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05.09.2017

11:19 Uhr

Softwareanbieter

Aveva und Schneider Electric fusionieren

VonKerstin Leitel

Schon mehrfach haben Schneider Electronic und Aveva über einen Zusammenschluss gesprochen, doch immer waren die Avancen erfolglos beendet worden. Nun hat es offenbar doch geklappt. Die Aktionäre sind begeistert.

Der Geschäftsführer von Schneider Electric dürfte mit der Fusion zufrieden sein. AFP

Jean-Pascal Tricoire

Der Geschäftsführer von Schneider Electric dürfte mit der Fusion zufrieden sein.

LondonAller guten Dinge sind drei, hat sich der französische IT-Manager Jean-Pascal Tricoire von Schneider Electric wohl gesagt, als er in diesem Jahr zum dritten Mal Fusionsgespräche mit der Führung des britischen Software-Unternehmen Aveva begann. Schon zweimal zuvor hatten die beiden Unternehmen über einen Zusammenschluss gesprochen – beide Male platzten die Gespräche: Das erste Mal, weil die Franzosen einen Rückzieher machten, das zweite Mal, weil die Briten ihre Meinung änderten. Dieses Mal aber sei „eine Einigung über die Bedingungen“ erzielt worden, verkündeten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Damit entsteht unter dem Dach von Aveva ein Software-Riese im Wert von mehr als drei Milliarden Pfund (3,3 Milliarden Euro) und einem Jahresumsatz von hochgerechnet 660 Millionen Pfund. Die Aktionäre reagierten positiv auf die Nachrichten: In Paris stieg der Kurs des französischen Elektronikkonzerns am Vormittag um ein Prozent. In London war die Freude deutlich größer, die Aktien von Aveva schossen um 25 Prozent in die Höhe.

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Das britische Unternehmen, das 1967 aus der Universität Cambridge heraus entstanden war, hat sich auf Software für Industriekonzerne spezialisiert, vor allem auf Computerprogramme für Unternehmen aus der Energiebranche. Der zwischenzeitlich starke Fokus auf die Ölbranche war auch der Grund gewesen, warum die Franzosen beim ersten Versuch eines Zusammenschlusses einen Rückzieher gemacht hatten: Der Absturz des Ölpreises führte dazu, dass viele Ölkonzerne ihre Ausgaben kürzten, was sich auf Unternehmen wie Aveva auswirkte. Mittlerweile hat sich der Ölpreis wieder etwas erholt – und Aveva hat zudem Kunden aus anderen Bereichen wie der Schifffahrt gewonnen.

Der Deal ist eine sogenannte „umgekehrte Übernahme“ (Reverse Takeover). Dabei übernimmt Schneider Electric über eine Kapitalerhöhung einen Mehrheitsanteil von Aveva, und bringt zugleich sein eigenes Softwaregeschäft in die britische Firma ein. Für Aveva arbeiten rund 1700 Mitarbeiter, für die Sparte von Schneider Electric 2700. Beide Unternehmen bleiben an der jeweiligen Börse notiert.

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Konkret wird Aveva eine Kapitalerhöhung vornehmen, deren Aktien an Schneider Electric gehen. 60 Prozent hält der französische Konzern dann. Dafür zahlt Schneider Electric 550 Millionen Pfund, rund 858 Pence pro Aveva-Aktie). Zudem schüttet Aveva bei Vollzug der Transaktion an die derzeitigen Aktionäre 100 Millionen Pfund (156 Pence pro Aktie) aus. Ende des Jahres soll der Deal abgeschlossen werden.

Das Management von Aveva bleibt an Bord – allerdings wird Aveva-CEO James Kidd, der Anfang des Jahres vom Finanzchef zum Vorstandschef ernannt wurde, früher oder später wieder in seine frühere Rolle zurückkehren: Für den Chefposten suchen die Unternehmen jemand neues.

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