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13.04.2022

04:00

Recycling

So sollen Gebrauchtwagen zum Rohstofflieferanten werden

Von: Jakob Blume, Felix Holtermann

Der Umstieg auf die Elektromobilität verschlingt große Mengen von Industriemetallen. Langfristig lässt sich die Versorgung nur durch Recycling der Batterien sichern.

Keine kurzfristige Entlastung für den Mangel an Rohstoffen. Reuters

BMW-Chef Oliver Zipse mit Studie „i Vision Circular“

Keine kurzfristige Entlastung für den Mangel an Rohstoffen.

New York, Zürich Jeff Brian, genannt „JB“, Straubel gehört zu den bekanntesten Köpfen der Elektroautobranche. Er war der Mitarbeiter Nummer fünf bei Tesla, verantwortlich unter anderem für das Batteriedesign. Ihm und seinen Ingenieuren gelang es bereits 2005, die Gefahr einer Batterieexplosion infolge einer Überhitzung zu verhindern, indem sie die einzelnen Zellen, aus denen ein Batteriepaket aufgebaut ist, effektiv gegeneinander abschirmten.

Inzwischen treibt Straubel das Recycling von Elektroautobatterien voran. Dafür hat er Redwood Materials im US-Bundesstaat Nevada gegründet. Das Unternehmen will Altbatterien in großem Umfang und umweltschonend auseinandernehmen, um die enthaltenen Rohstoffe wiederzuverwerten. Diese werden von den Autoherstellern in großen Mengen gebraucht.

Bis zum Durchbruch könnte es für Redwood noch dauern. Straubel muss zunächst eine entsprechende Großanlage aufbauen und Partnerschaften mit den Herstellern schließen. Gespräche laufen nach Handelsblatt-Informationen bereits. Schon heute hat das Unternehmen an der Börse eine Milliardenbewertung.

Etablierte Konzerne wie Glencore überlassen das Batterierecycling jedoch nicht allein Newcomern. Der Schweizer Rohstoffhändler und Minenbetreiber arbeitet etwa mit dem Batteriezellenhersteller Britishvolt zusammen. Dieser plant eine Gigafactory mit einer Produktionskapazität von 30 Gigawattstunden in Großbritannien.

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    Glencore will parallel dazu eine Recyclinganlage ebenfalls in Großbritannien aufbauen. Sie soll Mitte 2023 in Betrieb gehen und mindestens 10.000 Tonnen Altbatterien pro Jahr recyceln können. In Zukunft soll die Anlage zudem in der Lage sein, den Metallschrott so aufzubereiten, dass er direkt für die Produktion neuer Batteriezellen eingesetzt werden kann.

    Der ehemalige Tesla-Manager treibt das kommerzielle Recycling von Batterien voran. AP

    JB Straubel

    Der ehemalige Tesla-Manager treibt das kommerzielle Recycling von Batterien voran.

    Noch weiter geht die Studie, die BMW im vergangenen Jahr auf der Automobilmesse IAA vorgestellt hat: Vorstandschef Oliver Zipse lässt seine Ingenieure ein Auto entwickeln, das zu 100 Prozent aus recyceltem Material besteht. Die Karosserie des „i Vision Circular“ soll aus wiederverwertetem Aluminium und Stahl gefertigt werden. Das Gummi für die Reifen besteht aus Naturkautschuk, die Stoßstange aus aufbereitetem Plastikmüll.

    Auch im Innenraum sollen ausschließlich recycelte oder nachwachsende Rohstoffe verbaut werden. „Die aktuelle Entwicklung von Rohstoffpreisen zeigt, mit welchen Auswirkungen eine Industrie rechnen muss, die von begrenzten Ressourcen abhängig ist“, sagte BMW-Chef Zipse bei der Vorstellung der Studie im vergangenen September.

    Um den jüngsten Preisanstieg bei Batteriemetallen abzufedern, kann BMW jedoch nicht auf den „i Vision Circular“ warten. Die Designstudie zeigt dem Autobauer zufolge einen Ausblick „auf ein kompaktes, vollelektrisches Fahrzeug mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Luxus für das Jahr 2040“.

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