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24.07.2018

07:37

Nach Verhaftung des Audi-Chefs

VW-Vorständin Hiltrud Werner – „Aufsichtsrat sollte Stadler nicht weiter demütigen“

Von: Lisa Oenning

Die mächtigste Frau von VW stellt sich hinter den inhaftierten Stadler. BMW-Vorstand Duesmann soll ihn als Audi-Chef ablösen. VW-Vorständin Hiltrud Werner sieht das als Demütigung Stadlers.

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DüsseldorfKlare Worte aus dem Volkswagen-Konzern: Hiltrud Werner, Vorständin im Bereich „Integrität und Recht“, hält es für falsch, den derzeit inhaftierten Audi-Chef Rupert Stadler aus seinem Amt zu entlassen. „Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber wenn jemand auf diese Weise gedemütigt wird, denke ich, dass ein Aufsichtsrat ihn nicht weiter demütigen muss“, sagte sie in einem Interview mit der „Financial Times“.

Werner wies zudem darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft bisher noch keine Anklage gegen Stadler erhoben oder klare Beweise für ein mögliches Fehlverhalten des Audi-Chefs vorgewiesen habe. Auf Stadler soll an der Audi-Spitze nach Handelsblatt-Informationen BMW-Vorstand Markus Duesmann folgen. VW bestätigte mittlerweile, dass Duesmann in den VW-Vorstand einziehen soll.

Die Stelle des Audi-Chefs war vakant geworden, nachdem dieser im vergangenen Monat in Untersuchungshaft genommen worden war. Die Staatsanwaltschaft München wirft Stadler vor, dass er die Aufarbeitung des Abgasskandals behindert haben soll. Er weist jedoch jegliche Vorwürfe zurück.

Schon zu Beginn von Stadlers Untersuchungshaft hieß es in Konzernkreisen, dass seine Rückkehr auf den Chefposten bei Audi ausgeschlossen sei. Vorübergehend wurde Vertriebsvorstand Bram Schot mit der Leitung der VW-Tochter betraut.

Stadler einfach so zu feuern, zeige Werner zufolge, dass keine Lehren aus dem Selbstmord des früheren Siemens-Finanzchefs Heinz-Joachim Neubürger gezogen worden seien. Der einst angesehene deutsche Top-Manager kämpfte jahrelang um seine Unschuld in einer Schmiergeldaffäre um den Dax-Konzern. Anfang 2015 nahm er sich schließlich das Leben. Bis zuletzt hatte Neubürger seine Unschuld beteuert.

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Im Gespräch mit der „Financial Times“ erinnerte VW-Vorständin Werner daran, dass dessen Selbstmord ernsthafte Diskussionen darüber ausgelösten hätten, ob die Staatsanwaltschaft zum damaligen Zeitpunkt zu weit gegangen sei.

„Wo steht die Wahrheit im Mittelpunkt einer Untersuchung und wo die Demütigung?“, fragte Werner. „Ich denke an das, was ich in der damaligen Diskussion beobachtet habe – und leider ist alles daraus vergessen worden.“

Auch bemängelte Werner den Umgang der Medien mit Stadler. Insbesondere kritisierte sie die Grafik eines Boulevardmediums, die den Audi-Chef mit Handschellen zeigt und ihn als „Herr der Ringe“ bezeichnet – eine Anspielung auf die vier Ringe der Marke der Audi.

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