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27.11.2018

18:25

Tele 2

EU macht Weg frei für Telekom-Zukauf in den Niederlanden

Von: Stephan Scheuer

Die EU-Kommission genehmigt dem Dax-Konzern die Übernahme von Tele 2 in den Niederlanden. Nun steht der Deal in den USA voll im Fokus.

190 Millionen Euro hoch war das Angebot des Dax-Konzerns an Tele 2. AFP

Deutsche Telekom

190 Millionen Euro hoch war das Angebot des Dax-Konzerns an Tele 2.

Düsseldorf Die Deutsche Telekom kann einen wichtigen Erfolg in ihrer Europastrategie verbuchen. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstagabend die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile NL mit den niederländischen Geschäften des schwedischen Anbieters Tele2. Der Bonner Konzern zahlt nach früheren Angaben 190 Millionen Euro an die Schweden und wird dafür 75 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten.

Die eingehende Prüfung des Deals habe ergeben, „dass die geplante Übernahme zu keiner wesentlichen Änderung der Preise oder der Qualität der Mobilfunkdienste für die niederländischen Verbraucher führen würde“, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit.

Die Fusion des drittgrößten mit dem viertgrößten Anbieter auf dem niederländischen Markt werde „voraussichtlich nicht zu einem deutlichen Preisanstieg führen“, führte die Kommission ihre Entscheidung aus.

Søren Abildgaard, CEO von T-Mobile NL, begrüßte die Entscheidung: „Wir haben das klare Ziel, mit unseren Angeboten den niederländischen Markt disruptiv zu verändern.“ Die Telekom-Tochter werde den Ausbau des nächsten Mobilfunkstandards 5G beschleunigen und den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten vorantreiben.

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    Der Architekt des Deals und künftiges Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, Thorsten Langheim, wertete die Freigabe durch Brüssel als Erfolg für die Europastrategie des Konzerns: „Nach der Erlaubnis im Juli, in Österreich den Kabelnetzbetreiber UPC übernehmen zu dürfen, ist das jetzt ein weiterer Meilenstein in der strategischen Weiterentwicklung unseres europäischen Portfolios.“

    Teurer Wettbewerb

    Langheim übernimmt zum 1. Januar 2019 den neu geschaffenen Vorstandsposten „USA und Unternehmensentwicklung“. Bisher war er mit der Zuständigkeit für Fusionen und Übernahmen sowie die Unternehmensentwicklung direkt dem Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges unterstellt. Darunter fiel auch das umkämpfte Geschäft in den Niederlanden.

    Dort dominieren die beiden Anbieter KPN und Vodafone Ziggo das Geschäft. Der frühere Staatskonzern KPN kommt in etwa auf einen Marktanteil von 43 Prozent und das Gemeinschaftsunternehmen von Vodafone und Liberty, Ziggo, auf 30 Prozent.

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    Die Telekom-Tochter lieferte sich seit Jahren einen teuren Preiskampf mit dem Wettbewerber Tele2. Nach der Freigabe durch die Wettbewerbshüter in Brüssel dürfte das Gemeinschaftsunternehmen rund ein Viertel des Marktes ausmachen.

    Das neue Unternehmen würde es nach derzeitigem Stand auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro sowie rund 4,3 Millionen Mobilfunk-Vertragskunden bringen. Die Telekom erwartet ab dem dritten Jahr Synergien von 150 Millionen Euro. „T-Mobile stärkt mit dem Zusammenschluss die Position entscheidend, um die beiden dominanten Anbieter im niederländischen Telekommunikationsmarkt zu attackieren“, sagte Langheim.

    Der Telekom-Manager wird sich künftig auf die USA konzentrieren müssen. Auch dort strebt der Konzern die Übernahme eines kleineren Konkurrenten an. In den USA will T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint fusionieren. Dort steht die Genehmigung durch die Wettbewerbshüter bislang aus.

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