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04.03.2016

15:58 Uhr

Facebook in Europa

Werbeeinnahmen sollen künftig in Großbritannien versteuert werden

Google, Apple, Starbucks: Viele US-Großkonzerne versuchen, hohe Steuern in Europa mit Tricks zu umgehen. Nun will Facebook offenbar mehr Steuern zahlen – und seine Werbeeinnahmen künftig in Großbritannien anmelden.

In Großbritannien liegt der Unternehmenssteuersatz bei 20 Prozent – also deutlich höher als in Irland, wo Facebook derzeit einen Steuersatz von 12,5 Prozent zahlt. dpa

Höherer Steuersatz

In Großbritannien liegt der Unternehmenssteuersatz bei 20 Prozent – also deutlich höher als in Irland, wo Facebook derzeit einen Steuersatz von 12,5 Prozent zahlt.

LondonFacebook wird voraussichtlich künftig mehr Steuern in Großbritannien zahlen. Ab April würden die Werbeeinnahmen nicht mehr in Irland, sondern in Großbritannien verbucht, der Gewinn werde daher im Vereinigten Königreich versteuert, teilte Facebook am Freitag mit. Genaue Zahlen werden erst 2017 bekannt sein.

Laut Facebook sind von den neuen Regeln „große britische Kunden“ betroffen – was mit den Einnahmen aus der Online-Werbung kleinerer Kunden passiert, dazu äußerte sich das soziale Netzwerk nicht.

Bislang werden alle Einnahmen in der Facebook-Zentrale im irischen Dublin verbucht; in Irland zahlt das Unternehmen auch Steuern. Der dortige Unternehmenssteuersatz von 12,5 Prozent zählt zu den geringsten in Europa. In Großbritannien liegt er bei 20 Prozent.

Facebook in Zahlen

Monatliche Nutzer

Pro Monat waren im dritten Quartal 2017 über zwei Milliarden Nutzer bei Facebook aktiv. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,7 Milliarden.

Umsatz

2016 machte Facebook einen Umsatz von rund 27,64 Milliarden US-Dollar und konnte einen Gewinn in Höhe von rund 10,22 Milliarden US-Dollar ausweisen.

Die meisten Fans

hatten im August 2017 die Fanseiten von Christiano Ronaldo (122 Millionen), Real Madrid (106 Millionen) und Shakira (104 Millionen).

Mitarbeiter

Von gerade einmal knapp 2.100 Mitarbeitern im Jahr 2010 wuchs das Unternehmen auf über 17.000 im Jahr 2016.

Whatsapp

Der Nachrichtendienst Whatsapp, gemeinhin bekannt als das Ende der SMS, zählte im Juli 2017 rund 1,3 Milliarden Nutzer.

Instagram

Die Foto-Plattform Instagram wurde 2016 jeden Monat von 428 Millionen Nutzern besucht. Bis 2021 sollen es knapp 930 Millionen sein, schätzt das Marktforschungsunternehmen eMarketer.

Forschung und Entwicklung

Für diese Bereiche gab der Konzern 2016 knapp sechs Milliarden US-Dollar aus – 2011 waren es noch 388 Millionen US-Dollar.

Laut dem Sender BBC sind die Supermarktketten Tesco und Sainsbury’s, der Konsumgüterkonzern Unilever und die Werbeagentur WPP die größten Kunden von Facebook in Großbritannien. Im Königreich wie auch in anderen europäischen Ländern und in den USA ist die Empörung über die Steuervermeidungsstrategien multinationaler Konzerne groß. Facebook zahlte in Großbritannien für das Steuerjahr 2014 exakt 4327 Pfund (5572 Euro) Unternehmenssteuer.

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Von

afp

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