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17.05.2016

15:40 Uhr

Übernahme durch Chemchina

Syngenta-Deal ruft weitere US-Behörde auf den Plan

Nun will auch das US-Landwirtschaftsministerium die geplante Syngenta-Übernahme durch Chemchina unter die Lupe nehmen. Politiker sorgen sich, welche Auswirkungen der Deal auf die heimische Lebensmittelsicherheit hätte.

Der Konzern ist in Nordamerika der größte Anbieter von Pestiziden und auch ein wichtiges Unternehmen im Saatgut-Markt. Reuters

Syngenta-Labor in Peking

Der Konzern ist in Nordamerika der größte Anbieter von Pestiziden und auch ein wichtiges Unternehmen im Saatgut-Markt.

New York/ZürichDie geplante 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Schweizer Pflanzenschutz- und Saatgut-Produzenten Syngenta durch Chemchina ruft eine weitere US-Behörde auf den Plan. Die Transaktion werde auch vom US-Landwirtschaftsministerium geprüft, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters.

Weil das chinesische Unternehmen noch nicht von allen Ämtern grünes Licht für die Transaktion hat, verlängerte Chemchina am Dienstag die Angebotsfrist um 40 Handelstage. Die Syngenta-Aktionäre haben nun bis zum 18. Juli Zeit, ihre Titel anzudienen.

Dem bislang größten Zukauf eines chinesischen Unternehmens im Ausland müssen weltweit zahlreiche Behörden zustimmen. Als letztendlich entscheidend gilt die Haltung des Ausschusses für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS).

In ihm sind üblicherweise die Ministerien für Finanzen, Heimatschutz, Verteidigung sowie 13 weitere Regierungsstellen vertreten. Der Ausschuss soll die für die USA sicherheitsrelevanten Aspekte prüfen. Im Fall Syngenta drängten US-Parlamentsabgeordnete darauf, auch das Landwirtschaftsministerium miteinzubeziehen, um die Auswirkungen der Transaktion auf die heimische Lebensmittelsicherheit zu beurteilen.

Syngenta hat mehrere Standorte in den USA. Der Konzern erwirtschaftet fast ein Viertel seines Umsatzes in Nordamerika. Dort ist er der größte Anbieter von Pestiziden und auch ein wichtiges Unternehmen im Saatgut-Markt.

Die Unsicherheit, ob die US-Behörden den Zukauf genehmigen, haben dazu beigetragen, dass die Syngenta-Aktie deutlich unter dem Angebotspreis von 465 Dollar je Aktie notieren. Am Dienstag verloren die Titel weitere 0,8 Prozent auf 391,5 Franken.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Das US-Landwirtschaftsministerium und CFIUS wollten sich nicht äußern. Von Chemchina war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Konzern hat auch in Europa, Brasilien und weiteren Ländern Anträge auf eine Zulassung der Übernahme eingereicht. Ein Syngenta-Sprecher wollte nicht sagen, wo die Zustimmung schon vorliege.

Grundsätzlich sei auch eine weitere Verlängerung des Übernahmeangebots über den 18. Juli hinaus möglich. Das Unternehmen sei aber weiterhin zuversichtlich, dass die Transaktion wie geplant bis Jahresende in trockenen Tüchern sei.

Die gesamte Branche befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Fallende Getreidepreise und instabile Märkte in den Schwellenländern haben den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zuletzt zugesetzt. Der im Dezember auf den Weg gebrachte Zusammenschluss von Dow Chemical und Dupont schafft einen neuen Branchenriesen. Medienberichten zufolge haben zudem die deutschen Chemiekonzerne Bayer und BASF ein Auge auf den US-Saatgutriesen Monsanto geworfen.

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rtr

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