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10.06.2022

10:13

Pharmakonzern

Bayer setzt sich in weiterem Glyphosat-Prozess in den USA durch

Ein Gericht in Missouri entschied nun zu Gunsten des Dax-Konzerns. Bayer hofft außerdem, dass sich der Supreme Court bald mit den Rechtsstreitigkeiten befasst.

Der Pharmakonzern hat mit der Übernahme von Monsanto hohe rechtliche Risiken auf sich genommen. dpa

Bayer

Der Pharmakonzern hat mit der Übernahme von Monsanto hohe rechtliche Risiken auf sich genommen.

Kansas City, Leverkusen Der Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer hat in den USA einen weiteren Prozess um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat gewonnen. Die Jury eines Gerichts in Kansas City im Bundesstaat Missouri entschied am Donnerstag (Ortszeit) zugunsten des Dax-Unternehmens. Das Herbizid sei nicht für die Erkrankung des Klägers Allan Shelton verantwortlich zu machen. Bayer begrüßte dies, sprach Shelton aber zugleich Mitgefühl aus.

Bayer hatte 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto, von dem der umstrittene glyphosathaltige Unkrautvernichter Roundup stammt, hohe rechtliche Risiken übernommen. Der Leverkusener Konzern hat sich in den USA nun zwar bereits in drei Glyphosat-Prozessen in Folge durchgesetzt, zuvor jedoch auch drei Verfahren in Serie verloren.

Bayer ist zudem noch mit zahlreichen weiteren ähnlichen US-Klagen konfrontiert.

Bayer gewinnt erneut in Glyphosat-Prozess

Das Urteil der Jury reflektiere die Beweislage, dass Roundup nicht die Ursache für die Krebserkrankung sei, erklärte ein Unternehmenssprecher. „Dieser Schluss entspricht den wissenschaftlichen Erkenntnissen der vergangenen 40 Jahre sowie der Bewertung von Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt, dass Roundup sicher verwendet werden kann und nicht krebserregend ist.“

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    Wichtig für die weitere Entwicklung dieser rechtlichen Großbaustelle dürfte eine in Kürze erwartete Entscheidung des obersten US-Gerichts über die Annahme eines Falls sein, in dem Bayer 2019 einen Schuldspruch kassiert hatte. Die Leverkusener hoffen, dass der Supreme Court das Urteil überprüft und kippt – was Signalwirkung für die vielen anderen Verfahren hätte.

    Bayer bildet Rücklagen für künftige Klagen

    Zuletzt sah es aber nicht danach aus, die US-Regierung riet den Richtern von der Annahme des Falls ab. Für den Fall, dass der Supreme Court sich mit dem Glyphosat-Verfahren nicht befassen will oder letztlich gegen Bayer entscheidet, hatte der Konzern im vergangenen Sommer zusätzliche Rückstellungen von 4,5 Milliarden Dollar gebildet.

    Mit diesem Geld will Bayer dann ein Programm aufsetzen, um in den kommenden 15 Jahren mit den Forderungen potenzieller neuer Kläger in den USA umzugehen. Nach Darstellung von Bayer ist Roundup bei sachgemäßer Verwendung sicher.

    Von

    dpa

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