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29.08.2022

16:11

Ingrid Heisserer, Xenia Meuser

Schon wieder Veränderungen bei RTL – zwei neue Vorständinnen beim TV-Sender

Von: Michael Scheppe

Mitte August wurde einer der Co-Chefs ausgetauscht. Nun präsentiert die Kölner Mediengruppe eine neue Finanz- und Personalchefin. Vor ihnen liegt viel Arbeit.

Neue Top-Managerinnen für RTL Deutschland. L’Oréal

Ingrid Heisserer (l.), Xenia Meuser

Neue Top-Managerinnen für RTL Deutschland.

Düsseldorf Das Medienunternehmen RTL Deutschland baut seine Geschäftsführung weiter um. Nachdem Mitte August Co-Chef Stephan Schäfer von seinen Aufgaben entbunden wurde und Bertelsmann-Chef Thomas Rabe für eine Übergangszeit eingesprungen ist, präsentierte RTL am Montag eine neue Finanzvorständin und eine neue Personalchefin.

Ingrid Heisserer wird ab Dezember Finanzchefin von RTL Deutschland. Die 49-Jährige kommt vom Kosmetikhersteller L’Oréal. Sie war dort zuletzt Finanzchefin für Deutschland und Österreich. Xenia Meuser, 46, übernimmt das Personalressort von RTL. Meuser tritt ihre neue Stelle bereits Ende Oktober an. Sie kommt von der Xing-Mutterfirma New Work.

Die beiden Managerinnen wechseln in einer Zeit des Umbruchs zu RTL. Seit Jahresbeginn sind die Kölner TV-Gruppe und der Hamburger Verlag Gruner+Jahr unter der Marke RTL zusammengeschlossen. Beide Firmen gehören zum Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann.

Schon die Integration von gut einem Dutzend Chefredakteuren und 1500 Journalisten gestaltet sich nicht einfach. Hinzu kommen die aktuellen Krisen: Infolge des Ukrainekriegs, der hohen Inflation und einer drohenden Konjunkturabkühlung hat die europäische RTL-Gruppe jüngst ihren Jahresausblick gekappt und erwartet nun weniger Gewinn und Umsatz. RTL Deutschland ist die größte Geschäftseinheit der RTL-Gruppe.

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    Gleichzeitig investiert RTL viel Geld in den Aufbau seiner neuen Streamingplattform RTL +, früher: TV Now. Sie will damit globalen Akteuren wie Disney oder Netflix auf lokaler Ebene Konkurrenz machen. Bis 2026 soll die Plattform profitabel sein. Zu diesem Zeitpunkt will RTL jährlich 600 Millionen Euro in das Streaminggeschäft investieren, im abgelaufenen Jahr waren es noch 209 Millionen Euro.

    RTL-App verzögert sich

    Die Veränderungen in der Geschäftsführung könnten mit Problemen bei dem RTL-Streamingdienst zusammenhängen. RTL will neben Filmen und Serien auch Inhalte wie Podcasts, Hörbücher, Musik, digitale Bücher sowie Onlinemagazine und digitale Zeitungsartikel, etwa von Stern oder Geo aus dem Hause Gruner+Jahr, in seiner App anbieten. Die Integration sollte bis Sommer 2022 geschehen, hieß es noch bei der Vorstellung der App im vergangenen Winter. Bislang findet sich aber lediglich ein Musik-Portfolio in der App.

    Das Vorhaben sei technisch durchaus anspruchsvoll, hatte Bertelsmann-Chef Rabe schon im Frühjahr gegenüber dem Handelsblatt eingeräumt. RTL + solle im „Laufe des Jahres“ an den Start gehen, so Rabe damals. RTL + verzeichnet ein deutliches Nutzerwachstum, zuletzt waren es 3,8 Millionen Abonnenten.

    Anspruchsvolle Aufgaben für neue Managerinnen

    Über zu wenig Arbeit wird sich die neue Finanzchefin Heisserer also nicht beschweren dürfen: Trotz trüber Aussichten muss sie investieren und gleichzeitig über die Kosten wachen. Ihre 20-jährige Erfahrung wird ihr dabei zugutekommen. Seit der Jahrtausendwende hat sie bei L’Oréal in zahlreichen Führungspositionen im Finanzbereich des französischen Konsumgüterkonzerns gearbeitet.

    Die Betriebswirtin und Juristin begann ihre Laufbahn 1996 bei Steelcase, einem amerikanischen Hersteller von Büroeinrichtungen. Die Managerin folgt auf Alexander Glatz, der das Unternehmen Ende August verlassen wird – „im besten Einvernehmen“, wie die Pressemitteilung vermittelt.

    Infolge des Ukrainekriegs, der hohen Inflation und einer drohenden Konjunkturabkühlung hat die europäische RTL-Gruppe jüngst ihren Ausblick gekappt. dpa

    RTL-Logo

    Infolge des Ukrainekriegs, der hohen Inflation und einer drohenden Konjunkturabkühlung hat die europäische RTL-Gruppe jüngst ihren Ausblick gekappt.

    Nicht minder unter Beobachtung wird Heisserers neue Kollegin Meuser stehen. Im Zuge der Fusion der beiden Medienhäuser sind wichtige Personalentscheidungen zu treffen. Der Posten der Personalchefin war bei RTL länger vakant. Vorgängerin Julia Reuter hatte das Unternehmen Ende April auf eigenen Wunsch verlassen, „um sich neuen Aufgaben zu stellen“, wie es heißt.

    Meuser startete ihre Laufbahn nach ihrem BWL-Studium 1998 im Personalbereich von Tchibo. Danach wechselte sie zur Otto-Gruppe, seit 2013 arbeitete sie bei New Work und baute in der Hamburger Zentrale den Personalbereich international auf.

    Bertelsmann-Chef Thomas Rabe kommentierte die Neuzugänge so: „Die RTL Group setzt ihren Kurs fort, das Topmanagement des Konzerns breiter und diverser aufzustellen.“

    Bertelsmann-Chef Rabe greift bei RTL stärker durch

    Die neuerliche Veränderung in der Geschäftsführung des Medienhauses ist längst nicht die einzige. Vor knapp zwei Wochen hatte sich das Unternehmen von seinem bisherigen Co-Chef Schäfer getrennt, der etwa für die Inhalte von RTL + zuständig war. Der Manager wurde nach nicht mal einem Jahr von seinen Aufgaben entbunden, bleibt bei RTL aber als Berater beschäftigt. Schäfer war früher Chef von Gruner+Jahr und bildete gemeinsam mit Matthias Dang, der von RTL kommt, eine gleichberechtigte Doppelspitze.

    Bertelsmann-Chef Rabe begründete das mit „einigen großen Herausforderungen“, vor denen RTL steht. Er selbst hat interimsweise die Aufgaben von Schäfer übernommen und damit eine Dreifachrolle inne: Rabe ist Chef von RTL Deutschland, der RTL-Gruppe und der Mutter Bertelsmann.

    Zuletzt ist mit dem langjährigen RTL-Mann Andreas Fischer zudem ein Manager in die Geschäftsführung eingezogen, der sich als COO um das operative Geschäft kümmert.

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