Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2022

16:25

VW dpa

Volkswagen

Welche Marken gehören zur Volkswagen AG?

Volkswagen

Diese Marken gehören zum VW-Konzern

Von: Janine Liedke

Volkswagen zählt zu den größten Automobilherstellern der Welt. Doch welche Marken bündelt der Konzern unter seinem Dach? Ein Überblick.

Düsseldorf Gemessen an der Marktkapitalisierung ist die Volkswagen Group nach SAP der zweitgrößte Konzern in Deutschland. Das Unternehmen wurde 1937 in Wolfsburg gegründet und ist seit 1960 eine Aktiengesellschaft. Mittlerweile gehören zehn Marken aus fünf europäischen Ländern zum Konzern, die ihre Fahrzeuge europaweit an rund 120 Produktionsstandorten produzieren. Das führt auch zu Konflikten. 

So hat Volkswagen in den vergangenen Wochen einen internen Streit über die weitere Ausgestaltung seiner Software-Strategie ausfechten müssen. Die Wolfsburger wollten allen Marken klare Vorgaben machen, welche zentralen Software-Bausteine sie in den nächsten Modellgenerationen verwenden sollen. Welche Marken der Konzern dabei unter seinem Dach bündelt, lesen Sie hier.  

Welche Marken gehören zu Volkswagen?

Volkswagen PKW: Die Kernmarke von VW

VW ID.Aero

VW ID.Aero

Das Mittelklassemodell soll für VW ein wichtiges Segment besetzen.

Die wohl bekannteste Marke des VW Konzerns ist Volkswagen PKW. Es ist die Kernmarke des Konzerns und wurde 1937 in Wolfsburg gegründet. Heute ist der VW Golf das meistverkaufte Auto Europas.

Weltweit beschäftigt Volkswagen PKW rund 183.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa 120.000 in Deutschland. Im Jahr 2021 erwirtschaftete der Automobilhersteller einen Umsatz von 76 Milliarden Euro. Insgesamt lieferte er 4,9 Millionen Fahrzeuge aus, etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Absatz von Elektroautos ist im Vergleich zum Vorjahr um satte 73 Prozent auf 369.000 Fahrzeuge gestiegen. 

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Kürzlich stellte die Traditionsmarke sein neues E-Flaggschiff vor, den VW ID.6. Es ist das fünfte elektrifizierte Modell, das der Hersteller auf den Markt bringt. Mittlerweile ist jedes fünfte vollelektrische Auto auf deutschen Straßen von VW. Nach eigenen Angaben will VW PKW bis 2026 fast 18 Milliarden Euro für Digitalisierung und Elektrifizierung investieren.

    Volkswagen Nutzfahrzeuge: Die Leitmarke für das autonome Fahren

    VW Bulli vw

    VW Bulli

    Der VW Bus Multivan ist das erfolgreichste Modell von VW Nutzfahrzeuge.

    Volkswagen Nutzfahrzeuge wurde 1995 in Hannover gegründet und ist der führende Hersteller von leichten Nutzfahrzeugen in Deutschland. Mit rund 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verkaufte er im Jahr 2021 etwa 326.000 Fahrzeuge und damit 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 

    Die erfolgreichste Modell-Reihe ist der VW Bus Multivan, auch bekannt als „VW Bulli“. Das erste Modell rollte serienmäßig im März 1950 im VW Werk in Wolfsburg vom Band. Auch der VW Crafter war im vergangenen Jahr besonders beliebt.

    Für den Konzern stellt VW Nutzfahrzeuge die Leitmarke für das autonome Fahren dar. Auf der IAA Mobility 2021 präsentierte der Hersteller einen von fünf selbstfahrenden Prototypen vor. Ab 2025 soll das Modell serienmäßig für Mobilitätsdienste wie MOIA produziert werden. Bereits heute wird in einem Testgebiet in München die in dem Fahrzeug verbaute Technik für das autonome Fahren getestet.

    ŠKODA: Vom Fahrrad- zum Automobilhersteller 

    Skoda Enyaq obs

    ŠKODA

    Der frühere ŠKODA-Chef Thomas Schäfer präsentiert das neue Elektromodell Enyaq.

    Das Unternehmen ŠKODA Auto a.s. hat seinen Sitz in Mladá Boleslav in Tschechien und wurde im Jahr 1895 zunächst als Fahrradhersteller gegründet. In kürzester Zeit entwickelte sich das Unternehmen zum Automobilhersteller. Bereits zehn Jahre später rollte das erste Auto mit ŠKODA-Logo vom Band.  

