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18.01.2019

03:27

VW-Tochter

US-Justiz klagt vier Ex-Audi-Manager im Abgas-Skandal an

Im Abgas-Skandal hat die US-Justiz Anklage gegen vier Ex-Manager von Audi erhoben. Die US-Behörden gehen davon aus, dass sich die Männer in Deutschland aufhalten.

Ehemalige Manager der VW-Tochter müssen sich im Zusammenhang mit dem Dieselskandal vor Gericht verantworten. Reuters

Audi

Ehemalige Manager der VW-Tochter müssen sich im Zusammenhang mit dem Dieselskandal vor Gericht verantworten.

Washington Die US-Justizbehörden wollen im Abgas-Skandal des Volkswagen-Konzerns nun auch mutmaßlich Verantwortliche von Audi zur Rechenschaft ziehen. Gegen vier Ex-Mitarbeiter der VW-Tochter wurde Anklage erhoben, wie das zuständige Gericht in Detroit am Donnerstag mitteilte.

Bei den Beschuldigten handelt es sich laut Anklageschrift um ehemalige hochrangige Führungskräfte, die bei Audi etwa für die Motoren- und Dieselentwicklung zuständig waren. Dabei hätten sie erkannt, dass sie die Abgasstandards angesichts der Audi-Designvorgaben nicht erfüllen konnten

Der ehemalige Vorstandschef Rupert Stadler ist nicht unter den Angeklagten. Die vier Manager seien auch nicht in US-Gewahrsam, teilte ein Sprecher des Justizministeriums in Washington mit. Die Behörden gingen davon aus, dass sie sich in Deutschland aufhielten - wie eine ganze Reihe Angeklagter, darunter auch Ex-VW-Chef Martin Winterkorn – wo keine unmittelbare Auslieferung droht.

Den vier Männern wird in zwölf Fällen Verschwörung, Betrug und Verstöße gegen amerikanische Umweltgesetze vorgeworfen. Laut der Anklageschrift sollen sie Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen sein, bei der durch gezielte Manipulation von Emissionstests gegen US-Umweltgesetze verstoßen und Betrug an Kunden begangen worden sei.

Bei einem US-Prozess würden den angeklagten Ex-Audi-Angestellten harte Strafen drohen. Zwei frühere VW-Mitarbeiter wurden bereits wegen Mitschuld am „Dieselgate“-Skandal zu über drei beziehungsweise sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Mit den jüngsten Anklagen müssen sich nun 13 Angestellte von VW in der Abgas-Affäre verantworten. Der Autokonzern hatte bei rund 600.000 Wagen mit angeblich sauberen Diesel-Motoren eine spezielle Software eingesetzt. Das sorgte dafür, dass der Schadstoffausstoß bei Tests deutlich geringer ausfiel als im normalen Straßenverkehr.

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VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden eingeräumt, mit Hilfe einer speziellen Software in großem Stil bei der Messung von Abgaswerten getrickst zu haben. Der Konzern gab später auch ein Schuldgeständnis vor Gericht ab.

Auf Konzernebene hat VW die rechtliche Aufarbeitung der Abgas-Affäre in den USA nach einigen teuren Kompromissen mit Behörden und privaten Sammelklägern weitgehend abgeschlossen. Der Konzern musste wegen des Skandals hohe Strafen zahlen und hat für Vergleiche in Nordamerika bereits über 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht.

Die US-Justiz hat allerdings deutlich gemacht, dass die Sache damit nicht ausgestanden sei und die Ermittlungen gegen die verantwortlichen Köpfe hinter dem Betrug andauern würden.

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