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06.03.2014

19:42 Uhr

Tarifverhandlungen

IG Bau fordert sieben Prozent mehr

Statt ein Angebot vorzulegen, haben die Arbeitgeber der Industriebranche die Gewerkschaft IG Bau mit Kürzungen und Streichungen konfrontiert – die erste Tarifverhandlung endete deshalb im Streit.

Ein überdimensionaler Papphammer Auftaktgespräche zwischen der IG Bau und den Arbeitgeberverbänden: Die IG Bau geht mit einem Forderungspaket im Volumen von sieben Prozent in die Verhandlungen. dpa

Ein überdimensionaler Papphammer Auftaktgespräche zwischen der IG Bau und den Arbeitgeberverbänden: Die IG Bau geht mit einem Forderungspaket im Volumen von sieben Prozent in die Verhandlungen.

BerlinDie erste Runde der Tarifverhandlungen für die 755.000 Beschäftigten der Baubranche hat keine Annäherung gebracht. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) kritisierte nach dem Treffen am Donnerstag in Berlin die Arbeitgeber. Statt ein Angebot vorzulegen, hätten sie die IG Bau mit ihren Vorstellungen von Streichungen und Kürzungen konfrontiert.

Das sei eine Provokation, sagte IG-Bau-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Die Arbeitgeber wollten sich zu Details nicht äußern. Trotz der Differenzen gleich zum Auftakt vereinbarten beide Seiten für den 17. März in Wiesbaden einen neuen Verhandlungstermin.

Die IG Bau war mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Einkommen in die Verhandlungen gegangen. Außer mehr Lohn und Gehalt sollen unter anderem die Pauschalen für Fahrtkosten und Übernachtungen angehoben werden. „Die Bauwirtschaft boomt. Wir fordern ein faires Plus und kein Minus“, sagte Schäfers nach der ersten Runde.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

Koninklijke Bam Groep (Niederlande) – 6,98 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus dem niederländischen Bunnik bei Utrecht ist europaweit tätig und hat rund 19.500 Mitarbeiter.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 10,76 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 10,6 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 12,4 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,31 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 15,35 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 31,77 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2016 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 31,98 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,07 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2016 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von 1,1 Prozent.

Quelle: Deloitte

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Andreas Schmieg vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sprach in einer Mitteilung von „einem ersten konstruktiven Gespräch“. Man habe „deutlich gemacht, dass zwar die derzeitige konjunkturelle Entwicklung in der Bauwirtschaft positiv zu bewerten ist, die Lage in den Betrieben nach einer über zehn Jahre währenden Baukrise aber immer noch schwierig ist.“ Die Eigenkapitalausstattung sei „nach wie vor unzureichend und die Höhe der Lohnforderung daher in keiner Weise gerechtfertigt“, ergänzte Schmieg.

Von

dpa

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