruppe hat beim Amtsgericht Schwerin den Insolvenzantrag eingereicht.

Düsseldorf Das Amtsgericht Schwerin hat das Insolvenzverfahren über Teile der angeschlagenen MV Werften eröffnet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter für vier der acht Gesellschaften sei der Rechtsanwalt Christoph Morgen berufen worden, teilte ein Gerichtssprecher am Mittwoch mit. Morgen ist Sanierungsexperte der Kanzlei Brinkmann & Partner. Eine Entscheidung über einen Verwalter für vier weitere Gesellschaften stehe noch aus.

Die MV Werften mit Standorten in Rostock, Wismar und Stralsund sowie der Lloyd Werft in Bremerhaven und weiteren Tochtergesellschaften hatten zu Wochenbeginn Insolvenz angemeldet. Zuvor war in Gesprächen von Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern mit dem asiatischen Eigner Genting Hongkong keine Lösung für die weitere Finanzierung der Werft gefunden worden.

In einem ersten Schritt arbeite man mit Hochdruck an der Auszahlung der Gehälter für die rund 2000 Mitarbeiter, teilte der Insolvenzverwalter mit. Er kümmert sich vorerst um die zur Gruppe gehörenden Gesellschaften MV Werften Rostock, MV Werften Stralsund, MV Werften Wismar und MV Werften Fertigmodule in Wismar.

„Die MV Werften Gruppe hat die Dezembergehälter nicht ausgezahlt. Umso dringlicher ist für die Mitarbeitenden jetzt, dass sie nun zügig für ihre geleistete Arbeit entlohnt werden. Sie brauchen ihr Geld schnell. Mein Team und ich haben die Insolvenzgeldvorfinanzierung bereits in die Wege geleitet“, sagte Morgen. Die Umsetzung werde noch „ein paar Tage dauern“.

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    Kreuzfahrtschiff soll fertig gebaut werden

    Der Anwalt weckte auch Hoffnung, dass es mit einem Großauftrag der Werftengruppe weitergeht. „Das Kreuzfahrtschiff ‚Global One‘ möchte ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MV Werften und den Zulieferern in Wismar zu Ende bauen. Dazu werde ich unmittelbar Gespräche mit allen Beteiligten aufnehmen, um die Voraussetzungen für eine Fertigstellung des Schiffes zu erarbeiten“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter. Das rund 1,5 Milliarden Euro teure Schiff soll bereits zu rund zwei Dritteln fertiggestellt worden sein.

    Die Bundesregierung war bereit, Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro bereitzustellen, damit das Kreuzfahrtschiff auf der Werft in Wismar fertig gebaut werden könne. Im Gegenzug verlangte der Corona-Rettungsfonds WSF vom Eigentümer 60 Millionen Euro frisches Eigenkapital sowie Bürgschaften in Höhe von 600 Millionen Euro. Daran scheiterten die Verhandlungen letztlich.

    Der vorläufige Insolvenzverwalter erklärte, dass es nun wichtig sei, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Zunächst wolle er sich einen Überblick über die wirtschaftliche und finanzielle Situation der MV Werften Gruppe verschaffen. Zugleich müssten Verhandlungen zwischen Landesregierung und Bundesregierung, Betriebsräten und IG Metall sowie Genting als Auftraggeber für Kreuzfahrtschiffe in die Wege geleitet werden.

    Die Werften gehören seit 2016 dem börsennotierten Glücksspiel- und Kreuzfahrtkonzern Genting, der aufgrund der Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Hinter dem verzweigten Konzern steht der malaysische Milliardär Lim Kok Thay.

    Mit Agenturmaterial.

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