    Mit seiner mehr als 120 Jahre alten Geschichte ist ŠKODA einer der ältesten, bis heute produzierenden Automobilhersteller der Welt. Seit 1991 gehört die Marke zum VW-Konzern. Im Jahr 2021 verkaufte die einstige Fahrradmanufaktur 878.200 Autos und erwirtschaftete ein Umsatz von 17,7 Milliarden Euro. Aktuell beschäftigt das Unternehmen fast 45.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und vertreibt insgesamt vier elektrische ŠKODA-Modelle: 

    • Citigo-e iV
    • Octavia iV
    • Superb iV
    • Enyaq iV

    SEAT: Aus einer Kooperation entwickelte sich die Übernahme durch Volkswagen 

    Seat Ateca   Seat

    Seat Ateca

    Der kompakte SUV überzeugt auch durch faire Preise.

    Der spanische Automobilhersteller SEAT S.A. wurde im Jahr 1950 im katalonischen Martorell gegründet. Damals war er Spaniens erster Hersteller für Familienautos. Heute produziert SEAT auch in Barcelona. 

    Die Kooperation mit der Volkswagen AG begann im Jahr 1982 und entwickelte sich zu einer vollständigen Übernahme durch VW im Jahr 1986. Gemeinsam mit der Tochter CUPRA beschäftigt SEAT mehr als 14.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen verkaufte im vergangenen Jahr weltweit 391.200 Fahrzeuge, 73.300 davon auf dem deutschen Markt. Die beliebtesten Modelle: 

    • SEAT Arona 
    • SEAT Ibiza 
    • SEAT Leon

    Obwohl sich der Hersteller zur führenden Automarke Spaniens entwickelt hat, schrieb SEAT in den vergangenen zwei Jahren als einzige PKW-Marke des VW-Konzerns rote Zahlen. SEAT-Chef Wayne Griffiths betonte auf der Bilanzpressekonferenz am 23. März 2022, dass der nachhaltige Bestand des Unternehmens nur mit der Marke CUPRA gesichert sei. 

    Während der Mutterkonzern VW in neue, elektrobetriebene CUPRA-Modelle investiert, sind bei SEAT aktuell weder Plug-in-Hybride oder vollelektrische Modelle bestellbar.

    CUPRA: Eine Tochter von SEAT

    Cupra Born Seat

    CUPRA Born

    Der Cupra Born startete zunächst mit einem 58 kWH-Akku und einer Leistung von 150 kW/204 PS..

    Die Marke CUPRA ist ein 2018 gegründetes Tochterunternehmen von SEAT und hat seinen Sitz ebenfalls in Martorell. Wie die spanische Traditionsmarke hat auch CUPRA seine Produktion in Martorell und Barcelona. Seit der Einführung der Marke werden die gesamten Aktivitäten im Motorsport unter CUPRA weitergeführt.

    Mit dem CUPRA Born wurde bereits das erste vollelektrische Modell auf den Markt gebracht. Im Juni diesen Jahres stellte die SEAT-Tochter drei weitere Modelle vor, die bis 2025 auf den Markt kommen – ein Plug-in-Hybrid und zwei weitere, rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. 

    Im vergangenen Jahr wurde fast 40 Prozent des weltweiten Absatzes in Deutschland generiert. Insgesamt wurden rund 79.300 Fahrzeuge verkauft. Nach Aussage von SEAT-Chef Wayne Griffiths soll der Konzern mittelfristig jährlich 500.000 Autos mit CUPRA-Logo verkaufen. Damit würde die neue Sportmarke die Traditionsmarke SEAT künftig überholen.

    Audi: Die erste Tochtergesellschaft der Volkswagen AG

    Audi Q4 e-tron dpa

    Audi Q4 e-tron

    Seit Juni 2021 ist der Audi Q4 e-tron im Handel.

    Die Audi Automobilwerke GmbH wurde 1909 in Zwickau gegründet und im Jahr 1914 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen enteignet und seine Fabrikanlagen demontiert. Bereits ein Jahr später wurde Audi in Ingolstadt neu gegründet. Dort ist der Automobilhersteller bis heute ansässig.

    Audi ist einer der weltweit führenden Premium-Automobilhersteller und wurde im Jahr 1965 die erste Tochtergesellschaft der Volkswagen AG. Trotz sinkender Absatzzahlen konnte Audi seinen Umsatz im Jahr 2021 um 6,2 Prozent auf 53,1 Milliarden Euro steigern. Besonders beliebt waren die Baureihen Audi Q3 und Audi Q5. Aktuell beschäftigt die VW-Tochter rund 85.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Bis 2026 will Audi mehr als 20 vollelektrische Modelle auf den Markt bringen und im Anschluss ausschließlich E-Modelle entwickeln. 

    Lamborghini: Als Teil der Audi AG gehört die Marke zu VW

    Lamborghini Huracan Evo Spyder Reuters

    Lamborghini Huracan Evo Spyder

    Mit dem Aventador und dem Huracán produziert Lamborghini aktuell zwei Supersportwagen-Modellreihen.

