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12.05.2019

16:29

Pharma

Teva und andere Pharmafirmen in den USA der Preisabsprache beschuldigt

Die Rede ist von den „schädlichsten Preisabsprachen in der Geschichte der USA“. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen zahlreiche Pharmaunternehmen.

Der Ratiopharm-Mutterkonzern soll in den USA Preisabsprachen getroffen haben. dpa

Teva

Der Ratiopharm-Mutterkonzern soll in den USA Preisabsprachen getroffen haben.

WashingtonIn den USA werden zahlreiche Pharmafirmen unerlaubter Preisabsprachen beschuldigt. 44 Bundesstaaten reichten am Freitag Klage gegen 20 Unternehmen ein, wie die Staatsanwaltschaften am Samstag bekanntmachten. Zu den Beschuldigten gehört auch der weltgrößte Generikahersteller Teva, der israelische Mutterkonzern der deutschen Ratiopharm. Die Firmen sollen mit ihren Absprachen die Preise teilweise um mehr als 1000 Prozent nach oben geschraubt und zudem den Wettbewerb bei Nachahmermedikamenten unterdrückt haben.

Teva wies die Vorwürfe zurück. Die Firma sei in keinerlei Aktivitäten verstrickt, die in eine zivil- oder strafrechtliche Verfolgung münden könnten. „Wir nehmen diese Anschuldigungen ernst und werden uns dagegen zur Wehr setzen“, bekräftigte Finanzchef Mike McClellan am Sonntag.

Der bereits am Freitag eingereichten Anklage zufolge ging es um jahrelange Absprachen zur Sicherstellung, dass die beteiligten Unternehmen ihren fairen Anteil bekamen. Im Zentrum soll Teva gestanden haben. 2012 habe sich die Lage verschärft. „Anscheinend unzufrieden mit dem status quo des 'fairen Anteils' und zur Vermeidung des Preisverfalls haben Teva und seine Mitverschworenen die ungeheuerlichsten und schädlichsten Preisabsprachen in der Geschichte der USA getroffen“, heißt es in der Anklageschrift.

Zwischen Juli 2013 und Januar 2015 seien Vereinbarungen getroffen worden, die Preise für 86 Medikamente beträchtlich anzuheben. Dabei sei es um Tabletten, Kapseln, Cremes und Salben zur Behandlung von Diabetes, hohem Cholesterin, Bluthochdruck, Krebs, Epilepsie und vielem mehr gegangen.

Nachahmermedikamente sind um einiges preiswerter als die Originalpräparate und ermöglichen somit den Betroffenen hohe Ersparnisse. „Generika gehörten zu den wenigen Schnäppchen im Gesundheitssystem der USA“, hieß es in der Klage. Das habe sich irgendwann geändert. Die hohen Preise für Medikamente stieß in den USA auf heftige Kritik über das ganze politische Spektrum. Nicht nur Präsident Donald Trump von den Republikanern griff die Branche wegen ihrer Preispolitik scharf an, sondern auch die oppositionellen Demokraten.

Zu den Beschuldigten der neuen Klage gehören neben den 20 Firmen auch 15 Einzelpersonen, die das System umgesetzt haben sollen. Von Sandoz, einer weiteren genannten Firma, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. An der Börse in Tel Aviv brachen die Teva-Aktien am Sonntag um elf Prozent ein.

Von

rtr

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