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20.12.2013

15:10 Uhr

Pflaster-Konzern

Evonik soll Verkauf von LTS Lohmann vorantreiben

Der Verkaufsprozess für LTS Lohmann war zuletzt ins Stocken geraten. Nun soll Evonik doch wieder in das Rennen um den Pflaster-Hersteller einsteigen. Der Chemieriese stellt allerdings Bedingungen.

Ein Pflaster bei der Arbeit: Der Schweizer Pharmariese Novartis ist mit rund 43 Prozent an LTS Lohmann beteiligt und größter Einzelaktionär. Reuters

Ein Pflaster bei der Arbeit: Der Schweizer Pharmariese Novartis ist mit rund 43 Prozent an LTS Lohmann beteiligt und größter Einzelaktionär.

Düsseldorf/FrankfurtDer Chemieriese Evonik soll Finanzkreisen zufolge doch wieder ins Rennen um den Medizinpflaster-Hersteller LTS Lohmann einsteigen. Die Eigentümer des Unternehmens aus Andernach, zu denen SAP -Großaktionär Dietmar Hopp gehört, wollen damit Bewegung in die festgefahrenen Verkaufsgespräche bringen, wie mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Der Essener Konzern sei angesprochen worden, ob er nicht doch noch ein Gebot für LTS Lohmann vorlegen wolle. Evonik wolle sich darauf aber nur dann einlassen, wenn die Eigner ihre Preisvorstellungen überdächten und ihre internen Zwistigkeiten überwänden. Eine Entscheidung gebe es noch nicht.

Der Verkaufsprozess für LTS Lohmann war zuletzt ins Stocken geraten. Zwei Finanzinvestoren hatten Interesse signalisiert: Der französische Investor Wendel und Nordic Capital aus Schweden hatten Gebote eingereicht, die LTS Lohmann mit rund 1,2 Milliarden Euro bewerten. Doch die Verkäufer hatten rund 1,4 Milliarden Euro für LTS Lohmann aufgerufen. Das wollte Evonik nicht zahlen – und verabschiedete sich schon vor Monaten aus dem Bieterrennen. Dies könnte sich nun wieder ändern. Evonik müsste freilich noch die Bücher bei LTS Lohmann genau prüfen, bevor es zu einer Entscheidung komme, hieß es in den Kreisen. Analysten zufolge will der Börsenneuling Evonik sein Wachstum auch mit Zukäufen ankurbeln.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Größter Einzelaktionär von LTS Lohmann ist der Schweizer Pharmariese Novartis mit rund 43 Prozent. Der Baseler Konzern ist zugleich einer der wichtigsten Kunden von LTS. Er sei bereit, beim Preis Konzessionen zu machen, hieß es in den Kreisen. Hopp ist mit rund 30 Prozent, die Stuttgarter Beteiligungsfirma BWK mit etwa 24 Prozent beteiligt. Der SAP-Mitgründer poche auf einen hohen Preis. Evonik wollte zu den Informationen ebensowenig Stellung nehmen wie die Eigentümer. Bei den Investoren kamen die Neuigkeiten gut an: Evonik-Aktien notierten im Plus.

LTS Lohmann erwirtschaftet mit rund 1100 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 286 Millionen Euro. Das Unternehmen sieht sich als einer der Erfinder des Nikotinpflasters, mittlerweile werden aber auch Wirkstoffe gegen Alzheimer, Parkinson oder das Restless-Legs-Syndrom über die Haut verabreicht. LTS hat für mehr als zehn Wirkstoffe Medikamentenpflaster im Angebot. Das Unternehmen stellt zudem im Auftrag anderer Pharmafirmen Arzneien in Form hauchdünner Plättchen her, die den Patienten auf der Zunge zergehen. LTS Lohmann hält nach eigenen Angaben mehr als 5000 Patente.

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rtr

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