    Die Lamborghini S.p.A ist ein italienischer Hersteller für Luxus-Sportwagen. Seit der Gründung im Jahr 1963 befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in Sant’Agata Bolognese.

    Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen mit rund 1800 Beschäftigten einen Umsatzrekord in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Mit dem Aventador und dem Huracán produziert Lamborghini aktuell zwei Supersportwagen-Modellreihen. Seit 2019 produziert die italienische VW-Tochter auch Hybrid- und E-Modelle. 

    Nach eigenen Angaben soll das gesamte Produkt-Portfolio von Lamborghini bis 2025 hybridisiert werden. Dafür will das Unternehmen 1,5 Milliarden Euro in den Umbau der Produktion investieren – die größte Transformation der Firmengeschichte. Als Teil der Audi AG gehört das Unternehmen seit 1998 zum VW Konzern.

    Bentley: Seit 1998 ein Teil von Volkswagen

    Bentley Bentayga

    Bentley Bentayga

    Der Bentayga ist der erste SUV von Bentley.

    Bentley Motors Ltd. wurde 1919 in Großbritannien gegründet und hat seinen Sitz seit 2002 in Crewe. Der Luxus-Automobilhersteller ist der offizielle Hoflieferant des britischen Königshauses und Umfragen zufolge die beliebteste Marke im gehobenen Luxussegment. Seit 1998 gehört das Unternehmen der Volkswagen AG. Innerhalb des Konzerns zählt Bentley seit Januar 2022 zur Audi Group.

    Im vergangenen Jahr beschäftigte Bentley rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und lieferte mehr als 14.600 Fahrzeuge aus – 31 Prozent mehr als im Jahr 2021. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Milliarden Euro.

    Nach eigenen Angaben will Bentley über einen Zeitraum von fünf Jahren ab 2025 jedes Jahr ein neues E-Modell auf den Markt bringen. Bis 2030 will Bentley vollständig klimaneutral werden und damit auf sein CO²-neutrales Produktionswerk in Crewe aufbauen.

    Porsche: Eine lange Verbindung zu Volkswagen 

    Porsche Taycan Porsche

    Porsche Tycan

    Der Porsche Taycan ist der erste vollelektrische Sportwagen des Herstellers.

    Die Porsche AG hat ihren Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen und wurde im Jahr 1931 von Ferdinand Porsche gegründet. Der Automobilhersteller teilt eine lange, gemeinsame Geschichte mit VW. 

    Der Käfer wurde als erstes VW-Modell von Ferdinand Porsche in Stuttgart konstruiert und erst nach Ende des zweiten Weltkriegs in der VW-Produktion in Wolfsburg hergestellt. Auch der erste Sportwagen von Porsche wurde aus VW-Teilen produziert. In den Jahren von 1969 bis 1974 legten die beiden Unternehmen den Vertrieb ihrer Automobilmarken zusammen und 1993 wurde Ferdinand Piech, der Enkel des Porsche Gründers, VW-Chef. Seit 2012 gehört Porsche zur Volkswagen AG.

    Der Stuttgarter Sportwagenhersteller beschäftigt rund 36.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 33,1 Milliarden Euro. Knapp 40 Prozent der in Europa ausgelieferten Fahrzeuge waren teilweise oder vollständig elektrifiziert. Insgesamt wurden weltweit mehr als 301.900 Fahrzeuge ausgeliefert – ein Rekordwert. Besonders beliebt waren der Porsche Macan und der Cayenne. Die Auslieferungszahlen des ersten vollelektrischen Porsche Taycan haben sich im Jahr 2021 mehr als verdoppelt. 

    Laut Porsche-CEO Oliver Blume sollen Fahrzeuge mit vollständigem Elektroantrieb im Jahr 2030 bereits 80 Prozent aller Neufahrzeuge ausmachen. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert das Unternehmen in Ladeinfrastruktur und die Entwicklung von Hochleistungsbatteriezellen.

    Ducati: Der einzige Hersteller von Motorrädern der Volkswagen AG

    Streetfighter V2 Ducati

    Streetfighter V2

    Im Ducati Streetfighter V2 ist ein 955 Kubik großer 90-Grad-V-Motor verbaut.

    Die Ducati Motor Holding S.p.A wurde 1926 im italienischen Bologna gegründet und ist der einzige Hersteller von Motorrädern der Volkswagen AG. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist seit 2012 Teil der Volkswagen AG.

    Das vergangene Geschäftsjahr schloss Ducati mit dem höchsten Umsatz der Firmengeschichte ab und lieferte eine Rekordzahl von weltweit 59.447 Motorrädern aus. Der Umsatz lag mit 878 Millionen Euro etwa 24 Prozent über dem Vorjahresumsatz.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×