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11.07.2018

18:05 Uhr

Autonomes Fahren

Festnahme von Ex-Ingenieur enthüllt erstmals Details zu Apples geheimem Autoprojekt

Ein Ex-Apple-Ingenieur soll vertrauliche Daten an seinen neuen Arbeitgeber weitergegeben und gut gehütete Details des Projekts zu selbstfahrenden Autos verraten haben.

Apple arbeitet mit dem FBI wegen des Diebstahls von vertraulichen Firmengeheimnissen zusammen. dpa

Apple

Apple arbeitet mit dem FBI wegen des Diebstahls von vertraulichen Firmengeheimnissen zusammen.

Cupertino, DüsseldorfEin ehemaliger Apple-Ingenieur soll Betriebsgeheimnisse gestohlen und an ein chinesisches Start-up weitergegeben haben. Die Behörden verhafteten Xiaolang Zhang am Flughafen von San José, von wo er nach China reisen wollte – das FBI ermittelt. Zhang hatte im April während seines Vaterschaftsurlaubs seine Kündigung bei Apple eingereicht und angekündigt, eine Stelle bei dem chinesischen Unternehmen Xiaopeng Motors anzunehmen.

Bei den Daten soll es sich um vertrauliche Dokumente zu selbstfahrenden Autos handeln, die der ehemalige Apple-Mitarbeiter heruntergeladen hat. In der Anklage gegen den Ingenieur wird das streng gehütete Geheimnis über die Größe des Forschungsprojekts von Apple gelüftet: 5000 Mitarbeiter des iPhone-Herstellers arbeiten in der Sparte, etwa 2700 von ihnen haben Zugang zu vertraulichen Informationen.

Bislang hatte Apple zwar allgemein Interesse an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge geäußert, konkrete Informationen waren jedoch noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

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Aus der Anklage geht hervor, dass Zhang als Entwickler bei Apple Zugang zu vertraulichen Unternehmensdaten hatte. Das Unternehmen war misstrauisch geworden, als sich Zhang nach seiner Kündigung und noch während des Vaterschaftsurlaubs häufig in den internen Netzwerken und in den Büros aufhielt – zum Teil am späten Abend. Der Entwickler gestand dem FBI, dass er die Informationen auf den Laptop seiner Frau heruntergeladen habe.

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„Apple legt sehr großen Wert auf Vertraulichkeit und die Achtung von geistigem Eigentum“, sagte Apple-Sprecher Tom Neumayr. „Wir arbeiten mit den Behörden in dieser Angelegenheit zusammen und unternehmen alles Mögliche, um sicherzustellen, dass diese Person für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wird.“

Das chinesische Start-up Xiaopeng Motors bestreitet die Vorwürfe. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Xiaolang Zhang irgendwelche „sensiblen Informationen“ an seinen neuen Arbeitgeber weitergegeben habe, sagte Xiaopeng Motors der „Financial Times“. „Das XMotors-Team ist sehr besorgt; wir haben uns immer an US- und chinesisches Recht gehalten, und wir nehmen den Schutz von geistigem Eigentum ebenfalls sehr ernst.“ XMotors kooperiere mit dem FBI und habe Zhang im Zuge seiner eigenen internen Untersuchungen freigestellt.

Apple arbeitet seit etwa drei Jahren an Technologien für selbstfahrende Autos. Das Vorhaben, intern „Project Titan“ genannt, wurde mittlerweile jedoch deutlich zusammengestutzt. Nach Entwicklungs- und Managementproblemen hatte Apple bereits 2016 die Entwicklung eines eigenen Elektroautos aufgegeben. Hunderte Entwickler verließen das Unternehmen. Nun forscht das Unternehmen nur noch an einer Software und an Sensoren für selbstfahrende Autos.

Der Vorfall ist nicht der erste seiner Art: Die Anklage gegen Zhang ähnelt der jüngsten Klage von Waymo gegen Uber und den Ingenieur Anthony Levandowski. Auch ihm wird vorgeworfen, Geheimnisse der Google-Tochter an Uber weitergegeben zu haben. Der Verdacht konnte sich jedoch nicht bestätigen.

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