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13.04.2018

01:20

Volkswagen

Diess löst Müller als VW-Chef ab – die wichtigsten Punkte zum Konzernumbau

Jetzt ist es offiziell: VW-Markenchef Herbert Diess löst Matthias Müller als Vorstandschef ab. Im Zuge des Konzernumbaus führt VW zudem neue Markengruppen ein.

Diess als Chef bestätigt

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Wolfsburg, DüsseldorfDer bisherige VW-Markenchef Herbert Diess wird neuer Volkswagen-Konzernchef. Damit löst er seinen Amtsvorgänger Matthias Müller ab, wie der VW-Aufsichtsrat am Donnerstagabend in Wolfsburg beschloss. Müller scheide im gegenseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender, aber nicht aus dem Unternehmen aus. Demnach wird er seinen Vertrag bis 2020 erfüllen. Die Gründe für Müllers Scheitern bei VW lesen Sie im Handelsblatt-Wochenend-Spezial.

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Neugliederung der Geschäftsfelder

  • Die zwölf Fahrzeugmarken werden in drei Markengruppen zusammengefasst; insgesamt wird es künftig sechs Geschäftsfelder sowie die Region China geben. Die Nutzfahrzeugsparte wird durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft für einen Börsengang vorbereitet.
  • Durch die Einführung neuer Markengruppen soll der Autokonzern künftig nicht mehr so zentral geführt werden. Eingeführt werden die Markengruppen „Volumen“, „Premium“ und „Super Premium“, wie das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Für die Nutzfahrzeugeinheit Truck & Bus sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, diese an die Börse zu bringen.
  • Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzlich Konzernführungsaufgaben. Der neue Konzernchef Herbert Diess verantwortet demnach die Konzernentwicklung und Forschung, Audi-Chef Rupert Stadler den Konzernvertrieb und Porsche-Chef Oliver Blume die Konzernproduktion.

Die Chefs der Volkswagen AG

Heinrich Nordhoff (1948-1968)

Die Chefposition war ihm von der britischen Militärregierung übertragen worden. Vor ihm hatte wenige Monate Hermann Münch das Unternehmen geleitet.

Kurt Lotz (1968-1971)

Nach Auseinandersetzungen über die Personalpolitik und die gewerkschaftliche und politische Mitbestimmung bei VW gab er das Amt vorzeitig auf.

Rudolf Leiding (1971-1975)

Er trat wegen eines dramatischen Nachfragerückgangs in der Autobranche sowie nach Differenzen mit dem Aufsichtsrat und dem Betriebsrat zurück.

Toni Schmücker (1975-1981)

Die VW-Leitung gab er aus gesundheitlichen Gründen ab.

Carl H. Hahn (1982-1992)

Unter seiner Führung wurde Volkswagen zum größten europäischen Automobilbauer. Operative Verluste und hohe Produktionskosten sollen bei seiner vorzeitigen Ablösung eine Rolle gespielt haben.

Ferdinand Piëch (1993-2002)

Er führte das angeschlagene Unternehmen mit drastischen Sparmaßnahmen und einer neuen Modellpolitik zurück in die Gewinnzone und leitete den Wechsel zu seinem Nachfolger Bernd Pischetsrieder selbst mit ein.

Bernd Pischetsrieder (2002-2006)

Ein Grund für seine überraschende Ablösung soll die zunehmende Distanz zwischen ihm und seinem einstigen Förderer, dem früheren VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, gewesen sein.

Martin Winterkorn (2007-2015)

Er nahm im September 2015 wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte in den USA seinen Hut. Zuvor hatte Winterkorn für den VW-Konzern jahrelang Rekorde erzielt.

Matthias Müller (2015-2018)

Der frühere Porsche-Chef steuerte VW durch die härteste Phase der Dieselkrise. Es soll intern Differenzen bei wichtigen Entscheidungen gegeben haben - insgesamt bescheinigte der VW-Aufsichtsrat Müller aber eine „herausragende“ Leistung.

Quelle: dpa

Herbert Diess (seit 2018)

Der bisherige Markenvorstand löste Matthias Müller im Frühjahr 2018 ab.

Die umfassende Neuordnung bei Volkswagen soll nach den Worten von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch Entscheidungen bei dem riesigen Autokonzern beschleunigen. Die neue Aufteilung solle die Konzernsteuerung verschlanken und Synergien nutzen, erklärte Pötsch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats am Donnerstag in Wolfsburg. „Ziel des Volkswagen-Konzerns ist und bleibt es, das Unternehmen mit seinen Marken zukunftsfähig auszurichten.“ VW wolle die individuelle Mobilität von morgen an führender Stelle mitgestalten.

Ein Zeitpunkt für einen Börsengang des Nutzfahrzeuggeschäfts Truck & Bus, in dem Volkswagen die Marken MAN und Scania gebündelt hat, wurde nicht genannt. Insidern zufolge ist der für das erste Quartal 2019 geplant.

Die Autobranche ist mitten in einem umfassenden Wandel hin zu alternativen Antrieben und autonomem Fahren. VW wurde in der Vergangenheit zentralistisch geführt und galt als schwerfällig. Nach Meinung von Experten muss VW schneller auf Entwicklungen reagieren und flexibler werden.

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