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20.09.2022

17:58

Medien

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe scheitert gleich mit zwei Fusionsplänen

Von: Michael Scheppe

Zunächst ist der Verkauf der RTL-Tochter in Frankreich gescheitert. Nun gibt es für den Top-Manager einen weiteren Rückschlag.

Der Bertelsmann-Chef muss zwei gescheiterte Fusionen verkraften. dpa

Thomas Rabe

Der Bertelsmann-Chef muss zwei gescheiterte Fusionen verkraften.

Düsseldorf Bertelsmann-Chef Thomas Rabe muss binnen weniger Tage gleich zwei Rückschläge hinnehmen. Zentraler Baustein seiner Strategie ist es, Tochterfirmen des Gütersloher Medienriesen mithilfe von Fusionen schlagkräftiger zu machen. Das ist ihm nun sowohl bei der Callcenter-Beteiligung Majorel als auch bei der französischen RTL-Tochter nicht gelungen.

Am Montagabend ist zunächst eine milliardenschwere Fusion in der Callcenter-Branche geplatzt. Die Eigentümer der luxemburgischen Majorel, allen voran Bertelsmann, haben die Gespräche über einen Zusammenschluss mit dem doppelt so großen Konkurrenten Sitel aus Frankreich abgebrochen. Beide Unternehmen managen die Beziehungen zwischen Firmen und ihren Endkunden. Das können klassische Callcenter-Funktionen sein.

Offenbar gab es Zwistigkeiten mit dem Eigentümer von Sitel, der französischen Milliardärsfamilie Mulliez. Man habe sich trotz aller Bemühungen „angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht auf die Struktur“ der rund 8,7 Milliarden Euro schweren Fusion einigen können. Dabei hatte man sich bereits im Juni auf die Grundzüge einer Übernahme geeinigt.

RTL: Fusion in Frankreich abgesagt

Bereits am Freitag ist die Bertelsmann-Tochter RTL mit ihren Fusionsplänen gescheitert. Dort wollten sich die beiden großen TV-Gruppen TF1 und M6 zusammenschließen. Die RTL Group hält fast die Hälfte der Anteile von M6, TF1 gehört zu dem französischen Mischkonzern Bouygues.

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    Beide Firmen stoppten ihre Pläne, weil Wettbewerbsprüfer Bedenken angemeldet hatten. Die Kartellwächter hätten wohl nur bei einem Verkauf des Hauptsenders TF1 oder M6 grünes Licht gegeben.

    Damit wird Bertelsmann in Frankreich seinen Plan nicht umsetzen können, den das Familienunternehmen auch in anderen Ländern verfolgt: starke Bewegtbildunternehmen zu schaffen, die im jeweiligen Land der internationalen Streamingkonkurrenz wie Netflix und Amazon etwas entgegenzusetzen haben.

    Mit dem Scheitern in Frankreich dürften sich hierzulande weitere Gedankenspiele um ein Näherrücken von RTL mit Pro Sieben Sat 1 vorerst erübrigen. „Wenn Frankreich nicht genehmigt werden sollte, dann wären das natürlich keine guten Vorzeichen für Deutschland“, hatte Rabe zuletzt erklärt.

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