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14.05.2018

12:48

Der japanische Autobauer erwartet im kommenden Quartal einen drastischen Gewinnrückgang. AP

Nissan-Logo in der Zentrale in Yokohama

Der japanische Autobauer erwartet im kommenden Quartal einen drastischen Gewinnrückgang.

Tokio Der japanische Renault-Partner Nissan hat am Montag seine Jahresbilanz für das erste Jahr nach Carlos Ghosn vorgelegt. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Nissan hat im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2017 den Absatz um 2,6 Prozent auf 5,8 Millionen Autos gesteigert. 
  • Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 11,9 Billionen Yen (91 Milliarden Euro).
  • Der Betriebsgewinn sackte jedoch wegen eines Skandals um Qualitätsprüfungen in Japan und Klagen in den USA um 23 Prozent auf 575 Milliarden Yen (4,4 Milliarden Euro) ab.
  • China rettete die Bilanz: Auch dank Überweisungen der dortigen Joint-Ventures stieg der Reingewinn um 12,6 Prozent auf 747 Milliarden Yen (5,7 Milliarden Euro). „Unsere Lage in China ist wirklich gut“, sagte Nissan-Chef Hiroto Saikawa.  

Das fällt positiv auf

Wachstum in Asien: In Japan kommt Nissans neues Hybridsystem e-Power sehr gut an. Bei dem System wird der Wagen von einem Elektromotor angetrieben. Ein kleiner Benzinmotor dient lediglich als Stromgenerator. Daher stieg der Absatz in Japan, obwohl Nissan wegen eines Skandals um Qualitätsprüfungen die Produktion für mehrere Wochen einstellen musste. 

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Der 63-Jährige wird auch die kommenden vier Jahre den Kurs des Autobauers steuern. Einen möglichen Nachfolger gibt es bereits.

In seinem wichtigsten Wachstumsmarkt China erhöhte Nissan den Absatz um satte 12,2 Prozent auf 1,5 Millionen Autos. „Der Aufschwung setzt sich fort“, sagte Saikawa. Dieses Jahr wird das Reich der Mitte daher höchstwahrscheinlich die USA als Nissans größten Markt ablösen.

Das fällt negativ auf

Schwäche in westlichen Märkten: In den USA hat Nissan etwas weniger Autos verkauft als im Jahr zuvor. Ein Grund ist der schrumpfende Markt. Doch teilweise war dies Absicht. Der Konzern senkt den Verkauf von Firmenwagen und die Rabatte. Stattdessen konzentriert sich Nissan sich auf Privatkunden. So will Nissan endlich wieder mehr Gewinne machen. Der Betriebsgewinn in Nordamerika sackte 2017 immerhin um 30 Prozent auf 200 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) ab.

Nissans Gewinne in Europa sind zwar auf niedrigem Niveau stabil. Dafür sank der Absatz in Westeuropa um 4,6 Prozent auf 652 000 Autos, obwohl der Gesamtmarkt wuchs. Und in Russland, einem wichtigen Markt Nissans, legte Nissan weniger stark zu als viele Rivalen. 

Was jetzt passiert

Schlechte Prognose: Für 2018 erwartet Nissan zwar, dass der Absatz um 2,7 Prozent auf 5,9 Millionen Pkws steigt. Aber dies wird nur gelingen, wenn China und Japan wie geplant weitere Einbußen in den USA und Europa wettmachen. Immerhin hofft Nissan, die Gewinne in den USA mit neuen Produkten zu stabilisieren.

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Das eigentliche Problem ist allerdings, dass Nissan für das laufende Jahr einen Einbruch des Reingewinns um gleich ein Drittel auf 500 Milliarden Yen vorhersagt. Denn die Einnahmen sollen stagnieren, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Rohstoffe steigen. Zudem erwartet Nissan Wechselkursverluste von einer Milliarden Euro. 

Nissan droht damit den Anschluss an den Erzrivalen Toyota zu verlieren. Japans größte Marke hatte der vorige Woche für 2017 einen neuen Rekordgewinn bilanziert. Toyotas Aktienkurs stieg seither um 6,6 Prozent. Mit dieser Prognose dürfte Nissan kaum mithalten können. 

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