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08.11.2018

17:27 Uhr

Neues E-Auto aus Emden

VW fordert Tesla mit einem Einstiegsmodell heraus – Der Kleinbus Buzz geht nach Hannover

VonStefan Menzel

Der Volkswagen-Konzern baut die Produktion von Elektroautos aus. In fünf Jahren soll ein neues Einstiegsmodell in Emden gefertigt werden.

Der ID Buzz wird künftig in Hannover produziert, ein Elektro-Einstiegsmodell kommt in fünf Jahren aus Emden. dpa

Die Elektrozukunft wird real

Der ID Buzz wird künftig in Hannover produziert, ein Elektro-Einstiegsmodell kommt in fünf Jahren aus Emden.

WolfsburgVolkswagen steht vor einem großangelegten Umbau seiner deutschen Werke. Die Fabriken in Emden und in Hannover werden in Zukunft zum überwiegenden Teil reine Elektroautos mit Batterieantrieb produzieren. Emden soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen komplett auf E-Autos umgestellt werden.

Die Fabrik in Ostfriesland soll dafür ein neues Einstiegsmodell auf Elektrobasis im Format eines Polo oder T-Roc bekommen. Intern wird das Auto in Wolfsburg als CUV („Crossover Utility Vehicle“) bezeichnet. Das Handelsblatt hatte zu Wochenbeginn erstmals über die Pläne berichtet.

In Emden wird heute noch in erster Linie der Passat und der etwas größere Ableger Arteon produziert. Doch das Segment schrumpft von Jahr zu Jahr stärker, die klassische Limousine hat keine große Zukunft mehr. Deshalb will Volkswagen das Werk komplett auf die Fertigung von Elektroautos umrüsten und damit auch die Zukunft der Fabrik mit seinen etwa 9000 Beschäftigten dauerhaft sichern.

Vorbild ist das VW -Werk in Zwickau, das schon jetzt ausschließlich auf E-Autos umgerüstet wird. Dort wird von Ende kommenden Jahres an der ID Neo gefertigt, das erste E-Modell von Volkswagen mit einer Reichweite von etwa 500 Kilometern im Golf-Format.

In Emden werden voraussichtlich noch bis zum Jahr 2023 Passat-Modelle hergestellt, wie aus Konzernkreisen in Wolfsburg verlautete. Das neue Elektro-Einstiegsmodell in Polo-Größe bekommt eine Schlüsselrolle für das Werk in Emden. Es wird dort voraussichtlich nicht nur als Volkswagen, sondern auch für andere Marken aus dem Volkswagen-Konzern produziert.

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Bislang gibt es nur ein einziges Werk, das VW auf die Produktion von Elektroautos umrüstet. Doch schon bald könnten neue Fabriken dazukommen.

Offiziell wollte der Konzern die Überlegungen nicht kommentieren. Endgültig beschlossen ist dazu noch nichts. In der kommenden Woche muss der Aufsichtsrat noch die Freigabe für die neuen Elektropläne erteilen. Das oberste Kontrollgremium muss über die Investitionspläne für die kommenden zehn Jahre entscheiden. Im vergangenen Jahr hatte der Aufsichtsrat schon 34 Milliarden Euro für fünf Jahre verteilt.

Die Zustimmung der Arbeitnehmerseite zu diesen Plänen ist allerdings noch nicht gesichert, die Verhandlungen dürften bis in die kommende Woche andauern. Bei den Arbeitnehmervertretern ist die Sorge groß, dass bei der Fertigung von Elektroautos deutlich weniger Personal benötigt wird als bislang. Deshalb verlangen Betriebsrat und Gewerkschaft klare Zusagen für die Beschäftigtenzahlen in den deutschen VW-Werken, also allen voran für Emden und Hannover. Die Standorte dürften auch nach der Umstellung auf die E-Auto-Produktion nicht unter eine Mindestgröße schrumpfen, hieß es auf Arbeitnehmerseite.

Die Verteilung der neuen E-Autos hatten schon in der Planungsrunde des vergangenen Jahres für Verstimmungen zwischen Arbeitnehmern und Vorstand geführt. Ursprünglich hatten die Planungen des Konzerns vorgesehen, dass die Elektroproduktion im slowakischen Bratislava konzentriert wird. Die erste VW-Fabrik ausschließlich mit Elektrofahrzeugen ist dann aber Zwickau in Sachsen geworden.

Das neue und bislang unbekannte Einstiegsauto, das künftig aus Emden kommen soll, dürfte vor allem eine Herausforderung für Tesla werden. VW-Konzernchef Herbert Diess hatte schon vor wenigen Wochen angekündigt, dass Volkswagen ein Elektromodell zum halben Preis eines Tesla anbieten wolle. Wahrscheinlich hat er dabei bereits an das neue ID CUV aus Emden gedacht, ohne das Auto explizit zu erwähnen.

