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01.02.2019

17:10

„Der Gesellschaft etwas zurückgeben“ Reuters

Siemens-Chef Kaeser

„Der Gesellschaft etwas zurückgeben“

Reaktionen auf Kaeser-Vorstoß

Inklusiver Kapitalismus? Das denken unsere Instagram-Nutzer

Von: Steffen Daniel Meyer

Siemens-Chef Joe Kaeser fordert, dass Unternehmer der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten. Was dieses Etwas sein soll? Da gibt es ganz verschiedene Vorstellungen.

Wenn es nach den Instagram-Nutzern des Handelsblatts geht, sollten gute Unternehmer stärker soziale Projekte unterstützen und mehr in Bildung investieren. Damit haben sie eine andere Vorstellung von der Idee des „inklusiven Kapitalismus“, die Siemens-Chef Joe Kaeser jüngst ins Spiel brachte.

Der Dax-Manager hatte sich im Handelsblatt-Interview dafür ausgesprochen, dass erfolgreiche Unternehmer der Belegschaft und der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten. Für ihn heißt das zum Beispiel, in die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren. Das Handelsblatt fragte daraufhin seine Instagram-Nutzer: Was können Unternehmerinnen und Unternehmer tun, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben? Unter den über 150 Antworten fiel am häufigsten die Aufforderung, sie sollten ihre „Steuern zahlen”. Allerdings ist in vielen Fällen unklar, ob dies als Anklage gemeint ist („Ordnungsgemäß Steuern zahlen würde erstmal reichen“) oder als Verteidigung („Die Besteuerung der Unternehmen ist mehr als ausreichend”).

Über 150 Antworten insgesamt.

Inklusiver Kapitalismus

Über 150 Antworten insgesamt.

Eindeutiger wird es bei der zweithäufigsten Forderung, dass Unternehmen soziale Projekte fördern oder starten sollten, „wie zum Beispiel Obdachlosenheime eröffnen“. Oft wurden auch genannt Investitionen in Bildung (“In Bildung investieren! Hilft Gesellschaft und auch Unternehmen”) und Infrastruktur (“Investitionen in den Nahverkehr, die digitale Infrastruktur oder in Schulen”) sowie Umweltschutz. Eine Nutzerin schlug gar vor, Unternehmer sollten Immobilien „aufkaufen um bezahlbaren Wohnraum anzubieten“, was drei andere Befragte so ähnlich sehen.

Kommentar: Kapitalismus braucht mehr Verantwortung

Kommentar

Kapitalismus braucht mehr Verantwortung

Siemens-Chef Kaeser setzt sich für einen inklusiven Kapitalismus ein. Die Forderung bringt auf den Punkt, was nötig ist, um die Spaltung der Gesellschaft zu stoppen.

Im Gegensatz zu Kaesers Vorstellungen reicht es den meisten also offenbar nicht, wenn Siemens in die Fortbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert und das mit dem Label „Inklusiver Kapitalismus” versieht. Nach Ansicht vieler Nutzer sollten Unternehmen Aufgaben übernehmen, für die bislang vornehmlich der Staat oder karitative Einrichtungen zuständig sind.

Erst auf den hinteren Plätzen folgen Vorschläge wie der verbesserte Umgang mit Angestellten, die Vergabe von Stipendien oder die Gründung von Stiftungen. Oft werden auch schlicht höhere Löhne gefordert, einige sagen auch, die Unternehmer täten schon genug. Die Vielzahl der Äußerungen zeigt: Kaesers Idee trifft auf große Resonanz, doch offenbar gibt es sehr verschiedene Vorstellung darüber, was Unternehmer der Gesellschaft zurückgeben sollten. So lautete die Forderung eines Nutzers etwa schlicht: „Mehr Urlaub”.

Eine Auswahl weiterer Antworten

  • „Bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen (mit dem Staat in einen Topf)”
  • „'Zurückgeben'… als ob etwas geklaut wurde”
  • „Steuern zahlen statt Verschleppung nach Panama”
  • „Höhere Steuern, Finanz Transaction Tax oder gerechtere Erbschaftssteuer”
  • „Erfolgreiche Unternehmer könnten in einen Staatsfonds nach dem Vorbild Norwegens einzahlen.”
  • „Nicht zurückziehen und abschotten, teilhaben lassen und teilen”
  • „Kommunisten bewaffnen & Bäume pflanzen”
  • „Indem Unternehmen mehr die Rentenversorge ihrer Mitarbeiter unterstützen”
  • „Seine Gewinne in die Realwirtschaft reinvestieren, und so allen einen Mehrwert bieten”
  • „Unternehmer schaffen Arbeitsplätze. Wenn die Masse finanziell dumm ist, selber schuld”
  • „Wie bei R. Bosch oder Siemens: Werkswohnungen, soziale Einrichtungen (Kitas)”
  • „Karitative Einrichtungen insbesondere in sozialen Brennpunkten fördern”
  • „Von der Krankenkasse nicht inkludierte Gesundheitsleistungen übernehmen”
  • „Spenden nicht an Parteien, sondern an gemeinnützige Organisationen/Forschung”
  • „Dialog mit jungen Menschen, um diese auf ihrem Weg zu unterstützen”
  • „Shareholder Fokus reduzieren, mehr Stakeholder berücksichtigen u. in die lokale Umwelt investieren”
  • „Big Five For Life ist ein empfehlenswertes Buch dafür. Gibt noch einige andere Bücher”
  • „Langfristige Investitionen und zukunftsorientierte Innovationen”
  • „Otto Normal und Max Mustermann die Angst nehmen aus dem Hamsterrad zu gehen”
  • „Gar nichts, weil Unternehmer allein für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich sind.”
  • „Unterricht an allen Schulen - Erklären wie Unternehmertum funktioniert”
  • „Open source codebase”
  • „Überstunden auszahlen und Leistung somit finanziell würdigen”
  • „Einen Teil der Einnahmen an NGOs, egal ob Umweltschutz, Menschen etc, weiter geben. Social Business!”
  • „Automatisierungssteuer”
  • „CO2-Steuer”
  • „Mir das Handelsblatt subventionieren!”
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