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11.06.2018

19:53 Uhr

Neue Autopilot-Software im August

Elon Musk liebäugelt mit Zusatzraketen für Tesla-Sportwagen

VonAxel Postinett

Neue Software, „voll selbstfahrende Features“ und Raketentechnik: Elon Musk weiß, wie man Investoren bei Laune hält. Die Aktie zog am Montag kräftig an.

Künftig auch mit Raketenantrieb? Reuters

Tesla Roadster 2

Künftig auch mit Raketenantrieb?

San FranciscoIm August wird laut Elon Musk für die existierenden Tesla-Modelle eine neue Softwareversion ausgespielt, die „erste Features für vollständig selbstfahrende Autos“ beinhalten soll. Die Ankündigung verlieh der Tesla-Aktie Flügel, sie lag im Mittagshandel an der Wall Street gut elf Dollar oder 3,3 Prozent im Plus, während die breiten Marktindizes praktisch unverändert notierten.

„Bislang haben wir uns richtigerweise völlig auf die Sicherheit konzentriert. Ab der Version 9 der Software werden wir erste Features für völlig selbstständiges Fahren freischalten“, twitterte CEO Elon Musk am Wochenende. Teslas „Autopilot“ ist bislang eine Sammlung von Fahrassistenzsystemen, die nach mehreren schweren Unfällen zuletzt stark in der Kritik standen. Laut Musk wird die neue Softwareversion deutliche Verbesserungen und Fehlerkorrekturen beinhalten.

Aber vielleicht war ja auch eine andere Meldung für den raketenartigen Anstieg verantwortlich. Am Wochenende sprach Musk von Plänen, Raketentechnik in künftigen Modellen einzusetzen. Eine Idee, die selbst eingefleischten Tesla-Fans suspekt vorkam. Am Sonntag allerdings konkretisierte der CEO seine Idee in einem Tweet.

Der für 2020 geplante Sportwagen Roadster könnte dem Tweet zufolge mit einer Art „Kaltgas“-Rakete ausgerüstet werden. Bis zu zehn Booster, rund um das Fahrzeug verteilt und „nahtlos“ in die Karosse integriert, sollen einen kurzen zusätzlichen Schub bei der Beschleunigung liefern, den Bremsvorgang verstärken – man denke an die Schubumkehr bei Passagierflugzeugen – und sogar Kurvenfahrten beschleunigen.

Was sich wie futuristische Zukunftsmusik anhört, hat einen realen Hintergrund in der Raketentechnik. Spezielle, leichtgewichtige Steuerraketen werden seit Langem dazu genutzt, Raumkapseln oder Raumstationen durch gezielte Schübe zu beschleunigen oder zu positionieren.

Und auch ein deutscher Technologiepionier liebäugelt mit ähnlicher Technik: Bosch hat kürzlich ein Projekt vorgestellt, um mithilfe von einem Gasdruck-Stoß zusätzlich Haftung für die Reifen zu liefern. So könnte ein rutschendes Motorrad wieder stabilisiert und ein Sturz verhindert werden. Das Bosch-System sieht einen Gastank – ähnlich wie bei einem Airbag – vor und ist nur einmal nutzbar. Musk plant, die Zusatz-Booster während der Fahrt über elektrisch betriebene Pumpen wieder aufzuladen.

Der Plan sieht bislang vor, die in Anlehnung an Musks Weltraum-Start-up „SpaceX-Paket“ genannte Ausrüstung als Option anzubieten. Sie wird dann die beiden Rücksitze, laut Musk „Kindersitze“, ersetzen. Preise werden noch nicht genannt.

Und Musk wäre nicht Musk, wenn er nicht noch eine kleine humoristische Note anfügen würde: „Wer weiß“, beendet er seinen Tweet, „vielleicht werden die Raketen sogar helfen, einen Tesla fliegen zu lassen.“

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