Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

19.10.2022

11:50

Pharmabranche

Laborausrüster Sartorius wächst langsamer als erwartet – Aktie stürzt ab

Von: Maike Telgheder

Der coronabedingte Nachfrageboom der vergangenen beiden Jahre bei dem Dax-Konzern ebbt ab. Sartorius ist beim erwarteten Umsatzwachstum nun etwas vorsichtiger.

Der Laborausrüster hatte in den vergangenen beiden Coronajahren vor allem in der Sparte Bioprocess Solutions von der hohen pandemiebedingten Nachfrage profitiert. Sartorius

Labor von Sartorius

Der Laborausrüster hatte in den vergangenen beiden Coronajahren vor allem in der Sparte Bioprocess Solutions von der hohen pandemiebedingten Nachfrage profitiert.

Frankfurt Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius ist im dritten Quartal langsamer als von den Märkten erwartet gewachsen. Für das Umsatzwachstum peilt das Unternehmen in diesem Jahr nun die untere Hälfte der bisher prognostizierten Bandbreite von neun bis 15 Prozent an, wie Sartorius am Mittwochmorgen mitteilte. Das sorgte an der Börse für eine heftige Kursreaktion. Die Aktie des Dax-Konzerns stürzte am Vormittag zeitweise um knapp 15 Prozent ab.

Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg hatte bereits seit Längerem angekündigt, dass sich das Wachstum des Unternehmens in diesem Jahr verlangsame, weil die coronabedingte Nachfrage nach den Produkten des Unternehmen zurückgehen werde.

Dennoch wächst das Unternehmen immer noch zweistellig. Der Umsatz stieg von Juli bis September um knapp 17 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um knapp 14 Prozent auf 354 Millionen Euro.

Sartorius hält am Margenziel fest

Unter dem Strich kletterte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 45 Prozent auf etwa 154 Millionen Euro. Analysten hatten aber ein höheres bereinigtes Ebitda von 357 Millionen Euro erwartet und ebenso einen höheren Gewinn.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der im vergangenen Jahr in den Dax aufgestiegene Göttinger Konzern hält für das laufende Jahr weiterhin an seinem Ziel fest, eine bereinigte Ebitda-Marge von 34 Prozent zu erreichen. „Allerdings bleiben die globalen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten hoch“, sagte Firmenchef Kreuzburg. Im dritten Quartal lag die Marge bei 33,6 Prozent.

    Sartorius hatte in den vergangenen beiden Coronajahren vor allem in der Sparte Bioprocess Solutions von der hohen pandemiebedingten Nachfrage profitiert. In diesem Geschäftsfeld bietet Sartorius eine breite Palette an Produkten und Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen an. Die Sparte wächst aber auch nach dem Coronaboom weiterhin zweistellig, weil weltweit immer mehr Biotech-Medikamente nachgefragt und hergestellt werden.

    Auch die zweite Unternehmenssparte, das Laborgeschäft, legte weiterhin zweistellig zu. Hier ging im Gegensatz zur Biotechnologiesparte auch der Auftragseingang nicht zurück.

    Auf die ersten neun Monate dieses Jahres gerechnet sank der Auftragseingang bei Sartorius wechselkursbereinigt um 9,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte in diesem Zeitraum auf Basis konstanter Wechselkurse gerechnet um 16,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

    Übernahmen tragen zum Wachstum bei

    Zukäufe wie die Mehrheitsbeteiligung an dem Reagenzien-Hersteller Cellgenix oder dem Zellkultur-Spezialisten Xell trugen zwei Prozent zum Wachstum bei. Ende September hatte Sartorius zudem die Übernahme des britischen Biopharma-Spezialisten Albumedix abgeschlossen, für den das Unternehmen umgerechnet knapp 500 Millionen Euro bezahlt hat.

    Das bereinigte operative Ebitda von Sartorius erhöhte sich in den ersten neun Monaten um 21,4 Prozent auf 1,05 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 33,8 Prozent, die knapp unter dem Vorjahreswert von 34,3 Prozent liegt.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×