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17.09.2014

15:35 Uhr

US-Chemiekonzern

Aktionär fordert Aufspaltung von Dupont

Ein einflussreicher Investor fordert vom US-Chemiekonzern Dupont, dass unter anderem die Agrarchemiesparte sowie das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln in einem getrennten Unternehmen gebündelt werden.

Dupont-Chefin Ellen Kullman will die Chemiesparte Perfomance Chemicals 2015 abspalten. Reuters

Dupont-Chefin Ellen Kullman will die Chemiesparte Perfomance Chemicals 2015 abspalten.

BangaloreDer einflussreiche Investor Nelson Peltz macht Druck auf den US-Chemiekonzern Dupont und fordert eine Aufspaltung. Unter anderem die schwächelnde Agrarchemiesparte sowie das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln solle in einem getrennten Unternehmen gebündelt werden, hieß es in einem Brief von Peltz' Beteiligungsgesellschaft Trian Fund Management an den Verwaltungsrat, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Konjunkturabhängige Bereiche sollten Bestandteil einer zweiten eigenständigen Firma werden.

Trian Fund – einer der größten Anteilseigner von Dupont – geht der Umbau, den das Traditionsunternehmen derzeit vollzieht, nicht weit genug. Konzernchefin Ellen Kullman will den BASF -Konkurrenten auf weniger schwankungsanfällige Geschäfte ausrichten und deshalb die Chemiesparte Perfomance Chemicals 2015 abspalten. Der Bereich produziert unter anderem das Weißpigment Titandioxid, das in den vergangenen Jahren unter einem herben Preisrutsch gelitten hat.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

„Wir begrüßen die Abspaltung von Performance Chemicals, das Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar und die Initiative Fresh Start. Aber wir sind der Überzeugung, dass diese Schritte nicht reichen, um den Wert für die Aktionäre zu erhöhen“, hieß es in dem vom 16. September datierten Brief. Eine Aufspaltung würde zu jährlichen Einsparungen von bis zu vier Milliarden Dollar führen.

Am Markt kamen die Pläne offenbar gut an. Die Dupont-Aktie stieg vorbörslich um vier Prozent. Dupont selbst erklärte, ein konstruktives Gespräch mit Trian geführt zu haben. Peltz steckt hinter einigen großen Aufspaltungen in der Nahrungsmittelbranche. So spielte er beispielsweise eine Rolle bei der Aufteilung von Kraft in Kraft Foods und Mondelez, der Muttergesellschaft des Schokoladenherstellers Cadbury.

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Von

rtr

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