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27.09.2019

09:37

Trunk-Investment

Bosch investiert in Technologie für selbstfahrende Lkw

Von: Martin-W. Buchenau

Mit einem Investment in das chinesische Start-up Trunk will Bosch sich auf eine Welt vorbereiten, in der Lkw autonom fahren. Die Erwartungen sind hoch.

Bosch investiert in Technologie für selbstfahrende Lkw

Trunk

Das chinesische Start-up gilt bei der Technologie für selbstfahrende Lkw als Vorreiter.

Stuttgart Robert Bosch Venture Capital (RBVC) investiert zusammen mit bestehenden Investoren GLP und EBVC in den chinesische Start-up Trunk. Die Beteiligung liegt  im niedrigen einstelligen Prozentbereich, aber die Schwaben haben damit einen wichtigen Fuß in der Tür.

Trunks Lösungen basieren auf künstlicher Intelligenz (KI) und sind zugeschnitten auf Logistikanwendungen wie Containertransporte innerhalb von Häfen und zwischen Häfen und Lagern. Trunk entwickelt für Lkw-Hersteller unter anderem Flottenmanagement- und Fernsteuerungssoftware. Diese ist nach ISO 26262 für Fahrzeuganwendungen zertifiziert und rundum in kundenseitige Betriebsplattformen wie Terminalbetriebssysteme in Häfen integrierbar.

So will Trunk als erstes Unternehmen mit autonomen Lkw-Lösungen für den Containerlogistikmarkt in Serienfertigung gehen. „Trunks hochentwickelter Technologie-Stack für automatisierte Lkw ist entscheidend für Chinas Logistikmarkt, der sich rasant entwickelt“, sagt Ingo Ramesohl, Geschäftsführer von RBVC. Laut einer Studie von Morgan Stanley hat dieser Markt ein Volumen von rund 19 Milliarden US-Dollar.

In China gelten die Gründer von Trunk als Vorreiter beim autonomen Fahren. Sein Managementteam umfasst renommierte KI- und Logistik-Experten sowie Veteranen aus der Automobilindustrie. Zu den Gesellschaftern zählt das führende KI-Unternehmen iFlyTek, einer der weltweit größten Vermögensverwalter GLP, und der führende Logistikinvestor EBVC.

Experten gehen davon aus, dass das autonome Fahren zuerst bei Lastwagen kommt. Denn in der Logistik ist die teure Technologie permanent im Einsatz – und amortisiert sich daher schneller als bei privaten Fahrzeugen. Boschs Venture-Capital-Ableger hat in über 30 junge Unternehmen mit Finanzierungszusagen über 600 Millionen Euro investiert.

Wenn Bosch in der Vergangenheit von strategischer Bedeutung sprach, ging das mittelfristige Interesse über eine reine Finanzbeteiligungen hinaus. „Diese Technologie hat strategische Relevanz für zahlreiche Bosch-Lösungen im Nutzfahrzeugbereich“, bestätigt Ramesohl. Wichtig dürfte auch sein, dass Automatisierungstechnologien mit Unterstützung der chinesischen Behörden schneller auf der Straße erprobt werden können als in Deutschland oder Europa.

„Dank der konkurrenzlosen KI-basierten Lösung von Trunk lassen sich Waren rund um die Uhr transportieren – mit nur wenigen menschlichen Interaktionen. Sie ist ein Schlüssel zur vollständigen Automatisierung von Logistiklösungen“, erläutert Ramesohl.

Trunk verfügt bereits über starke strategischen Partnerschaften, etwa mit Chinas größtem Hafenbetreiber China Merchants Port. Zu den Kunden des Start-ups zählen Logistikriesen wie der Hafen von Tianjin und Sinotruck. „Wir freuen uns sehr, dass Bosch uns unterstützt“, sagt Trunk Zhang Tianlei. Bosch sei bei Fahrzeugtechnologie weltweit führend.

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