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10.05.2022

08:51

Quartalsergebnis

Agrarsparte treibt Bayer-Gewinn: Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat sind begehrt

Von: Bert Fröndhoff

Der Konzern schlägt im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich. Bayer profitiert vor allem von der angespannten Lage auf den Agrarmärkten.

Im Agrargeschäft profitiert Bayer von deutlichen Preissteigerungen. Bayer AG

Forschung in der Bayer-Division Crop Science

Im Agrargeschäft profitiert Bayer von deutlichen Preissteigerungen.

Düsseldorf Bei der Bayer AG entwickelt sich die Agrarsparte Crop Science zum stärksten Gewinntreiber. Der Leverkusener Konzern profitierte im ersten Quartal 2022 von der angespannten Lage auf den weltweiten Agrarmärkten, die zu teils hohen Preissteigerungen bei Pflanzenschutzmitteln und Saatgut geführt hat. Der Umsatz von Bayer sprang um 14 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn (Ebitda) um 28 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.

Der Unkrautvernichter Glyphosat ist im Jahresvergleich aktuell doppelt so teuer. Auch andere Pflanzenschutzmittel sind in den wichtigen landwirtschaftlichen Märkten Nord- und Südamerika, Europa und Asien begehrt. Ein Grund dafür ist, dass Bauern ihre Ernteerträge hochhalten wollen, weil Lieferungen von Weizen und Mais aus der Ukraine und Russland ausfallen oder nur noch begrenzt zur Verfügung stehen.

Zudem ist das Angebot wegen der teuren Energie begrenzt. Das zeigte sich besonders bei Glyphosat, wo mehrere chinesische Hersteller wegen der hohen Gaspreise oder ausbleibender Lieferungen die Produktion drosselten. Der Geschäftsbereich Herbizide, in dem die Geschäfte mit Glyphosat und anderen Unkrautvernichtern gebündelt sind, legte beim Umsatz um 60 Prozent zu. Bei Fungiziden zur Pilzbekämpfung waren es 19 Prozent.

Insgesamt steigerte die um den zugekauften US-Konzern Monsanto erweitere Agrarsparte Crop Science den Quartalsumsatz um 22 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn lag um 50 Prozent höher bei 3,7 Milliarden Euro, was einer Gewinnmarge von 44 Prozent entspricht. Die Division lag damit deutlich über den von Analysten prognostizierten Werten. Das gilt auch für die gesamten Quartalsergebnisse von Bayer.

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    Im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten hatten die Analysten hingegen etwas mehr Gewinn erwartet. Die Division Pharmaceuticals kam zum Jahresauftakt auf einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro (plus 2,6 Prozent). Der bereinigte Gewinn sank um sieben Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Bayer begründet dies mit weiteren Investitionen in die Entwicklung und Vermarktung neuer Medikamente.

    Krebsmittel verzeichnet Umsatzplus von 60 Prozent

    So erreichte das neue Krebsmittel Nubeqa ein Umsatzplus von 60 Prozent, auch der langjährige Umsatzbringer Eylea zur Augenbehandlung wächst weiter stark. Beim absoluten Topprodukt, dem Gerinnungshemmer Xarelto, büßte Bayer hingegen Umsatz ein, weil neue staatliche Ausschreibe-Verfahren in China dort zu einem Preisrückgang führten.

    Bei den rezeptfreien Gesundheitsprodukten der Sparte Consumer Health steigerte Bayer den Umsatz um 17,2 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Dort waren besonders Mittel gegen Erkältung und Allergien gefragt. Der bereinigte Gewinn stieg um 33 Prozent auf 388 Millionen Euro.

    Im ersten Quartal haben sich mögliche negative Auswirkungen des Ukrainekriegs aufs Bayer-Geschäft noch nicht gezeigt. Der Konzern erwartet auch weiterhin keine signifikanten Effekte. An der Lieferung von Medikamenten und Saatgut nach Russland hält Bayer weiter fest und verweist auf die lebensnotwendige Bedeutung dieser Produkte.

    „Für den weiteren Jahresverlauf sind wir trotz der hohen Unsicherheit, unter anderem in Bezug auf die Stabilität der Lieferketten und der Energieversorgung, zuversichtlich und bestätigen die im März veröffentlichte währungsbereinigte Prognose für das Gesamtjahr“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Danach erwartet der Konzern ein Umsatzplus von fünf Prozent und einen Gewinnzuwachs auf zwölf Milliarden Euro.

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