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Volkswagen will das neue Elektroauto für weniger als 20.000 Euro verkaufen. Mit der Verwendung der neuen Elektroplattform MEB verspricht sich der Wolfsburger Autohersteller wesentliche Produktivitätsfortschritte. Jedes neue Elektroauto soll voraussichtlich in weniger als 13 Stunden produziert werden. Bei einem herkömmlichen Modell sind die Fertigungszeiten ungefähr doppelt so lang. „Damit wird die Herstellung eines solchen Autos auch an einem Hochlohnstandort wie Emden dauerhaft möglich“, sagte ein Insider in Wolfsburg. Von diesem Auto sollen jährlich etwa 200.000 Exemplare produziert werden.

Das neue ID CUV wird nicht das einzige Elektromodell bleiben, das im nächsten Jahrzehnt im Volkswagen-Werk in Emden produziert wird. Der VW-Konzern bereitet dort auch die Fertigung des ID Aero in zwei Varianten vor. Dieses Auto hat in etwa die Größe eines heutigen Passat, entsteht allerdings ebenfalls auf Basis des neuen Elektrobaukastens MEB. Mit diesem zweiten Modell will Volkswagen die Vollauslastung des Werkes in Emden erreichen, eine Jahresfertigung von insgesamt 300.000 gilt dort als wahrscheinlich.

Das Transporterwerk in Hannover wird im Unterschied zu Emden nur zum Teil mit neuen Elektrofahrzeugen gefüllt. In Konzernkreisen in Wolfsburg wird bestätigt, dass die VW-Fabrik in Hannover etwa vom Jahr 2022 an den neuen Kleinbus ID Buzz auf der MEB-Plattform produzieren wird. Geplant ist eine jährliche Stückzahl von etwa 100.000 Stück.

Parallel sollen in Hannover aber immer noch Transporter mit Verbrennungsmotor hergestellt werden. Volkswagen lässt offen, wie lange es diese Parallelproduktion geben wird. Es gilt jedoch als sicher, dass Volkswagen auch diese Fabrik langfristig auf eine reine Elektrofertigung umstellen wird.

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Das Ende für den Volkswagen Passat in Emden bedeutet jedoch nicht das komplette Aus für dieses Auto. Den Passat wird es – wenn auch in kleinerer Stückzahl – auch nach dem Jahr 2022 noch geben. Volkswagen will die Produktion dieses Autos in ein Werk der tschechischen Konzerntochter Skoda verlegen. In Kvasiny, im Nordosten Tschechiens, läuft bereits der Skoda Superb vom Band. Dieses Auto hat ungefähr die Größe eines VW Passat. Deshalb bietet sich die gemeinsame Fertigung im tschechischen Skoda-Werk an.

Die Verlagerung des Passat nach Tschechien zwingt allerdings auch Skoda zu einer weitergehenden Veränderung seiner Produktionspläne. Der Passat verdrängt in Kvasiny andere Modelle wie ein SUV von Skoda, für das dann wiederum Produktionskapazitäten fehlen. Volkswagen will Skoda dafür ein komplett neues Werk bauen. Im Gespräch ist ein Standort in Osteuropa, beispielsweise in Bulgarien. Wie ergänzend aus Konzernkreisen verlautete, wird in Wolfsburg allerdings auch die Türkei für die Milliardeninvestition in Betracht gezogen.

In dieser neuen Fabrik des Konzerns sollen voraussichtlich nicht nur Skoda-Modelle produziert werden, sondern auch Fahrzeuge anderer Konzernmarken. Skoda könnte allerdings die operative Führung übernehmen. Die neue Fabrik bekäme so etwas wie eine Überlauffunktion, um den Produktionsbedarf mehrerer Marken zu decken.

Kommentare (2)

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Herr Gerd Hohn

09.11.2018, 12:52 Uhr

VW hat nichts verstanden.
Zuerst bescheißt VW Kunden mit Dieselfahrzeugen.
Dann neppt VW Kunden mit Batteriefahrzeugen.
Von Brennstoffzellen scheint das Management von VW noch nichts gehört zu haben.
Toyota und Hyundai schon.

Frau Nicole Bartels

09.11.2018, 14:57 Uhr

Nun geht es endlich in die richtige Richtung. Für den Klimaschutz braucht es konsequente Umrüstung auf Elektromobilität. Das Blockieren dieser Tatsache und den Aufschub und der Erhalt alter Technologien wäre eine fatale Fehlentscheidung. Es stehen neue spannende Ressourcen emissionsfreier Energien bereit. Eine der revolutionärsten Entdeckungen für die Menschheit des 21.Jahrhunderts ist die Nutzung von Neutrino-Energy. Prof.Konstantin Meyl und das Team der Berliner Neutrino Energy Group sind bereits in der Entwicklung eines Prototypen involviert. http://motorzeitung.de/news.php?newsid=455551 diese neue Technologie eines unendlichen Antriebs durch Neutrino-Energy wird die Zukunft der Elektromobilität mitbestimmen.
Davon war auch der kürzlich verstorbene Prof.Hawking, Mitglied des Advisory Boards der Neutrino Group, überzeugt. Wenn VW noch besser Planen will, dann in sollte man in diese Technologie mit unendlicher Reichweite und weniger Material Aufwand investieren.


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