MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2019

16:41

Amazon-Chef

Muttergesellschaft von „National Enquirer“ will Bezos' Vorwürfe untersuchen

Der „National Enquirer“ soll Jeff Bezos mit Intimfotos erpresst haben. Nun äußert sich die Muttergesellschaft der Boulevardzeitung zu den Vorwürfen.

Intime Fotos als Druckmittel

Amazon-Chef Jeff Bezos: „Ich lasse mich nicht erpressen“

Intime Fotos als Druckmittel: Amazon-Chef Jeff Bezos: „Ich lasse mich nicht erpressen“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Los AngelesDie Muttergesellschaft der US-Boulevardzeitung „National Enquirer“, American Media, hat angekündigt, die Erpressungsvorwürfe des Milliardärs Jeff Bezos untersuchen. American Media glaube „inbrünstig“ daran, dass sich die Berichterstattung über den Milliardär im Rahmen der Gesetze bewegt habe, berichten angelsächsische Medien.

Bazos warf der Boulevardzeitung Erpressung vor: Der „National Enquirer“ habe damit gedroht, intime Fotos von ihm zu veröffentlichen, wenn seine Privatermittler nicht von dem Boulevardblatt abließen, teilte Bezos am Donnerstag in einem Beitrag auf Medium.com mit.

Bezos beschuldigte den Chef des „Enquirer“-Verlags American Media Inc, David Pecker, hinter dem Erpressungsversuch zu stehen. Pecker ist ein guter Bekannter von US-Präsident Donald Trump - und der halte ihn „fälschlicherweise für seinen Feind“, schrieb der Eigentümer der „Washington Post“ in seinem Brief.

Hintergrund ist Bezos' Trennung von seiner Ehefrau MacKenzie und sein Verhältnis mit einer anderen Frau. Das Ehepaar hatte im vergangenen Monat bekanntgegeben, dass es sich scheiden lassen will. Wenig später machte der „National Enquirer“ die Affäre des Amazon-Chefs mit Lauren Sanchez öffentlich und verbreitete dabei unter anderem Textnachrichten und Fotos von ihm.

Bezos teilte mit, die Mutterfirma von „National Enquirer“ habe versucht, ihn zu einem Deal zu bewegen, damit die Boulevardzeitung die freizügigen Fotos nicht veröffentliche. Bei dem Deal hätte Bezos eine öffentliche Stellungnahme abgeben sollen, in der es heißen sollte, dass die Berichterstattung von „National Enquirer“ nicht politisch motiviert sei.

Amazon-Gründer: Diese Scheidung könnte Jeff Bezos teuer zu stehen kommen

Amazon-Gründer

Diese Scheidung könnte Jeff Bezos teuer zu stehen kommen

Den Amazon-Gründer könnte die Trennung von seiner Frau MacKenzie den Titel des reichsten Menschen der Welt kosten – sie aber zur reichsten Frau der Welt machen.

„Sie sagten, sie hätten mehr Textnachrichten und Fotos, die sie veröffentlichen würden, wenn wir unsere Untersuchung nicht einstellen würden“, schrieb der Unternehmer. Dazu stellte er E-Mails, die nach seiner Darstellung aus dem Hause von American Media Inc. stammen.

Statt sich der Erpressung zu beugen, habe er sich entschlossen, die Drohungen publik zu machen, schrieb Bezos in dem Brief auf dem Portal „Medium“.

Den Arbeitsmethoden des Verlagsimperiums von Pecker hat Bezos nun den Kampf angesagt. „Wenn ich mich in meiner Position nicht gegen diese Erpressung erheben kann, wie viele Leute können es dann?“, fragt er in seinem offen Brief. „Natürlich will ich keine persönlichen Fotos veröffentlicht sehen, aber ich werde auch nicht bei ihren allseits bekannten Erpressungsmethoden mitmachen, bei ihren politischen Gefälligkeiten, politischen Attacken und Korruption.“ Er habe sich stattdessen dafür entschieden, den Spieß umzudrehen - und zu „sehen, was dadurch zum Vorschein kommt“.

Pecker und sein Verlag spielen auch eine Rolle in der Schweigegeldaffäre um Trump. American Media Inc. (AMI) zahlte dem ehemaligen Playmate Karen McDougal, die behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben, 150 000 US-Dollar für die Rechte an ihrer Geschichte. Der „National Enquirer“ veröffentlichte diese aber nie. Das Blatt soll sich die Rechte vielmehr gesichert haben, um die angebliche Affäre totzuschweigen. Die Methode ist in den USA als „catch and kill“ bekannt (zu Deutsch etwa: „fange und vernichte“). AMI gab im Dezember zu, das Geld bezahlt zu haben - bestritt aber das angebliche Ziel dahinter.

Trump hat Bezos mehrfach wegen der kritischen Berichterstattung von Bezos' Zeitung „The Washington Post“ über das Weiße Haus kritisiert. American Media Inc. hat zugegeben, dass es Praktiken angewandt habe, um Trump zu helfen, Präsident zu werden.

Bezos, 54, ist der Gründer und Vorstandschef des US-Internetriesen Amazon und laut „Forbes“ der derzeit reichste Mensch der Welt. Das US-Magazin schätzte sein privates Vermögen zuletzt auf rund 136,9 Milliarden Dollar (118,8 Mrd Euro).

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Kurt Kottan

08.02.2019, 10:35 Uhr

Liebes Handelsblatt, den " National Enquirer" als Zeitung zu benennen, ist doch etwas übertrieben. Das Schmierblatt ist bestenfalls zur "Yellow Press" einzuordnen. Bezos macht das einzig richtige und greift an hoffentlich mit einer 1000 000 000 USD Klage. Er hat es ja noch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×