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15.01.2021

11:48

Rechtsstreit

Aktienkurs von Siemens Energy sackt nach Milliardenklage von General Electric ab

Von: Axel Höpner

Der US-Konzern wirft Siemens Energy vor, in einem Bieterverfahren Einblick in vertrauliche Unterlagen gehabt zu haben. An der Börse kommt das nicht gut an.

Ein Mitarbeiter des Versorgers Dominion Energy soll Geschäftsgeheimnisse an Siemens weitergereicht haben. Reuters

Siemens Energy

Ein Mitarbeiter des Versorgers Dominion Energy soll Geschäftsgeheimnisse an Siemens weitergereicht haben.

München Der Aktienkurs von Siemens Energy ist wegen einer Milliardenklage des US-Industriekonzerns General Electric unter Druck. GE wirft dem deutschen Konkurrenten vor, sich mit illegalen Mitteln Vorteile für Angebote von Gasturbinen an einen Energieversorger beschafft zu haben.

Siemens Energy bestätigte den Vorgang teilweise. Man habe den Fall seinerzeit selbst durch die eigene Compliance-Abteilung und mithilfe einer externen Kanzlei aufgedeckt und die Erkenntnisse sowohl gegenüber dem Kunden als auch den Wettbewerbern offengelegt. Laut Industriekreisen wurde der Vertrag aufgelöst. Siemens habe nicht von dem Turbinengeschäft profitiert.

GE reichte dennoch eine Klage in den USA ein. Demzufolge soll ein Mitarbeiter des Versorgers Dominion Energy Geschäftsgeheimnisse an Siemens weitergereicht haben. Der Fall soll sich im Mai 2019 ereignet haben. Siemens Energy gehörte damals noch zum Münchener Siemens-Konzern. Siemens hatte Siemens Energy im vergangenen Jahr abgespalten und an die Börse gebracht.

GE bezifferte den Schaden auf mehr als eine Milliarde Dollar (rund 820 Millionen Euro). Siemens Energy betonte, die Klage sei bislang nicht offiziell zugestellt. Man werde sie „in Ruhe und mit der gebotenen Sorgfalt prüfen“. Der Aktienkurs von Siemens Energy brach am Freitag zwischenzeitlich um knapp fünf Prozent auf gut 31 Euro ein.

Siemens Energy betonte, man habe eine Reihe von Konsequenzen gezogen. So seien Disziplinarmaßnahmen gegenüber betroffenen Mitarbeitern vollzogen worden „bis hin zur Trennung vom Unternehmen“. Die vertraulichen Informationen seien aus allen Systemen gelöscht worden.

Indirekt betroffene Mitarbeiter, die von den vertraulichen Informationen des Wettbewerbers Kenntnis genommen hätten, seien aus ähnlichen Projekten abgezogen oder in andere Geschäftsbereiche versetzt worden. Zudem seien in den USA und in dem Geschäftsbereich „umfassende fallbezogene Compliance-Schulungen durchgeführt worden. „Integrität ist die Grundlage unserer Geschäftsbeziehungen und darf unter keinen Umständen in Frage gestellt werden“, hieß es von Siemens Energy.

In Industriekreisen wurde betont, Siemens Energy habe den Fall selbst aufgedeckt und nicht von dem Auftrag profitiert. GE allerdings geht womöglich davon aus, dass die Münchener auch bei anderen Projekten vom Einblick in die Preisgestaltung des Konkurrenten profitieren könnten.

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