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07.08.2021

14:00

Interview

Tech-Headhunterin: „Ohne Quoten würde es kaum Veränderung geben“

Von: Michael Scheppe

PremiumConstanze Buchheim spricht im Handelsblatt-Interview über die Suche nach weiblichen Talenten in der Start-up-Welt – und wo die Entwicklung zu mehr Diversität hakt.

„Im Bereich hochkomplexer Tech-Anwendungen ist der Frauenanteil noch immer zu gering." (Foto: Privat)

Constanze Buchheim

„Im Bereich hochkomplexer Tech-Anwendungen ist der Frauenanteil noch immer zu gering." (Foto: Privat)

Düsseldorf Frau Buchheim, warum sind Sie Headhunterin im Tech-Bereich geworden?
Ich habe beim E-Commerce-Start-up Spreadshirt den Personalbereich aufgebaut und da erkannt: In einem schnell wachsenden Start-up sind Talente der Schlüssel zum Erfolg. Man braucht unternehmerische, eigenverantwortliche und risikoaffine Leute. Den klassischen Personalberatungen war das damals nicht klar. Also habe ich 2009 I-Potentials gegründet. Wir sind mit dem Ökosystem gewachsen, haben heute 30 Beschäftigte und besetzen digitale C-Level-Positionen.

Welche Rolle spielen Frauen heute in der Digitalszene?
Ich bin stolz, dass die Digitalszene deutlich diverser geworden ist. Als ich angefangen habe, konnte man die Frauen der Szene an einer Hand abzählen. Heute ist für viel mehr Frauen eine Karriere im Start-up eine Option, und die Netzwerke erweitern sich. Mich stimmt zudem positiv, dass mehr Investorinnen in der Frühphase Einfluss auf die Firmen und deren Diversität nehmen. Es wird eine Trendumkehr geben, aber das dauert.

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Bisher waren Start-up-Szene und Tech-Branche Männerdomänen. Das ändert sich gerade – auch, weil diese 50 Frauen die Branche vorantreiben.

Welche Bedeutung haben diverse Teams in Start-ups?
Insbesondere in der Wachstumsphase rekrutieren Start-ups Beschäftigte, die der bisherigen Belegschaft sehr ähnlich sind. Klar: Diversität erfordert mehr Kommunikation – dafür ist anfangs keine Zeit. Doch irgendwann müssen Firmen den Absprung schaffen, nur diverse Teams ermöglichen auf Dauer Erfolg. Wir machen bisweilen die Erfahrung, dass Firmen zwar Frauen suchen, aber keine finden wollen. Wenn es darauf ankommt, entscheiden sich viele noch für das Bekannte und Ähnliche – und damit den Mann im Prozess. Das zeigt mir: Ohne Quoten würde es kaum Veränderung geben.

Wie hat sich die Suche nach weiblichen Talenten verändert?
Das ist einfacher geworden, kommt aber auf den Bereich an: Im Bereich hochkomplexer Tech-Anwendungen ist der Frauenanteil noch immer zu gering. Anders ist das im Produktbereich. Auch bei Führungspositionen tut sich mit etwas Wille etwas: Für den Online-Optiker Mister Spex haben wir in Vorbereitung des Börsengangs vier Top-Positionen besetzt – drei davon mit Frauen.

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