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05.11.2013

17:31 Uhr

Internet-Pionier

AOL-Gewinn bricht ein

Der Gewinn des Internet-Pioniers AOL geht im dritten Quartal stark zurück. Grund dafür ist das strauchelnde US-Nachrichtenportal Patch. AOL will die Hälfte der Belegschaft bei einer defizitären Tochter entlassen.

AOL hat große Probleme mit dem Nachrichtenportal Patch. dapd

AOL hat große Probleme mit dem Nachrichtenportal Patch.

New YorkDie Neuaufstellung seiner lokalen amerikanischen Nachrichtenwebseiten hat dem Internetkonzern AOL das Ergebnis verhagelt. Im dritten Quartal brach der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 21 Millionen auf unterm Strich 2 Millionen Dollar (1,5 Mio Euro) ein, teilte das US-Unternehmen am Dienstag in New York mit.

AOL hatte nach US-Medienberichten hunderte Mitarbeiter seines Nachrichten-Netzwerks Patch entlassen uns einzelne Seiten geschlossen. Bei anderen Angeboten kooperiert AOL nun mit Partnern. Patch soll dadurch profitabel arbeiten. Zunächst ging der Umbau aber kräftig ins Geld.

Dennoch stieg der AOL-Kurs im frühen New Yorker Handel um 8 Prozent. Denn bei AOL sprudeln die Werbegelder. Statt wie früher auf die Bereitstellung von Internetzugängen setzt das Unternehmen heute auf Medieninhalte. Dem Urgestein der Branche gehören unter anderem die Onlinezeitung „Huffington Post“, von der es seit kurzem auch eine deutsche Ausgabe gibt, sowie die großen Technologieblogs „Engadget“ und „TechCrunch“.

Insgesamt legte der Umsatz um 6 Prozent auf 561 Millionen Dollar zu. Dies sei ein weiterer Schritt vorwärts, erklärte Firmenchef Tim Armstrong. Im Gegensatz dazu versucht Yahoo-Chefin Marissa Mayer bislang vergeblich, die lebenswichtigen Werbeeinnahmen anzukurbeln.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

Covestro (Deutschland)
Der Werkstoffhersteller aus Leverkusen verweist den letztjährigen Zehntplatzierten, das US-Unternehmen PPG Industries, in seine Schranken und gehört nun mit einem Verdienst in Höhe von 16,94 Milliarden US-Dollar selbst zu den zehn umsatzstärksten Chemieunternehmen der Welt. Covestro firmierte bis 2015 als Bayer Material Science, spaltete sich dann aber vom Chemiekonzern ab – mit Erfolg.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2018 / Gesamtjahr 2017, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Akzo Nobel (Niederlande)

In der Branche der Farben und Lacke hat der Hersteller mit Sitz in Amsterdam eine marktführende Position inne. Unter allen Chemieunternehmen kann sich Akzo Nobel mit einem Umsatz von 17,46 Milliarden US-Dollar immerhin auf dem neunten Rang positionieren.

Platz 8

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den achten Platz im Unternehmensranking.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe. 2017 fuhr das Unternehmen einen Jahresumsatz von 23,99 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Henkel seinen Verdienst zwar im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel steigern, wird im Ranking aber dennoch von einer anderen Firma überholt.

Platz 6

Air Liquide (Frankreich)
Nach einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel ist das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz der neue Sechstplatzierte. 24,38 Milliarden US-Dollar konnten 2017 eingenommen werden. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegaseherstellern der Welt.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 34,48 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabische Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 35,41 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reicht es für den Hersteller von Methanol, Ethanol und Düngemittel weiter nicht für den Sprung unter die Top 3 – gerade in Anbetracht des gesunkenen Verdienstes (minus 11,55 Prozent) rückt das Podium nun auch in weitere Ferne.

Platz 3

Bayer (Deutschland)
Der deutsche Konzern muss seinen zweiten Platz an zwei fusionierte Konkurrenten abtreten. Auch der Umsatz geht auf 41,95 Milliarden US-Dollar zurück (minus 17,28 Prozent). Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutischen Industrie plant allerdings weiter selbst eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sind Bayer und Monsanto bereit, milliardenschwere Firmenteile zu verkaufen.

Platz 2

Dow Dupont (USA)
Zum 1. September des vergangenen Jahres wurde die Fusion der beiden US-Unternehmen Dupont und Dow Chemical vollzogen. Das neugeschaffene Unternehmen sichert sich mit einem gemeinsamen Umsatz in Höhe von 62,48 Milliarden US-Dollar zunächst mit weitem Abstand den zweiten Rang im Unternehmensranking. Es ist weiterhin geplant, das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufzuspalten.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 77,24 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder als an Größe an sich gelegt werden.

Die Vorzeichen für AOL waren alles andere als gut: Das Unternehmen war zu Zeiten des Dotcom-Booms mit dem Medienkonzern Time Warner fusioniert, doch die wenig glückliche Ehe wurde 2009 geschieden. AOL hatte danach lange Probleme, das Geschäft auf neue Beine zu stellen. Erst vor einem Jahr gelang die Wende.

Der Werbeumsatz stieg im Quartal um 14 Prozent auf 386 Millionen Dollar, wobei allerdings vor allem die Einnahmen aus der Vermarktung auf fremden Websites zunahmen. Bei der Werbung konkurriert AOL mit Größen wie Google und Facebook. Das Geschäft mit Internetzugängen schrumpfte weiter um 7 Prozent auf 162 Millionen Dollar.

Erst im August hatte AOL angekündigt, rund 500 Mitarbeiter und damit die Hälfte der Belegschaft bei der defizitären Tochter zu entlassen. Zu AOL gehören auch der Technologie-Blog Tech-Crunch sowie die seit kurzem mit einer deutschen Ausgabe präsente US-Onlinezeitung „Huffington Post“. Internet-Urgestein AOL muss Umbau verdauen

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