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09.05.2017

11:16 Uhr

Sinochem und Chemchina

Chinesen könnten neuen Chemiegiganten bilden

Der chinesische Sinochem-Konzern plant laut einem Zeitungsbericht einen Zusammenschluss mit Chemchina. Gemeinsamen würden beide Unternehmen einen neuen Weltmarktführer bilden und BASF überflügeln.

Der chinesische Konzern plant offenbar im kommenden Jahr einen Zusammenschluss mit dem heimischen Wettbewerber Chemchina. Reuters

Sinochem

Der chinesische Konzern plant offenbar im kommenden Jahr einen Zusammenschluss mit dem heimischen Wettbewerber Chemchina.

ZürichIn der Chemiebranche bahnt sich offenbar die nächste Mega-Fusion an. Der chinesische Sinochem-Konzern plant einem Bericht der „Financial Times“ zufolge im kommenden Jahr einen Zusammenschluss mit dem heimischen Wettbewerber Chemchina. Mit der Fusion der beiden staatlich kontrollierten Firmen würde das weltgrößte Chemieunternehmen mit einem Umsatz von rund 100 Milliarden Dollar geschaffen, der den bisherigen Weltmarktführer BASF hinter sich lassen würde.

Treibende Kraft der Transaktion sei die Politik, erklärten mehrere Banker der Zeitung zufolge. Die chinesischen Behörden wollten sicherstellen, dass Chemchina über ausreichend Finanzkraft verfüge, um sich die Schweizer Syngenta einzuverleiben.

Syngenta: Chemchina ist bei Übernahme am Ziel

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Chemchina ist bei Übernahme am Ziel

Nach mehr als zwölf Monaten ist die milliardenschwere Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta am Ziel. Dem Käufer Chemchina wurden bis Ende der Andienungsfrist mehr als 80 Prozent der Aktien angeboten.

Chemchina will den Pflanzenschutz- und Saatgut-Produzenten für 43 Milliarden Dollar schlucken. Die größte Auslandsübernahme eines chinesischen Unternehmens soll am 7. Juni vollzogen werden. Zweifel an der finanziellen Schlagkraft von Chemchina machen schon länger die Runde. Im vergangenen Jahr hieß es in einer chinesischen Publikation, dass bei der Refinanzierung der Syngenta-Übernahme eine milliardengroße Lücke klaffe.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im Oktober berichtet, dass Sinochem und Chemchina eine Fusion sondierten. Sinochem und auch Syngenta hatten das aber zurückgewiesen. Nach der Veröffentlichung des „Financial Times“-Berichts am Dienstag legten die Sinochem-Aktien 3,9 Prozent zu.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut sind auch andere Riesen-Deals am Laufen: Bayer will Monsanto kaufen und auch Dupont und Dow Chemical aus den USA stehen vor einem Zusammenschluss.

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rtr

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