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14.08.2018

21:27

Dating-App

Ex-Tinder-Mitarbeiter verklagen Mutterkonzern auf zwei Milliarden Dollar Schadensersatz

Von: Alexander Möthe

Eine Gruppe ehemaliger Tinder-Mitarbeiter verklagt die Konzerneltern. IAC und der Match Group wird vorgeworfen, die Unternehmensbewertung zu niedrig angesetzt zu haben.

Tinder: Ex Mitarbeiter verklagen Mutterkonzern auf Schadensersatz AP

Hauptsitz von IAC

Der Internetkonzern wird von ehemaligen Tinder-Mitarbeitern verklagt.

New YorkVon wegen Romanze: Die Muttergesellschaft der Dating-App Tinder wird von einer Gruppe ehemaliger Mitarbeiter, darunter zwei Mitgründer, auf Schadensersatz verklagt. Bei einem Gericht in New York, dem Sitz der Inhabergruppe IAC/InterActiveCorp, ging am Dienstag eine Klageschrift mit einer Forderung von mindestens zwei Milliarden Dollar ein.

Die zehn Kläger beschuldigen den Internetkonzern IAC, sie um Aktienoptionen geprellt zu haben. Namentlich zählen zu den Klägern Mitgründer und Ex-CEO Sean Rad und Mitgründer Jonathan Badeen. Tinder wurde 2012 gegründet und ist inzwischen Teil der seit 2015 börsengelisteten Match Group. Zum texanischen Unternehmen gehören weitere Dating-Apps wie OkCupid, PlentyofFish und Match.com. Die Match Group wird vom ehemaligen Mutterkonzern IAC als Mehrheitsaktionär kontrolliert.

Laut Klage sollen Finanzdaten manipuliert worden sein, um den Unternehmenswert von Tinder künstlich zu drücken. Da sie vertraglich eine Beteiligung an der Wertsteigerung vereinbart hätten, sei ihnen dadurch viel Geld entgangen, behaupten die Klageführenden.

So sei während des Bewertungsprozesses zum Börsengang etwa für 2018 ein Ertrag von 454 Millionen Dollar prognostiziert worden, geht aus der Klageschrift hervor. Tatsächlich teilte die Match Group zuletzt mit, Tinder werde bei etwa 800 Millionen Dollar landen.

IAC

Der IAC-Konzern und die Match-Gruppe nannten die Vorwürfe haltlos und verwiesen auf einen vertraglich streng geregelten Bewertungsprozess. Den Klägern, so zitiert die BBC die Unternehmen, habe wohl das Resultat nicht gefallen. Match betonte des Weiteren, den Gründern und Ex-Mitarbeitern Tinders über eine Milliarde Dollar als Kompensation ausgezahlt zu haben. „Wir freuen uns darauf, unsere Position vor Gericht zu verteidigen“, heißt es laut Bericht weiter.

Die Aktien von IAC und Match gerieten im US-Handel unter Druck. Beide hatten zuletzt unter der Ankündigung Facebooks gelitten, eine eigene Dating-App auf den Markt bringen zu wollen. Tinder-Mutter Match Group konnte allerdings vor knapp einer Woche noch mit außerordentlich guten Quartalszahlen die Märkte wieder mehr als zufriedenstellen.

IAC gehören eine ganze Reihe erfolgreicher Onlinedienste. Dazu zählen neben dem Suchdienst Ask.com und der Videoplattform Vimeo auch die deutsche Dienstleistungsbörse MyHammer. Das Unternehmen erzielte 2016 einen Umsatz von 3,16 Milliarden Dollar und ist an der New Yorker Nasdaq gelistet.

Mit Material von dpa und Bloomberg.

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