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21.01.2019

11:46

Max Conze auf der DLD

Pro-Sieben-Chef: TV-Sender sollten nicht Netflix kopieren

Max Conze plant in Zusammenarbeit mit Discovery, dem ZDF und Axel Springer einen Streamingdienst. Netflix will er dabei aber nicht kopieren.

Der Manager hatte den Chefposten bei dem Münchener Konzern im Juni übernommen. dpa

Max Conze

Der Manager hatte den Chefposten bei dem Münchener Konzern im Juni übernommen.

München Der Chef des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 sieht auf dem Markt der Streamingdienste Bedarf für einen deutschen Anbieter. Es gebe neben Amazon und Netflix noch Platz für einen deutschen Dienst, sagte Max Conze der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag am Rande der Digitalkonferenz DLD in München. „Dieser könnte alle deutschen Inhalte vereinen, die die Leute mögen.“

Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein solches Angebot in Zusammenarbeit mit Discovery, dem öffentlich-rechtlichen ZDF, dem Verlagshaus Axel Springer und möglicherweise noch anderen Partnern im Spätsommer starten könne.

Fernsehsender sollten sich dabei im Wettbewerb mit Streamingdiensten wie Netflix auf ihre Stärken besinnen. „Ich denke, man sollte mit Netflix konkurrieren, indem man nicht versucht, Netflix zu sein“, sagte Conze am Sonntag auf der DLD.

Der US-Dienst sei gut darin, Serien zu ordern, die den Zuschauern gefallen. „Aber Entertainment ist noch viel mehr: Nachrichten, Sport, Live-Shows.“ Wenn es den Sendern gelinge, beliebte Formate und Sendungen in die digitale Welt zu bringen, hätten sie eine starke Wettbewerbsposition.

Die Preiserhöhung des Streamingriesen Netflix gebe Anlass zur Hoffnung, sagte der Pro-Sieben-Chef. Denn dies zeige, dass die großen US-Anbieter von Filmen und Serien via Internet sich möglicherweise mehr in Richtung Gewinn orientierten und sich nicht mehr nur auf Wachstum fokussierten.

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„Für die Verbraucher sind sie toll, aber es ist schwer, gegen sie anzukommen. Wenn diese Firmen sich in Zukunft etwas mehr darauf konzentrieren, das in ein profitables Geschäftsmodell zu verwandeln, macht es das für uns etwas einfacher, mit ihnen zu konkurrieren.“ Conze hatte den Chefposten bei dem Münchener Konzern im Juni übernommen. Zuvor hatte er den Staubsaugerhersteller Dyson geleitet.

Zudem habe die klassische TV-Branche noch ein starken Rückhalt in der Bevölkerung, betonte Conze. Wenn sich zehn Millionen Zuschauer das Finale von „The Voice of Germany“ ansähen, seien das immer noch mehr als Netflix oder Amazons Streaming-Dienst Kunden in Deutschland hätten. Zugleich müssten die TV-Unternehmen keine Angst haben, mit neuen Angeboten in ihr eigenes bisheriges Geschäft zu schneiden - sonst würden das andere tun.

Auch für die Digitalsparte NuCom zeigte sich Conze optimistisch. Er rechne mit einem Umsatzwachstum inklusive Zukäufen von über 20 Prozent in diesem Jahr. Dieser Bereich wachse schnell und es gebe viele Synergien mit dem Unterhaltungsbereich.

Erst vor einigen Tagen hatte NuCom seine Beteiligung am Handwerkerportal Aroundhome auf 94 Prozent aufgestockt. Im vergangenen Jahr hatte die Partnervermittlungs-Tochter Parship Elite die US-Kontaktbörse Eharmony übernommen. Einige andere Dinge seien am köcheln, sagte Conze, der keine Details verraten wollte.

Zum NuCom-Portfolio gehören auch die Preisvergleichs-Plattform Verivox und der Erlebnisanbieter Jochen Schweizer. Die Online-Plattformen sind die am stärksten wachsende Sparte des Fernsehkonzerns und zählen zugleich zu den wichtigsten Werbekunden von dessen TV-Sendern.

Netflix selbst betont stets, dass man sich grundsätzlich im Wettbewerb mit allen Angeboten sehe, mit denen Menschen ihre Zeit verbringen. So hieß es bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen, das populäre Online-Spiel „Fortnite“ sei aktuell ein größerer Konkurrent als der Bezahlsender HBO, der ein direkter Rivale ist.

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