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29.09.2018

07:57

Ratgeber

Diese 4 Punkte gilt es beim Autokauf zu beachten

Von: Christian Schnell

Weil der Verkaufsdruck der Autobranche groß ist, locken Händler mit günstigen Angeboten. Doch beim Kauf geht es um mehr als Technik und Design. Der Überblick.

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Autokauf: Worauf kommt es wirklich an?

Handelsblatt Live: Autokauf: Worauf kommt es wirklich an?

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München Das Verhältnis der Deutschen zum Auto ist legendär. Kaum ein anderes Volk der Erde begeistert sich so sehr für Technik und Design, gibt so viel Geld für Pflege und Wartung aus. Zudem ist das Auto trotz aller Skandale zuletzt noch immer ein Symbol für Status und Individualität. 46,5 Millionen Pkws sind neuen Zahlen zufolge auf deutschen Straßen unterwegs, seit Jahren steigt die Zahl.

Entsprechend oft stehen viele Menschen im Land somit vor der Frage, was für sie das richtige Fahrzeug wäre. Doch immer noch ist ein Autokauf auch eine Entscheidung zwischen Vernunft und Emotion. Das Handelsblatt hat deshalb einen Leitfaden zu den wichtigsten Fragen rund um den Autokauf zusammengestellt.

Wie ist die Ausgangslage? 3,44 Millionen Neufahrzeuge wurden 2017 in Deutschland zugelassen. Das ist der höchste Stand bisher in diesem Jahrzehnt, so der Branchenverband VDA. Der Druck auf den Vertrieb ist deshalb hoch, dieses Niveau in diesem Jahr mindestens zu halten.

Zudem wurden wegen des seit September geltenden neuen Messstandards WLTP für Abgasemissionen viele Autos noch schnell zugelassen, die nun auf den Markt drängen. „Zahlreiche zusätzliche günstige sehr junge Gebrauchte werden nun bis Ende des Jahres vermarktet werden müssen“, sagt Andreas Geilenbrügge vom Autobewerter Schwacke.

Gut also für Interessenten. Günstige Angebote finden sich bei jedem Händler. Das gilt auch für Gebrauchtwagen, wo die Auswahl ebenfalls riesig ist. Wer sich vorab informieren will, der findet im Internet jede Menge Angebote. Marktführer sind mobile.de und autoscout24.de.

1. Neu oder gebraucht?

Diese Frage entscheidet häufig der Geldbeutel. Gebrauchtfahrzeuge sind je nach Alter, Ausstattung und Kilometerleistung teils sehr viel günstiger, dann aber auch anfälliger für teure Reparaturen.

Eine günstige Alternative zum Neuwagen sind oftmals Jahreswagen. Deren Erstzulassung liegt, wie der Name schon sagt, weniger als ein Jahr zurück. Meist wurden sie vorher von Mitarbeitern des Herstellers gefahren. Das spricht für eine rücksichtsvolle Fahrweise und einen überschaubaren Kilometerstand.

Autofinanzierung: Kaufen oder leasen – was lohnt sich für wen?

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Beim Autokauf ist die Finanzierung ein wichtiger Faktor. Bei einer Barzahlung gibt es zwar oft Rabatte – für manche Käufer bringt Leasing aber Vorteile.

Händler bieten zudem häufig sogenannte Tageszulassungen an. Diese Fahrzeuge werden in der Regel einmal an- und wieder abgemeldet, ohne dass das Auto bewegt wird. Damit kann es mit einem höheren Rabatt verkauft werden. Der Käufer ist anschließend jedoch offiziell Zweitbesitzer, was bei einem späteren Wiederverkauf den Preis drückt.

Eine preisgünstige Alternative zum Neuwagen können auch Vorführwagen sein. Die wurden für einige Zeit für Probefahrten oder von Verkäufern genutzt und haben wenige Tausend Kilometer auf dem Tacho.

Noch günstiger sind die Autos von Autovermietern. Sie werden in der Regel nach einem halben Jahr ausgetauscht. Da sie aber von vielen unterschiedlichen Fahrern und dabei nicht immer pfleglich bewegt werden, ist hier eine gewisse Vorsicht angemessen. Zudem muss mit Kratzern im Lack und Beschädigungen gerechnet werden.

