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22.03.2019

06:56

Internationale Umfrage

Die meisten Unternehmen stolpern planlos in die Digitalisierung

Von: Miriam Schröder

Digitale Transformation: Einer Umfrage zufolge glaubt eine Mehrheit der Führungskräfte in Deutschland, dass ihre bisherigen Initiativen eine Zeitverschwendung waren.

Nur 13 Prozent der befragten Führungskräfte sagten, dass sie ihre internen Geschäftsprozesse überprüfen, bevor sie eine Transformationsinitiative starten. dpa

Digitalisierung

Nur 13 Prozent der befragten Führungskräfte sagten, dass sie ihre internen Geschäftsprozesse überprüfen, bevor sie eine Transformationsinitiative starten.

Berlin Transformation, zu deutsch: Wandel, ist das Wort der Stunde. Dass man sich fit machen muss für die digitale Zukunft, wenn nicht eher Gegenwart, ist für die meisten Unternehmer heute so selbstverständlich wie das Abgeben der Steuererklärung.

Offenbar aber auch ähnlich kompliziert: Einer aktuellen, internationalen Umfrage unter Führungskräften und ihren Mitarbeitern zufolge investieren viele Unternehmen in sogenannte Transformationsinitiativen, ohne eine Idee davon zu haben, in wen oder was sie sich eigentlich verwandeln wollen. Die meisten stolpern planlos in die Digitalisierung.

58 Prozent der befragten Führungskräfte in Deutschland geben an, dass sie nicht wissen, wo sie bei der Entwicklung einer passenden Strategie ansetzen sollen. Das Produkt digitalisieren? Die internen Prozesse? Egal, Hauptsache irgendwas mit Künstlicher Intelligenz.

Das Ergebnis finden sie selbst enttäuschend: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der deutschen Führungskräfte glaubt sogar, dass ihre bisherigen Initiativen in Sachen digitale Transformation eine Zeitverschwendung waren. International waren es nur 45 Prozent.

Und das, obwohl die Deutschen offenbar besonders großzügig in das Thema investieren: Mehr als ein Drittel, nämlich 36 Prozent, gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten mehr als eine halbe Million Euro für Transformationsprozesse ausgegeben zu haben. International sagten dies nur 31 Prozent der Befragten.

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Moderne Technologie macht Menschen nicht überflüssig, sondern notwendig. Doch oft genug wissen Unternehmen nicht wie. Start-ups bieten Lösungen.

Die Mehrheit der Unternehmen setzt auf die großen Trendthemen: Fast drei Viertel (74 Prozent) der befragten Führungskräfte wollen die Ausgaben für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen aufrechterhalten oder erhöhen, beim Thema Automatisierung bejahten dies 77 Prozent. An welcher Stelle der Einsatz neuer Technologien besonders viel Sinn macht, scheint dabei zweitrangig zu sein.

Nur 13 Prozent der befragten Führungskräfte sagten, dass sie ihre internen Geschäftsprozesse überprüfen, bevor sie eine Transformationsinitiative starten. Den meisten fällt der Überblick offensichtlich auch schwer: So gaben 65 Prozent der Manager an, dass sie sich bei der Umsetzung der Transformationsstrategie sicherer fühlen würden, wenn sie ein besseres Bild davon hätten, wie die Prozesse in ihrem Unternehmen tatsächlich ablaufen.

Hilfreich könnte es dabei sein, diejenigen zu fragen, die die Strategie umsetzen – die Mitarbeiter. Auf deren Fachwissen wird aber offenbar nicht allzu viel Wert gelegt. So gab mehr als ein Drittel der in der Studie ebenfalls befragten Mitarbeiter an, nicht regelmäßig zu Transformationsprozessen befragt zu werden.

Die Umfrage unter 1000 Top-Level-Führungskräften und 1000 Mitarbeitern in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA, wurde im Auftrag des Software-Unternehmens Celonis durchgeführt.

„Transformationsstrategien sind heute ein elementarer Teil des operativen Geschäfts jeder Organisation, denn kein Unternehmen kann es vermeiden, sich an die neuesten Branchen- und Technologietrends anzupassen“, sagt Alexander Rinke, Mitgründer von Celonis. „Sie sollten jedoch auf konkreten Erkenntnissen fußen.“

Oftmals investierten Führungskräfte nicht, weil sie ein bestimmtes Problem identifiziert hätten, dass sie digital lösen wollten – sondern nur deshalb, weil sie der Meinung seien, es zu müssen.

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