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01.12.2022

17:46

Rüstungsindustrie

Dassault und Airbus einig über nächste Projektphase beim Kampfjet der Zukunft

Von: Martin Murphy, Frank Specht, Gregor Waschinski

Mit dem Bau eines flugfähigen Demonstrationsmodells geht das Kampfjetprojekt FCAS weiter. Die beteiligten Konzerne haben sich jetzt auf letzte Details geeinigt – und auf die Führungsrolle.

Frankreich behält die Führungsrolle bei dem Projekt. AFP/Getty Images

Dassault-Chef Eric Trappier vor einem FCAS-Modell

Frankreich behält die Führungsrolle bei dem Projekt.

Paris, Berlin Nach monatelangem Ringen haben sich die Rüstungssparte von Airbus und der französische Flugzeugbauer Dassault auf einen Vertrag für das Projekt Kampfflugzeug der Zukunft (FCAS) geeinigt. Dassault-Chef Eric Trappier sagte der französischen Zeitung „Le Figaro“, dass sein Unternehmen sich mit Airbus auf den nächsten Schritt geeinigt habe, den Bau eines flugfähigen Demonstrationsmodells. Der geplante Jet ist das Kernstück eines vernetzten Luftkampfsystems, zu dem auch Drohnen gehören werden.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte bereits Mitte Oktober verkündet, dass alle Projektbeteiligten – neben Frankreich und Deutschland auch noch Spanien – eine politische Einigung erzielt hätten, die nächste Programmphase zu starten. Damit sei auch der Weg für die Unterzeichnung der Industrieverträge frei.

„Wir haben eine Einigung mit Airbus. Alle Hürden sind genommen“, sagte nun Trappier. Darüber habe er Präsident Emmanuel Macron und den französischen Verteidigungsminister Sébastien Lecornu am Donnerstag informiert.

Der Chef der Rüstungssparte von Airbus, Michael Schöllhorn, sagte, die Einigung sei „ein großer Schritt vorwärts für das europäische Flaggschiffprogramm“. Der Weg für die Vertragsunterzeichnung in „sehr naher Zukunft“ sei nun frei.

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    Bei dem Projekt hatte es Streit über die Führungsrolle und den Anteil der beteiligten Rüstungskonzerne gegeben. Dassault behalte in dem Abkommen mit Airbus die Führungsrolle bei dem Projekt und sei „Architekt des Flugzeugs“, betonte Trappier.

    Dassault habe von Airbus auch Garantien bekommen, die „unser Know-how und unsere Technologien“ schützen würden. So werde man sich mit Airbus zwar die Eigentumsrechte der gemeinsam zu entwickelnden Elemente teilen, nicht aber die Technologien, die Dassault in das Projekt einbringe.

    Formelle Bestätigung durch Deutschland, Frankreich und Spanien in den nächsten Tagen

    Den vor zwei Wochen von Lambrecht verkündeten Durchbruch hatte Trappier als „Pseudo-Ankündigung“ bezeichnet. Tatsächlich mussten zwischen Airbus und Dassault noch letzte Details auf Unternehmensebene geklärt werden, um den Vertrag unterschriftsreif zu machen.

    Die offizielle Unterzeichnung des Vertrags und die formelle Bestätigung durch Deutschland, Frankreich und Spanien soll in den nächsten Tagen stattfinden. In Deutschland müssen die Verträge dann dem Haushaltsausschuss vorgelegt werden.

    FCAS soll als sogenanntes Kampfflugzeug der sechsten Generation die im Einsatz befindlichen Jets Eurofighter und Rafale ablösen. Es soll über Stealth-Eigenschaften verfügen, also für das gegnerische Radar schwer zu orten sein, und für die elektronische Kampfführung geeignet sein. Bis 2040 soll das Projekt die Einsatzreife erreichen. Es handelt sich um das bedeutendste gemeinsame Rüstungsvorhaben Europas.

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