2. Diesel oder Benziner?

Noch vor drei Jahren hat sich über die Hälfte der Deutschen für einen Diesel entschieden, heute liegt der Anteil bei einem Drittel. Der Dieselskandal mit manipulierten Abgaswerten ist natürlich schuld, auch die Diskussion um Fahrverbote für den sogenannten Selbstzünder in Großstädten. Hersteller wie BMW halten dagegen und geben ein Rücknahmeversprechen, sollten in einer Gemeinde im Umkreis von hundert Kilometern um Wohn- oder Arbeitsort Dieselfahrverbote während der Laufzeit des Leasingvertrags verhängt werden.

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Unabhängig von dieser Diskussion rechnet sich ein Diesel generell eher für Vielfahrer. Wer beispielsweise mit einem Benziner flott auf langen Autobahnetappen unterwegs ist, muss mit spürbar höherem Verbrauch rechnen. Der hält sich beim Dieselfahrer selbst dann noch halbwegs in Grenzen. Das gilt auch für die beliebten großen SUVs, die weiterhin zumeist mit Dieselmotor verkauft werden.

3. Oder gleich ein Elektroauto?

Bislang überwiegt bei den Käufern die Skepsis. Was zum einen am deutlich höheren Preis im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor liegt, zum anderen an der bis dato überschaubaren Reichweite vieler Modelle. Ersterem versuchte die Bundesregierung entgegenzusteuern, indem sie 2016 einen Umweltbonus gewährte.

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Alte Diesel sollen nun doch nachgerüstet werden. Nachhaltiger wäre aber eine stärkere Förderung der Elektromobilität – vor allem beim Lieferverkehr.

4000 Euro fließen seither für reine Elektroautos, 3000 Euro für Hybridfahrzeuge, also die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Überzeugt hat das trotzdem nur wenige. Rund 70.000 Anträge auf Förderung wurden bis Ende Juli gestellt, mehr als die Hälfte von Unternehmen.

Wer als Privatmann Interesse an einem Elektroauto hat, sollte sich gleich auch Gedanken über das Laden der Batterie machen. Eine öffentliche Ladestation sollte gut erreichbar sein. Oder er lädt das Fahrzeug zu Hause, was in der Regel eine Garage erfordert.

Ein Ladevorgang an einer herkömmlichen Steckdose ist langwierig und überlastet häufig die heimische Stromanlage. Besser ist eine sogenannte Wallbox, die vom Elektriker installiert werden muss. Sie kostet in der Anschaffung ab 1000 Euro, muss deswegen als weiterer Kostenfaktor beim Elektroauto dazugerechnet werden.

4. Vollkasko, Teilkasko oder nur Haftpflichtversicherung?

Wer einen Unfall verursacht, der erkennt spätestens dann den Unterschied. Die Vollkasko zahlt den fremden und den eigenen Schaden. Die Teilkasko zahlt am eigenen Auto indes nur für Diebstahl, Brand-, Marder- und Unwetterschäden. Von der Haftpflichtversicherung wird lediglich der Unfallgegner entschädigt. Entsprechend unterscheiden sich auch die Beiträge von Vollkasko, Teilkasko und Haftpflicht.

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Innerhalb dieser Kategorien sind aber auch die Typklassen entscheidend. Sie zeigen, ob mit einem Modell wenige oder viele Unfälle verursacht werden und dabei niedrige oder hohe Schäden entstehen. Jedes Jahr werden sie angepasst, gerade kamen die neuesten Zahlen.

Demnach bleibt für knapp 30 Millionen Autobesitzer alles beim Alten. Für 5,4 Millionen gelten günstigere Typklassen, für 5,7 Millionen teurere. Generell sind große Limousinen, aber auch SUVs und Cabriolets in besonders teuren Typklassen vertreten.

Ein weiteres Merkmal zur Berechnung der Versicherungsprämie ist die Regionalklasse. Hier entscheidet der Hauptwohnsitz, was zu zahlen ist. Tendenziell ist das in ländlichen Gegenden weniger als im städtischen Bereich. Aber auch die Regionalklassen werden Jahr für Jahr überprüft.

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