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06.11.2013

14:21 Uhr

Schwache Weltkonjunktur

Chemiebranche senkt erneut Umsatzprognose

Der Verband der Chemischen Industrie muss seine Prognosen mindern: Er rechnet für 2013 nur noch mit einem Umsatzplus von 0,5 Prozent – und bald beginnen die Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften.

Keine gute Aussichten für Karl-Ludwig Kley, den Merck-Chef und VCI-Präsidenten: „Im Gegensatz zum bisherigen Jahresverlauf gingen erstmals die Auslandsumsätze zurück.“ dpa

Keine gute Aussichten für Karl-Ludwig Kley, den Merck-Chef und VCI-Präsidenten: „Im Gegensatz zum bisherigen Jahresverlauf gingen erstmals die Auslandsumsätze zurück.“

FrankfurtDie Chemiebranche muss wegen schwacher Auslandsgeschäfte und fallender Chemikalienpreise erneut einen Gang zurückschalten. Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach Autobranche und Maschinenbau senkte am Mittwoch zum dritten Mal in Folge seine Prognose für die Umsatz- und Preisentwicklung im Gesamtjahr. „Die Dynamik im Chemiegeschäft ist weiterhin gering und das Rückschlagpotenzial hoch“, erklärte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt.

Der Branchenverband erwartet für 2013 nun einen Rückgang der Preise um ein Prozent und deshalb nur noch einen Zuwachs des Branchenumsatzes von 0,5 Prozent auf 187,7 Milliarden Euro. Bisher war mit einem einprozentigen Umsatzanstieg bei rückläufigen Preisen um 0,5 Prozent gerechnet worden.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Der VCI hatte die Erwartungen für dieses Jahr bereits im Juli und September gesenkt. Wie bisher geht der Verband aber von einem Anstieg der Chemikalienproduktion um 1,5 Prozent aus. Die Chemieindustrie sei verhalten in die zweite Jahreshälfte gestartet, erklärte VCI-Präsident und Merck-Chef Karl-Ludwig Kley: „Im Gegensatz zum bisherigen Jahresverlauf gingen erstmals die Auslandsumsätze zurück.“ Das bestätige die Einschätzung, dass die Erholung der Weltwirtschaft noch auf wackligen Beinen stehe.

Die Anlagen der Firmen waren im dritten Quartal im Schnitt zu 84,2 Prozent ausgelastet. Sorgen machten den Unternehmen die zuletzt gestiegenen Preise für wichtige Rohstoffe wie Nafta. Da zugleich im dritten Quartal die Preise mancher Basischemikalien sanken, kamen die Renditen der großen Basischemieanlagen (Cracker) unter Druck.

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