Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2019

11:25

Medienkonzern

Einstieg von Finanzinvestor KKR bei Axel Springer fast perfekt

Der US-Finanzinvestor KKR steht kurz vor dem Einstieg bei Axel Springer. Mehr als 20 Prozent der Aktionäre haben das Angebot fristgerecht angenommen.

Einstieg von Finanzinvestor KKR bei Axel Springer fast perfekt dpa

Axel Springer

Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien sind im Streubesitz.

Berlin Der US-Finanzinvestor KKR hat für den Einstieg beim Medienkonzern Axel Springer eine wesentliche Hürde genommen. Die Amerikaner haben die nötige Zahl von Aktien für ihr Übernahmeangebot erworben, wie aus einer Mitteilung von Axel Springer hervorgeht. Mehr als 20 Prozent der Springer-Aktionäre hätten das Angebot bis zum Ende der Annahmefrist am 2. August angenommen, teilte der Medienkonzern am Montag in Berlin mit.

Das genaue Ergebnis werde in den kommenden Tagen bekanntgegeben. KKR hatte den Einstieg an die Bedingung geknüpft, mindestens 20 Prozent aller Anteile kaufen zu können. Dem Einstieg müssen noch Wettbewerbs- und Medienbehörden zustimmen.

Auf dem Weg zu der geplanten strategischen Partnerschaft zwischen Axel Springer und KKR sei damit ein „wichtiges Etappenziel“ erreicht worden, hieß es. „Wir werden so zusätzliche Chancen nutzen können und unsere Wachstums- und Investitionsstrategie beschleunigen“, teilte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner mit. In der Nacht zum Samstag war die Übernahmefrist ausgelaufen.

Sobald das offizielle Ergebnis bekanntgegeben wird – KKR kündigte das für Mittwoch an –, beginnt eine Frist, innerhalb der noch weitere Aktionäre die Möglichkeit haben, das Angebot anzunehmen. Der Investor bietet ihnen weiterhin 63 Euro pro Springer-Aktie.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nach diesen zwei Wochen sind dann die Zulassungsbehörden gefragt. Springer geht einer Sprecherin zufolge davon aus, dass die Transaktion bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird.

    Auf Arbeitnehmerseite herrscht weiter Ungewissheit darüber, was der Finanzinvestor mit dem Verlag vorhat, um seine Renditeziele zu erreichen. In der vergangenen Woche hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über Befürchtungen des Betriebsrats vor einer Zerschlagung des Konzerns berichtet. „Wenn es mehr Befürchtungen als Hoffnungen gibt, stellt sich die Frage nach dem Nutzen der Kooperation“, teilte dazu der Deutsche Journalistenverband in einer Pressemitteilung mit. „Völlig überzogene Renditeforderungen würden an die Substanz von Springer gehen.“

    Springer wiederum betonte im Juni, dass keine Entscheidung der künftigen Gesellschafter ohne Zustimmung von Friede Springer getroffen werden könne. Das sehe die Vereinbarung mit dem Investor vor. Damit sei die Kontinuität in der Unternehmensführung gesichert.

    KKR werde zudem keinen Einfluss auf journalistische Inhalte ausüben. Mit KKR bekomme Axel Springer einen starken, auf langfristige Ziele orientierten Partner. Im Durchschnitt halte KKR die Anteile für acht Jahre, sagte Finanzvorstand Julian Deutz damals.

    Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien sind im Streubesitz. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und Vorstandschef Döpfner haben mit KKR vereinbart, dass sie ihre Beteiligungen behalten. Die Witwe kontrolliert 42,6 Prozent der Anteile, Döpfner hält 2,8 Prozent. Die Springer-Enkel Ariane und Axel Sven Springer halten zusammen rund 10 Prozent.

    Mehr: Axel Springer setzt im Kampf gegen Google und Co. auf die Finanzfirma KKR. Die Amerikaner bekommen erheblichen Einfluss auf das deutsche Mediengeschäft.

    Von

    dpa

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×