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08.11.2019

12:30

Rüstungskonzerne

Großbritannien ordert Panzer bei Rheinmetall und KMW für 2,6 Milliarden Euro

Von: Martin Murphy

Großbritannien bestellt über 500 Radpanzer aus deutscher Produktion. Rheinmetall und KMW stechen damit britische Anbieter und die Amerikaner aus.

Großbritannien ordert Panzer bei Rheinmetall und KMW dpa

Radpanzer "Boxer"

500 Fahrzeuge wurden geordert.

Frankfurt Das britische Verteidigungsministerium hat die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit der Fertigung von über 500 Radpanzern beauftragt. Die Fahrzeuge vom Typ Boxer sollen ab dem Jahr 2022 an die Armee geliefert werden. Der letzte Panzer soll im Jahr 2031 an die Briten gehen. Die Unternehmen bezifferten den Wert auf 2,6 Milliarden Euro, den sich Rheinmetall und KMW teilen.

Der Zuschlag für die deutschen Firmen ist ein Stück weit überraschend. Um den Deal hatten sich auch der britische Rüstungskonzern BAE Systems sowie General Dynamics aus den USA bemüht. Das amerikanische Modell Piranha hätte zwar deutlich weniger in der Anschaffung gekostet, allerdings wären Betrieb und Wartung aus Sicht von Experten teurer geworden.

Ungeachtet der Vorteile des Boxers hatten Branchenvertreter befürchtet, dass die britische Regierung im aktuellen Umfeld den Auftrag zurückstellen könnte. Noch im Dezember – und damit vor dem geplanten Rückzug der Briten aus den Europäischen Union – sind Neuwahlen geplant.

Die Vergabe sei nötig geworden, da andernfalls Vereinbarungen zum Jahresende ausgelaufen wären, die wirtschaftliche Nachteile für den Panzer-Deal gebracht hätten, erklärte das Verteidigungsministerium in London. Mit dem Boxer will die Armee ihre in die Jahre gekommene Panzerflotte erneuern.

Das Fahrzeug sei vielseitig etwa zum Transport oder für Sanitätsdienste einsetzbar, erklärte Verteidigungsminister Ben Wallace. „Der Boxer ist führend in seinem Feld.“ Für Rheinmetall und KMW ist der Auftrag aus London der zweite Großauftrag für den Boxer in Folge.

Vor einem Jahr hatte Australien 211 Radpanzer im Wert von 2,1 Milliarden Euro bestellt. Die Rüstungsfirmen haben für den Boxer die Artec GmbH gegründet, an der Rheinmetall mit 64 Prozent die Mehrheit hält. Die Erlöse werden aber den Angaben zufolge hälftig geteilt.

Mehr: Merkel und Macron betonen beim deutsch-französischen Ministerrat in Toulouse ihre Einigkeit – doch bei der Umsetzung mit der Industrie türmen sich bei gemeinsamen Kampfflugzeugen und Panzern neue Hürden auf.

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