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21.10.2019

23:23

Schmerzmittel

Vier Pharmakonzerne schließen Vergleich vor wichtigem Opioid-Prozess

In letzter Minute haben vier Konzerne um den Hersteller Teva im Opioid-Skandal einen Vergleich geschlossen. Der Prozess sollte am Montag beginnen.

Vor Opioid-Prozess: Teva und 3 Pharmagroßhändler schließen Vergleich  AP

McKesson-Gebäude in San Francisco

Der US-Konzern hat sich in der Opioid-Krise gemeinsam mit drei anderen Unternehmen auf einen Vergleich geeinigt.

Frankfurt Vier Arzneimittelhersteller haben vor Beginn eines richtungsweisenden Prozesses über ihre Rolle in der Opioid-Krise in den USA in letzter Minute einen Vergleich erzielt. Der israelische Pharmakonzern Teva sowie die Pharmahändler McKesson, Amerisource Bergen und Cardinal Health zahlen dafür 260 Millionen Dollar, wie einer der Klägeranwälte am Montag erklärte.

Damit wurde der Opioid-Prozess, der eigentlich am Montagmorgen in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio beginnen sollte und der erste auf Bundesebene gewesen wäre, in letzter Minute abgewendet.

Teva zahlt den Angaben zufolge 20 Millionen Dollar in bar und wird das Arzneimittel Suboxone zur Behandlung der Opioid-Abhängigkeit im Wert von 25 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Für den verbleibenden Angeklagten unter den fünf Unternehmen, Walgreens Boots, soll ein neuer Verhandlungstermin gefunden werden.

Bei der Einigung ging es darum, einen lokalen Prozess zu verhindern, bei dem verschiedene Dokumente über die Geschäftspraxis der beteiligten Unternehmen offen gelegt worden wären.

Zuvor hatte eine Gruppe von Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten an einem nationalen Abkommen gearbeitet, wonach die drei Pharmavertriebe 18 Milliarden Dollar über 18 Jahre zahlen sollten, Johnson & Johnson vier Milliarden und Teva 23 Milliarden in Form von Medikamenten.

Viele lokalen Regierungen wollen aber schneller an das Geld, um die Epidemie bekämpfen zu können und haben deshalb lieber vor ihren regionalen Gerichten weiter geklagt.

In den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400.000 Menschen an den Folgen von Opioid-Missbrauch gestorben. Den Unternehmen wird vorgeworfen, die Krise in den USA befeuert zu haben und die Risiken süchtigmachender Schmerzmittel bei längerem Gebrauch verharmlost zu haben.

Am Freitag waren Gespräche mit den Pharmahändlern und Teva gescheitert, die einen umfassenden Vergleich über 48 Milliarden Dollar zum Ziel hatten, mit dem Tausende von Klagen von Countys, Städten und Bundestaaten aus dem ganzen Land vom Tisch geräumt hätten werden können.

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