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Innovationweek

07.05.2021

04:00

Nischenmetalle

Metalshub ermöglicht Metallhandel ohne Handschlag, Fax und Telefon

Von: Dieter Fockenbrock

Das deutsche Start-up bietet eine ungewöhnliche Plattform für seltene Metalle, die Käufer und Verkäufer zusammenbringt. Dort werden erstmals auch Preisindizes gebildet.

Mit Metalshub haben Sebastian Kreft und Frank Jackel nicht nur eine Plattform für Nischenmetalle gegründet. imago/Jürgen Schwarz

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Mit Metalshub haben Sebastian Kreft und Frank Jackel nicht nur eine Plattform für Nischenmetalle gegründet.

Düsseldorf Das Geschäftsmodell ist naheliegend – und trotzdem etwas ganz Neues in der Branche. Nichts liegt näher, Angebot und Nachfrage und die Preisbildung auf einer digitalen Plattform abzuwickeln. Doch im weltweiten Metallhandelsgeschäft zählt noch oft der Handschlag, Geschäfte werden per Fax oder Telefon abgewickelt. Nicht so bei Metalshub.

Das Düsseldorfer Start-up ist keine fünf Jahre alt. Die Gründer Sebastian Kreft und Frank Jackel sind aber schon im Begriff, den Handel mit Rohstoffen kräftig aufzumischen. Die beiden ehemaligen Unternehmensberater haben nicht nur eine Plattform für Nischenmetalle gegründet, auf der Käufer und Verkäufer sich treffen.

Seit November 2020 bildet Metalshub auch Preisindizes, die es zuvor für seltene Metalle und Legierungen tatsächlich nur auf informeller Basis gab.

„Es kann doch nicht sein, dass im Jahr 2021 Preise mittels Telefonumfragen ermittelt werden“, sagt Kreft. Die Entwicklung scheint ihm recht zu geben. Metalshub machte 2019 rund 100 Millionen Euro Handelsumsatz auf der Plattform, im vergangenen Jahr waren es 300 Millionen Euro.

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    Für 2021 peilen die Gründer eine Milliarde Euro Handelsvolumen an. Gerade erst meldete die Plattform unter den inzwischen 1100 Kunden einen prominenten Neuzugang.

    Digitalisierungs-Tsunami in der Branche

    Swiss Steel, ein führendes Unternehmen für Speziallangstahl, nutzt Metalshub ab jetzt unter anderem für den Einkauf von Mangan, Nickel und Vanadium für seinen Produktionsprozess.

    Die Corona-Pandemie schien anfangs die Branche in eine schwere Krise zu stürzen. Doch heute zeigt sich, dass sie offenbar für einen Schub gesorgt hat. „Es läuft gerade eine Art Digitalisierungs-Tsunami durch die Branche“, sagt Kreft.

    Ein Grund dafür dürfte der Kostendruck sein. Dazu kommen politische Prozesse. So gilt das Lieferkettengesetz auch für die Stahlbranche. Es ist nicht mehr gleichgültig, unter welchen sozialen Bedingungen einzelne Rohstoffe gefördert werden, berichtet Kreft.

    Und dann gibt es noch das Ziel der Branche, in einigen Jahrzehnten CO2-frei zu produzieren. Das alles erfordert Transparenz und Kontrolle. Kreft sieht darin ein ideales Aktionsfeld für seine Plattform.

    Wettbewerber in Singapur und den USA

    Metalshub ist mit seinem Geschäftsmodell allerdings nicht allein. Inzwischen gibt es zwei konkurrierende Plattformen, eine aus Singapur, eine zweite aus den USA. Doch das stört die Düsseldorfer Gründer nicht.

    Der Markt ist groß. Geschätzte 300 Milliarden Euro werden jedes Jahr mit Molybdän, Kupfer und Co. umgesetzt. Überzeugt haben Kreft und Jackel davon auch ihre Geldgeber.

    Unter ihnen die Flixbus-Gründer Jochen Engert, Daniel Krauss und André Schwämmlein und der frühere BCG-Deutschlandchef Dieter Heuskel. Gerade erst haben sie weitere zehn Millionen Euro Kapital eingesammelt.

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