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22.07.2021

10:38

Schweizer Industriekonzern

Siemens-Konkurrent ABB macht deutlich mehr Gewinn und hebt die Prognose an

Von: Jakob Blume

Die Auftragsbücher des Industriekonzerns sind voll, die Margen wachsen deutlich. Doch die Rohstoffknappheit droht das Wachstum auszubremsen.

Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr 2021 ein Wachstum von knapp unter zehn Prozent. Reuters

ABB

Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr 2021 ein Wachstum von knapp unter zehn Prozent.

Zürich Der Industriekonzern ABB profitiert von der rasanten konjunkturellen Erholung nach der Corona-Pandemie. Der Umsatz legte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Der Bruttogewinn stieg um 26 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Die operative Marge sprang um 4,4 Prozentpunkte auf 15 Prozent und liegt damit am oberen Ende des von ABB-Chef Björn Rosengren aufgestellten Zielkorridors.

Auch die Auftragsbücher sind voll: ABB verzeichnete ein Wachstum bei den Auftragseingängen um 32 Prozent. Daher hob Rosengren auch den Ausblick für das Gesamtjahr an. ABB erwartet 2021 ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes von knapp unter zehn Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei über fünf Prozent gelegen.

Auch bei den Margenzielen ist der ABB-Chef in Zukunft optimistischer. Statt zwölf bis 15 peilt er nun 13 bis 16 Prozent Marge an.

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    Allerdings warnte Rosengren, dass die knappe Verfügbarkeit vieler Rohstoffe auf den Margen lasten könnte: „Im Vergleich zum Vorquartal sind nachteilige Effekte aus steigenden Rohstoffkosten, Komponentenengpässen und zunehmenden Reisekosten zu erwarten, wenn die pandemiebedingten Restriktionen aufgehoben werden.“

    E-Mobilitätsgeschäft könnte 2022 an die Börse kommen

    Außerdem peilt ABB im kommenden Jahr Börsengänge von zwei Teilbereichen an. Die Unterlagen für ein IPO des Geschäfts mit Ladetechnik für Elektroautos dürften im vierten Quartal vorliegen, sagte Rosengren. Das E-Mobilitätsgeschäft sei im ersten Halbjahr um über 100 Prozent gewachsen. „Die Nachfrage ist also enorm, und wir gehen nicht davon aus, dass sie in Zukunft abnehmen wird.“

    ABB habe in dem Geschäft eine führende Marktstellung und wolle mit dem Börsengang die notwendigen Mittel sichern, um schneller als der Markt zu wachsen. Dazu gehörten Zukäufe von Software- und Hardware-Geschäften. Das E-Mobilitätsgeschäft dürfte von der Börse deutlich höher bewertet werden als das Mutterhaus, erklärte er weiter. Dazu habe ABB auch mit der Verselbstständigung des Turbolader-Geschäfts begonnen.

    Die Vorbereitungen für einen Börsengang dürften im vierten Quartal 2021 starten. „Falls wir uns für eine Abspaltung entscheiden, könnte das im zweiten Quartal passieren“, sagte Rosengren. Zum Bereich Mechanical Power sagte er, das Interesse von möglichen Käufern sei groß. Er hoffe, in den kommenden Wochen einen Vertrag für einen Verkauf des Kupplungs- und Getriebe-Herstellers unterzeichnen zu können, der unter der Marke Dodge laufe.

    Starke Ergebnisse in den ABB-Divisionen

    Besonders stark war das Wachstum im zweiten Quartal im kleinsten Geschäftsbereich von ABB, Robotik und Fertigungsautomation. Dort legte der Umsatz um 32 Prozent zu, die Auftragseingänge sogar um 52 Prozent. In diesem Bereich hat Rosengren kürzlich zugekauft: Zu Wochenbeginn hatte ABB bekanntgegeben, die ASTI Mobile Robotics Group übernehmen zu wollen. Ziel sei es, mit autonomen mobilen Robotern die nächste Generation der flexiblen Automatisierung voranzutreiben.

    Ebenfalls stark fiel das Ergebnis in der größten Division Elektrifizierung aus, mit einem Umsatzwachstum von 23 Prozent. Auch dort baut Rosengren um: Der ABB-Chef will das Geschäft mit Stromtankstellen für Elektroautos ausgliedern und separat an die Börse bringen. Das Geschäft könnte mit einem mittleren einstelligen Milliardenbetrag bewertet werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters kürzlich berichtete.

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