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11.10.2018

09:24 Uhr

Dialog Semiconductor

Apple kauft Zulieferer 300 Entwickler ab – auch in Deutschland

VonJoachim Hofer

Der schwäbisch-britische Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor hat Interesse im Silicon Valley geweckt. 300 Entwickler wechseln zu Apple.

Apple kauft Zulieferer 300 Entwickler ab Reuters

Apple kauft sich deutsche Expertise

300 Entwickler sollen künftig für die Kalifornier arbeiten.

MünchenEs ist ein äußerst ungewöhnlicher Deal: Der schwäbisch-britische Halbleiteranbieter Dialog Semiconductor gibt 300 Entwickler an den Kunden Apple ab. Der iPhone-Hersteller lizensiert zudem Technologie der im TecDax notierten Firma. Im Gegenzug bekommt Dialog 600 Millionen Dollar sowie neue Aufträge. Das teilte der Chiphersteller an diesem Donnerstagmorgen mit.

In den vergangenen Jahren war immer wieder spekuliert worden, Apple würde die Chips von Dialog durch selbst entwickelte Halbleiter ersetzen. Insider bei Dialog berichteten, wie Apple immer häufiger Mitarbeiter bei dem Unternehmen abwarb. Die Kalifornier sind der mit Abstand wichtigste Kunde von Dialog. Der Konzern wird von England aus geführt, das Herz schlägt jedoch im schwäbischen Kirchheim.

Die 300 von der Transaktion betroffenen Beschäftigten hätten bislang schon eng mit Apple zusammengearbeitet. Sie entsprächen 16 Prozent der gesamten Belegschaft. Der jetzt geschlossene Vertrag würde die Bande zwischen den beiden Firmen stärken, heißt es in einer Mitteilung von Dialog.

So habe Apple neue Aufträge erteilt, die von 2019 bis 2021 zu Umsätzen führen würden. „Ich bin überzeugt, dass diese Transaktion im besten Interesse unserer Mitarbeiter und Aktionäre ist“, sagte Vorstandschef Jalal Bagherli. In der Mitteilung blieb aber offen, inwiefern Apple durch den Wissens- und Personaltransfer künftig auf Halbleiter von Dialog verzichten kann.

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Dialog sucht seit Jahren nach Möglichkeiten, um seine Abhängigkeit vom Hauptkunden Apple zu reduzieren. Diese bekam der im TecDax notierte Konzern erst diesen Sommer schmerzlich zu spüren, als der iPhone-Konzern einen Großauftrag eindampfte. Dies führt immer wieder zu starken Kursschwankungen. Doch alle Versuche, sich durch Übernahmen zu verstärken und die Produkt- und Kundenbasis zu verbreitern, sind bislang gescheitert.

Zuletzt lief das Geschäft jedoch rund. Im zweiten Quartal war der Umsatz von Dialog um 16 Prozent auf 296 Millionen Dollar geklettert. Das Betriebsergebnis war um 31 Prozent auf gut 26 Millionen Dollar gestiegen. Fürs das jüngst zu Ende gegangene Vierteljahr kündigte das Unternehmen, das auch Schnelllade-Lösungen für Netzteil-Adapter und Technologien für Bluetooth-Headsets anbietet, Erlöse zwischen 365 und 395 Millionen Dollar an.

Im Handel reagierten die Anleger positiv auf die Nachricht. Die Aktie legte satte 30 Prozent zu. Allerdings haben die Papiere seit Jahresbeginn deutlich an Wert verloren.

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