Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

10.12.2018

17:37

Mobilfunkbranche

Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas: „Roaming führt zu schlechteren Netzen“

Von: Stephan Scheuer

Der Deutschlandchef von Telefónica stellt sich gegen eine Pflicht, sein Netz teilen zu müssen. Die Politik habe das Thema nicht richtig verstanden.

Der Deutschlandchef von Telefónica spricht sich entschieden gegen verpflichtendes Roaming aus. Bloomberg

Markus Haas

Der Deutschlandchef von Telefónica spricht sich entschieden gegen verpflichtendes Roaming aus.

Am Donnerstag ist die erste Lesung zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes im Bundestag geplant. Der Deutschlandchef von Telefónica hat Bedenken.

Herr Haas, was spricht gegen eine Pflicht zum Teilen von Infrastruktur?
Wir sehen die Gefahr einer Überregulierung. Wir teilen schon heute 70 Prozent unserer Antennenstandorte. Und wir wollen künftig noch mehr Standorte teilen. Aber eine Pflicht zum Teilen von Infrastruktur, dem Roaming, wäre falsch. Die Politik erwägt, eine Pflicht in die Reform des Telekommunikationsgesetzes aufzunehmen. Dabei hat sie das Thema nicht richtig verstanden. Denn Roaming führt zu schlechteren Netzen. An den Übergängen zwischen zwei Netzen, dem sogenannten Handover, kommt es schnell zu Abbrüchen. Wir brauchen einen Wettbewerb von Infrastrukturen.

Es geht um das Teilen, etwa in Funklöchern. Ist das nicht sinnvoll?
Nein, denn Roaming lässt sich alleine technisch nicht auf kleine Gebiete runterbrechen. Wir reden hier immer von einem Radius von drei bis fünf Kilometern. Ein zielgenaues Roaming zum Beispiel entlang von Straßen, wie es sich die Politik vorstellt, geht gar nicht.

Aber gerade Sie würden doch profitieren. Ihr Netz ist deutlich schwächer als das von Telekom und Vodafone.
Unser Netz erreicht mit GSM, oder 2G, heute schon 99,5 Netzabdeckung in Deutschland.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Mobilfunk: 5G-Netzausbau: So wird hinter den Kulissen ums Roaming gerungen

    Mobilfunk

    5G-Netzausbau: So wird hinter den Kulissen ums Roaming gerungen

    So bald wird es kein flächendeckendes 5G-Netz geben, auch wenn es sich viele Politiker für ihre Wahlkreise wünschen. Doch es könnte ein verpflichtendes Roaming kommen.

    Ihre Kunden brauchen aber 3G oder 4G.
    Wir haben alle nötigen Standorte. Und wir werden in den nächsten zwölf bis 15 Monaten weitgehend flächendeckend 4G von aktuell rund 85 auf 98 Prozent Bevölkerungsabdeckung ausbauen. Roaming ist schlecht für die Qualität. Denn es unterläuft den Infrastruktur-Wettbewerb. Wir haben 20 Milliarden Euro in Infrastruktur investiert. Ein verpflichtendes Roaming kommt einer Enteignung gleich. Telefónica ist nicht auf ein Roaming angewiesen. Ganz im Gegenteil haben wir die meisten Mobilfunkstandorte im Land. Wir werden jetzt an alle Standorte 4G und dann auch 5G bringen.

    2019 werden die 5G-Frequenzen versteigert. Werden Sie mitbieten?
    Wir haben in Deutschland bereits 20 Milliarden Euro in Infrastruktur investiert. Wir haben immer gesagt, dass wir weiter investieren werden, wenn die Bedingungen stimmen. Wir haben in Deutschland noch einiges vor.

    Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

    Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

    Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

    ×