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01.05.2022

14:48

Fernsehkonzern

ProSiebenSat.1-CEO pocht auf Unabhängigkeit von Berlusconi

Laut Beaujean wächst das Medienunternehmen aus sich selbst heraus. Eine engere Zusammenarbeit mit der Holding MFE-Mediaforeurope leuchte ihm daher nicht ein.

Die vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten dominierte Fernsehholding MFE-Mediaforeurope hält mehr als 25 Prozent an ProSiebenSat.1. dpa

Silvio Berlusconi

Die vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten dominierte Fernsehholding MFE-Mediaforeurope hält mehr als 25 Prozent an ProSiebenSat.1.

München Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 pocht angesichts zunehmender Avancen seines italienischen Großaktionärs auf die eigene Unabhängigkeit. „Ich sehe ProSiebenSat.1 als absolut unabhängiges Unternehmen, das aus sich selbst heraus wächst“, sagte Firmenchef Rainer Beaujean der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe) laut Vorabmeldung.

Die vom ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dominierte Fernsehholding MFE-Mediaforeurope hält mehr als 25 Prozent an dem deutschen Konzern und hat wiederholt auf eine engere Zusammenarbeit gedrungen. Der Konflikt dürfte auch Thema bei der ProSiebenSat.1-Hauptversammlung am Donnerstag werden.

Beaujean machte deutlich, dass ihm ein engeres Zusammengehen bisher nicht einleuchte. „Wir würden gerne von Media for Europe erfahren, wie ihre Pläne für einen paneuropäischen Medienkonzern konkret aussehen und welchen Mehrwert das für alle unsere Stakeholder hätte, für Zuschauer, Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre, die Öffentlichkeit“, sagte er der Zeitung. „Bis jetzt ist für uns klar: Wir schaffen alleine sehr viel Wert.“

Einen europäischen Medienkonzern lehne er ab. „Man kann europaweit nicht gemeinsam Inhalte zu günstigeren Preisen einkaufen oder gemeinsam produzieren, es gibt keine europäischen Deals mit den US-Studios, dafür sind die einzelnen Märkte zu unterschiedlich“, bekräftigte Beaujean. „Auch Kostenersparnisse sind gemeinsam kaum möglich, ich erkenne kein großes Potential für Synergien.“ So hatten bereits in den vergangenen Jahren auch mehrere Vorgänger von Beaujean argumentiert.

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    Auch ein Zusammengehen mit dem deutschen Rivalen Bertelsmann und dessen Tochter RTL lehnt Beaujean ab: „Diesem Land tut es gut, wenn es zwei private Fernsehunternehmen gibt, die auch im Sinne der Meinungsvielfalt im Wettbewerb miteinander stehen.“ Zudem verfolgten ProSiebenSat.1 und RTL verschiedene Strategien.

    Von

    rtr

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