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25.07.2018

17:18

Vorwürfe gegen Audi-Chef

VW-Vorständin Hiltrud Werner kämpft für die Ehre Rupert Stadlers

Von: Markus Fasse

Die Rechtsvorständin des Volkswagen-Konzerns verteidigt den inhaftierten Audi-Chef. Ein unglücklicher Zufall erschwert ihr diese Aufgabe.

Die VW-Vorständin stellt sich auf die Seite des inhaftierten Audi-Chefs. picture alliance / SvenSimon

Hiltrud Werner

Die VW-Vorständin stellt sich auf die Seite des inhaftierten Audi-Chefs.

WolfsburgDass Hiltrud Werner eine komplizierte Aufgabe übernimmt, das war ihr klar, als sie im Januar 2017 in den VW-Vorstand aufrückte. Mehrere Tausend Rechtsverfahren sind in der Dieselkrise weltweit aufgelaufen. Mittlerweile ermitteln die Staatsanwälte auch gegen Vorstände. Mit Audi-Chef Rupert Stadler sitzt seit Mitte Juni zudem ein Topmann im Gefängnis. Als Mitglied des Aufsichtsrats von Audi steht sie in der Causa Stadler gleich doppelt in der Verantwortung.

Dass Werner nun in einem Interview mit der „Financial Times“ darauf hinweist, dass Stadler weder angeklagt geschweige denn seine Schuld bewiesen sei, ist eine Selbstverständlichkeit. Geführt wurde das Gespräch schon vor einigen Wochen, veröffentlicht aber erst am Dienstag.

Weil just zu diesem Zeitpunkt der Wechsel von BMW-Manager Markus Duesmann zu Volkswagen bekannt wurde, hat das Interview viele im Konzern irritiert, wird aber als unglücklicher Zufall gewertet. Duesmann gilt als Kandidat für Stadlers Nachfolge, der nach seiner Verhaftung vom Aufsichtsrat offiziell beurlaubt ist.

Dabei soll es nach Werners Worten vorerst auch bleiben. Als Juristin weiß sie: Untersuchungshaft allein stellt noch keinen hinreichenden Grund dar, um einen Vorstandsvertrag zu kündigen. Die internen Untersuchungen haben Stadler bislang keine Schuld an der Dieselaffäre nachgewiesen. Stadler soll dennoch vor seiner Verhaftung gegenüber dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt angeboten haben, doch die Kontrolleure haben das abgelehnt.

Deshalb gilt es als höchstwahrscheinlich, dass Audi und Stadler eine gütliche Abfindungsregelung anstreben, wenn der Audi-Chef aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Da der potenzielle Nachfolger Duesmann von BMW frühestens in einem Jahr zu Audi gelassen wird, haben alle Beteiligten genug Zeit. Bis dahin führt der Niederländer Bram Schot kommissarisch Audi.

Als Hüterin von Recht und Anstand hat sich Werner Autorität bei VW verschafft. Eine Haltung, die sie nicht nur in der Causa Stadler noch brauchen wird.

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