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05.05.2014

08:19 Uhr

Siliziumgeschäft zieht an

Wacker Chemie erholt sich

Der Ergebnisse des Spezialchemiekonzerns Wacker verbessern sich langsam wieder. Das Unternehmen hatte unter der Krise der Solarbranche gelitten – jetzt können die Münchner ihren operativen Gewinn verdoppeln.

Das Logo der Wacker Chemie AG an der Firmenzentrale in München. Die Marktentwicklung im wichtigen Geschäft mit Reinstsilizium für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie läuft wieder besser. dpa

Das Logo der Wacker Chemie AG an der Firmenzentrale in München. Die Marktentwicklung im wichtigen Geschäft mit Reinstsilizium für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie läuft wieder besser.

MünchenDer Spezialchemiekonzern Wacker kommt langsam wieder auf die Beine. Der Umsatz legte im vergangenen Quartal um acht Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zu, wie die Münchner am Montag mitteilten. Der operative Gewinn (Ebitda) verdoppelte sich fast auf 285,2 Millionen Euro. Der starke Ergebnisanstieg ist allerdings vorwiegend darauf zurückzuführen, dass Wacker mit einem Großkunden aus der Solarindustrie seine Lieferverträge neu verhandelt und Anzahlungen sowie Schadenersatz einbehalten hat.

Die Marktentwicklung im wichtigen Geschäft mit Reinstsilizium für die Photovoltaik- und Halbleiterindustrie lässt dem Traditionsunternehmen aber auch wieder mehr Marge. "Die Nachfrage unserer Kunden nach unseren Produkten ist im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen spürbar gewachsen. Gleichzeitig hat in einer Reihe von Segmenten der Preisdruck nachgelassen. Speziell bei Solarsilicium sehen wir bessere Preise als vor einem Jahr", erklärte Vorstandschef Rudolf Staudigl.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

„Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Auftaktquartal dieses Jahres ebenso wie die aktuelle Auftragslage haben unsere Zuversicht für die kommenden Monate weiter gestärkt“, fügte er hinzu. Für das laufende Jahr bekräftigte er die Prognose, den Umsatz um etwa fünf Prozent und das Betriebsergebnis (Ebitda) um mindestens ein Zehntel zu steigern.

Die auf Silizium- und Siliconprodukte spezialisierte Wacker litt in den vergangenen Jahren stark unter der Krise der Solarindustrie und dem Preisverfall für deren Basisstoffe. Im letzten Jahr war das 100 Jahre alte Familienunternehmen mit knapper Not an einem Verlust vorbeigeschrammt.

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Von

rtr

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