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07.06.2019

10:19

Oleg Deripaska

Russischer Oligarch macht US-Sanktionsbehörde für Milliardenschaden verantwortlich

Von: Mathias Brüggmann

Oleg Deripaska behauptet, dass ihm durch die mittlerweile aufgehobenen US-Sanktionen ein Schaden in Milliardenhöhe entstanden sei. Deshalb will er nun gegen die Behörde klagen.

Der russische Oligarch geht gegen die Sanktionspolitik der US-Regierung an. Reuters

Oleg Deripaska

Der russische Oligarch geht gegen die Sanktionspolitik der US-Regierung an.

Berlin Zwischen dem russischen Aluminium- und Strom-Oligarchen Oleg Deripaska und der US-Sanktionsbehörde bahnt sich ein neuer Konflikt an. Der Russe wirft der OFAC auf seiner Website vor, ihm und Investoren seiner Firmen durch im April 2018 verhängte Sanktionen einen Schaden in Höhe von 15 Milliarden Dollar zugefügt zu haben. Nun klagt Deripaska gegen die US-Behörde.

Im Dezember hatte die OFAC den zuletzt wegen einer Affäre mit einem Escort-Modell ins Rampenlicht gerückten Multimilliardär von ihrer Sanktionsliste gestrichen. Dennoch geht der 51-Jährige nun gegen die Sanktionen an. Die von der US-Sanktionsbehörde erhobenen Vorwürfe, heißt es in der öffentlichen Erklärung, seien „ein schlecht recherchierter Bericht, der mit falschen Aussagen und sachlichen Ungenauigkeiten gespickt ist“.

Weiter heißt es: „Es ist empörend, dass es keine Beweislast zu geben scheint, die für die Bürokraten von OFAC erforderlich ist, um persönliche Vendetten zu genießen.“ Den Anschuldigungen liege „mehr als berufliche Inkompetenz“ zugrunde. „Es sieht aus wie grobes Fehlverhalten im öffentlichen Dienst und wirft erhebliche Fragen nach der Integrität und den wahren Absichten der Ermittlungen von OFAC auf.“

Deripaska ist nicht der einzige russische Oligarch, der scharfe Kritik an der US-Behörde übt. Der ebenfalls von US-Sanktionen betroffene Russe Wiktor Wekselberg warf der OFAC in einem Interview vor, sie wolle Russland absichtlich Ärger bereiten.

Wekselberg ist laut dem US-Magazin „Forbes“ mit einem geschätzten Vermögen von 11,5 Milliarden Dollar der elftreichste Mann Russlands. Er ist ein bekannter Investor. Wekselberg ist unter anderem beteiligt an den Schweizer Maschinenbauern Oerlikon und Sulzer sowie an zahlreichen russischen Firmen. Im Jahr 2017 saß er bei Donald Trumps Amtseinführung auf der Ehrentribüne und traf bereits mehrmals dessen früheren Anwalt Michael Cohen.

Durch die Sanktionen dürfen US-Bürger keine Geschäfte mehr mit ihm machen, ihm keine Aktien abkaufen sowie ihm und seinem Firmen kein Geld mehr leihen. Wekselberg darf nicht mehr in die USA einreisen – obwohl seine Tochter und sein Enkel dort leben.

Die Sanktionen galten bis Ende des vergangenen Jahres auch für Deripaska, der den Energiekonzern EN+, den Aluminiumriesen Rusal und den Autohersteller GAZ Group kontrolliert. Das auf Geldranglisten spezialisierte „Forbes“-Magazin führt ihn noch auf Platz 30 der reichsten Russen mit einem geschätzten Vermögen von 3,6 Milliarden Dollar. 2014, im Jahr der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim, sollen es noch 6,5 Milliarden Dollar gewesen sein.

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